Die Endlichkeit der Goldreserven ist gleichzeitig ihr stärkstes Kaufargument. Während sich Geld unendlich drucken lässt, besitzt Gold immanent eine Art Inflationsschutz. Das ist wohl der Grund, warum Gold-ETFs gerade in Zeiten der Dollar-Abwertung boomen. Wenn schon nicht unterm Kopfkissen, so lassen sich mit Hilfe der Fonds zumindest in bombensicheren Bankentresoren echte Goldbarren bunkern. Auch deutsche Anleger haben zwei Papiere zur Auswahl: Xetra-Gold von der Deutschen Börse
und der Lyxor GBS. Beide Papiere werden steuerlich als Zertifikate eingestuft.
Beim Xetra-Papier kauft der Anleger pro Fonds-Anteil ein Gramm Feingold, Beim Lyxor eine Zehntel Feinunze. Vorteil und Unterschied zu herkömmlichen Zertifikaten: Auf Wunsch werden die Goldanteile nach Hause geliefert. Anleger kaufen also echtes Gold. Der Goldschatz der Deutschen Börse
ist sogar mit bis zu 125 Mill. Euro gegen Verlust versichert. Nachteil: Das Lagern kostet Geld. Während die Deutsche Börse
die Kosten dafür gesondert in Rechnung stellt, verringert sich beim Lyxor -Fonds
sukzessive der Goldanspruch pro Fondsanteil. Derzeit liegt er bei etwas über 98 Prozent. Zudem haben die Fonds keinen Währungsschutz. Mit sinkendem Dollarkurs geht auch ein Teil des Preisanstiegs beim Gold verloren.
Damit haben auch die reinen Goldzertifikate zu kämpfen, die kein Quanto im Namen tragen. Dafür sind sie allerdings preiswerter als Fonds. Managementgebühren fallen keine an. Kostenmäßig bringt das auf Dauer Vorteile. Fast alle Emittenten bieten diese Zertifikate an. Die Performanceunterschiede sind minimal, Anleger sollten aber auf jeden Fall auf den Spread achten - die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs.
Infografik: Gold-ETFs für chancenorientierte Anleger
Gold wird, wie alle Rohstoffe, in US-Dollar gehandelt. Im Falle des Goldes birgt das einen besonderen Effekt: Die Wertentwicklung verlief in den vergangenen Jahrzehnten fast grundsätzlich entgegengesetzt zum US-Dollar. Deshalb war es für Anleger, die mit Zertifikaten auf einen steigenden Goldpreis setzten, bislang meistens eine gute Idee, sich gegen Währungsschwankungen abzusichern. Denn Absicherungs-Gebühren zwischen einem und 1,5 Prozent im Jahr sind zu verschmerzen, wenn der Greenback mehr als 27 Prozent verliert. Soviel hat der US-Dollar seit März 2006 an internationaler Kaufkraft gegenüber dem Euro eingebüßt. 2005 ging diese Rechnung ausnahmsweise nicht auf. Der Goldpreis stieg um etwa 23 Prozent. Gleichzeitig erhöhte der damalige US-Notenbankchef Alan Greenspan die Leitzinsen im Eiltempo. Auch der US-Dollar gewann daher mehr als zwölf Prozent. Für Quanto- Gold-Zertifikate bedeutete das schmerzliche Rendite-Einbußen.
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