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30.07.2008 
Deutsche Bahn

Bahn-IPO: Kampf gegen die Uhr

von Michael Backfisch und Christian Schnell

Der Börsengang der Deutschen Bahn entwickelt sich ein Vierteljahr vor der geplanten Erstnotiz zum Kampf um Investoren und Mandate. Das Unternehmen, das bei Banken und Staatsfonds im Mittleren Osten auf gedämpftes Interesse stößt, will weitere Banken engagieren - die aussichtsreichsten Kandidaten und ihr Hoffen auf einen Gebührenregen.

DUBAI/FRANKFURT. Zugleich rangeln im Hintergrund weiter zahlreiche Investmentbanken um Aufträge, den mit einem Volumen von mindestens fünf Milliarden Euro größten Börsengang in Deutschland seit dem Jahr 2000 zu begleiten.

Die ersten Gespräche mit Investoren aus dem Mittleren Osten liefen eher verhalten. "Das können wir uns nicht vorstellen: Die Bahn ist ein extrem politisch getriebenes Unternehmen und viel zu komplex", sagte ein Top-Investmentbanker aus einem der größten Finanz-Institute der Region dem Handelsblatt. Weitere Negativposten seien der starke Einfluss der Gewerkschaften sowie die im Vergleich zu Firmen am Persischen Golf niedrige Rendite. Allerdings habe es ein Gespräch zwischen dem Staatsfonds Abu Dhabi Investment Council und einer großen westlichen Investmentbank gegeben, hieß es in Finanzkreisen.

Die Deutsche Bahn hatte Mitte Juli das Gespräch mit Staatsfonds aus dem Mittleren Osten über eine Kapitalbeteiligung gesucht. Die Länder der Arabischen Halbinsel schwimmen wegen der hohen Öleinnahmen in Petrodollar. Ein Großteil davon fließt an Staatsfonds, die weltweit nach lukrativen Anlagen suchen. Die Mubadala Development Company, ein Investmentarm des Emirats Abu Dhabi, erteilte allerdings Spekulationen eine klare Absage. "Wenn wir bei einem Bahn-Projekt einsteigen, dann nicht in Deutschland, sondern hier in der Region", betonte ein hochrangiger Manager des Fonds, der mehr als zehn Milliarden Dollar verwaltet.

Der Staatsfonds Dubai International Capital (DIC) aus dem Nachbar-Emirat kann sich ebenfalls nicht für eine Bahn-Beteiligung erwärmen. "Für uns wäre das ein viel zu großer Kapitalaufwand mit ungewissem Ausgang", hieß es bei dem Fonds, der über ein Portfolio von rund zehn Milliarden Dollar verfügt. DIC hält unter anderem Anteile an der Deutschen Bank und an der britischen HSBC.

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