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30.07.2008 

Die Abu Dhabi Investment Authority (ADIA), mit einem geschätzten Vermögen von 875 Milliarden Dollar größter Staatsfonds der Welt, wollte einen möglichen Einstieg nicht kommentieren. Investmentbanker beurteilten die Chancen jedoch skeptisch. So habe ein Finanzhaus dem Fonds vor vier Monaten eine Beteiligung am Hamburger Logistikunternehmen Hapag-Lloyd angeboten. Die Manager hätten jedoch abgewunken. Die Kuwait Investment Authority, mit einem Finanzvolumen von 250 Milliarden Dollar der fünftgrößte Staatsfonds der Welt, habe keine Gespräche mit der Bahn geführt, hieß es im Umfeld des Fonds.

Angesichts des gedämpften Interesses der Scheichs rechnen sich nun weitere Investmentbanken Chancen aus, auf den Zug Bahn-Börsengang aufzuspringen. Sie werben bei dem Unternehmen mit ihren Kontakten zu Investoren. Die Bahn hat wie geplant bereits ein offizielles Bewerberverfahren eröffnet. Bisher führen Morgan Stanley, Deutsche Bank, UBS, Goldman Sachs und die Dresdner Bank den Börsengang als Konsortialbanken durch.

Obwohl die besten Plätze im Konsortium damit besetzt sind, gelten die Mandate dahinter, die nach Ansicht aus Finanzkreisen in den nächsten zwei bis drei Wochen vergeben werden, als wirtschaftlich attraktiv. Heiße Kandidaten sind Finanzkreisen zufolge die Citigroup, Credit Suisse, HSBC und Sal. Oppenheim. "Banken, die zum Zuge kommen wollen, müssten Kriterien wie ein angesehenes Research, hohe Vertriebskompetenz, partnerschaftliche Zusammenarbeit im Konsortium, Reputation bei der Kurspflege nach der Erstnotiz und Unabhängigkeit besitzen" sagt Hanns-Alexander Klemm, Vorstandschef der Investmentbank Cazenove in Frankfurt.

Große Bedeutung

IPO-Konjunktur

Nur der Börsengang der Bahn kann das IPO-Jahr 2008 noch retten. In den vergangenen beiden Jahren gingen in Deutschland jeweils rund 20 Unternehmen mit einem Emissionsvolumen von zusammen über sieben Mrd. Euro an die Börse. 2008 sammelten bisher der Solar-Zulieferer SMA und GK Software weniger als 400 Mill. Euro ein.

Gebühren

Die schlechte IPO-Konjunktur belastet das Geschäft der Investmentbanken. Wer aber jetzt noch ins Bahn-Konsortium aufgenommen wird, kann auf einen Gebührenregen hoffen. Für viele andere sieht es dagegen trist aus.

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