0 Bewertungen
09.10.2008 
Finanzkrise durchkreuzt Börsenpläne von Unternehmen

Angst vor dem Schritt aufs Börsenparkett nimmt zu

Die Finanzkrise hat den Markt für Börsengänge weitgehend leergefegt. Kaum ein Anleger ist angesichts des massiven Drucks auf die Aktienmärkte bereit, große Summen zu investieren, schon gar nicht in Neuemissionen.

HB FRANKFURT/M. Kein Wunder, dass mittlerweile alle Kandidaten ihr Debüt auf dem Parkett verschoben haben. Zuletzt waren es auch nur noch zwei: Die Deutsche Bahn hat aber am Donnerstag nach langem hin und her den eigentlich für das Monatsende vorgesehen Börsengang abgesagt. Erst am Vortag hatte die Solarfirma Schott Solar ihre Börsenpläne in letzter Sekunde verworfen.

Schon das ganze Jahr über war das Klima für Börsengänge rau. Mit SMA Solar und GK Software starteten bisher nur zwei Firmen im stark regulierten Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. 2007 gab es noch 21 Neulinge in dem Segment. Dabei hatte sich der Markt seit dem Platzen der New-Economy-Blase gerade erst wieder aufgerappelt: 2003, als der Aktienmarkt seinen Tiefstand erreicht hatte, zählte die Deutsche Börse nur einen Neuzugang - ausgerechnet den jetzt schwer angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate. Auch international ist die Zahl der Neuemissionen auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young ergeben hat.

Wer momentan an die Börse will, muss Größe haben. „Alles was nicht in Dax, MDax oder in einem anderen größeren Index ist, interessiert im Moment nicht“, sagt Aktienhändler Thorsten Peiffer vom Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz. Der Markt für kleine Werte sei quasi tot. Anleger scheuen diese Aktien, da sie zu selten gehandelt werden, ein Ausstieg ist dann schwierig.

Nun geht es aber selbst den großen Börsenaspiranten an den Kragen. Schott Solar verkündete das vorläufige Aus erst am Mittwochabend, nur eine Nacht vor der anvisierten Erstnotiz am Donnerstagmorgen. Es wäre der bisher größte Börsengang in diesem Jahr gewesen. Das Umfeld sei „umwerfend schlecht“, sagte ein Sprecher. „Wir werden jetzt abwarten, bis sich die Lage beruhigt hat, dann kommen wir gerne wieder an den Start.“ Ob das noch in diesem Jahr sein könnte, darüber wollte er lieber nicht spekulieren.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Markt-Monitor

Erholung ohne Aussagekraft  Artikel in Merkliste

05.01.2009 von Ralf Drescher

Fast zehn Prozent hat der Dax in den vergangenen Tagen gewonnen. Und die hoffnungsfrohen Kommentare zur Börse mehren sich. Doch Vorsicht ist angesagt: Noch steht die Erholung auf wackeligen Füßen. Schon nächste Woche, wenn die US-Unternehmen in die Berichtssaison starten, könnte die Stimmung wieder kippen. Kommentar

Breakingviews

Gasstreit: Fest auf dem Spielplan  Artikel in Merkliste

04.01.2009 von Pierre Briançon, breakingviews.com

Wie jedes Jahr haben Russland und die Ukraine wieder einmal die Bühne erklommen, um ihr fest im Spielplan verankertes Drama „Der Große Gasstreit“ aufzuführen. In dem Streit um die Erdgaslieferungen zwischen der Ukraine und der russischen Gazprom prallen zwei Monopole aufeinander – russisches Gas und ukrainische Pipelines. Kommentar

HANDELSBLATT ANALYSTENCHECK

NAME EINSTUFUNG  DIFFERENZ
ALCOA INC  neutral +43.77%
ENEL  sell -3.64%
HOCHTIEF AG  buy +6.57%
AIR BERLIN PLC  sell -25.05%
SHIRE  buy +16.62%
NEXT  sell -16.41%
IMPERIAL TOBACCO...  neutral +12.17%
PEUGEOT SA  neutral +37.58%
KRONES AG  buy +17.04%
ABB LTD  sell -26.46%
Anzeige