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22.06.2007 

Nicht nur das politische, auch das wirtschaftliche Umfeld hat sich in den vergangenen Monaten für die Buy-out-Könige eingetrübt. Die Kreditzinsen sind nach dem „Blutbad“ auf den Anleihemärkten vor zwei Wochen spürbar angestiegen. Das macht Übernahmen auf Pump weniger attraktiv. Großbanken wie Bank of America sträuben sich, den Firmenjägern mit Überbrückungskrediten unter die Arme zu greifen. Die Aktionäre von Übernahmekandidaten pochen auf höhere Prämien. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass einige Deals schief gehen werden“, sagte kürzlich David Rubenstein, Chef der Private-Equity-Gruppe Carlyle. Selbst Schwarzman räumt ein, das größte Risiko für die Branche bestehe „in den hohen Übernahmepreisen“.

Die Investoren haben sich aber nicht abschrecken lassen. Die Nachfrage nach Blackstone-Anteilen sei sehr groß, heißt es an der Wall Street. Darauf deutet auch der hohe Ausgabepreis der Papiere hin. Banker rechnen mit einem ähnlich erfolgreichen Börsendebüt wie bei Fortress. Der kleinere Konkurrent hatte bei seiner Premiere im Februar am ersten Handelstag einen Kursgewinn von fast 70 Prozent verzeichnet. „Dieses Unternehmen (Blackstone) ist vermutlich die größte Cash-Kuh, die wir zu sehen bekommen“, sagt David Menlow.

Der Präsident beim Marktbeobachter IPO Financial fürchtet, dass andere Buy-out-Firmen oder Hedge-Fonds angesichts der Steuerattacke ihre Börsenpläne zurückstellen. Dem stehen jedoch Medienmeldungen entgegen, wonach auch die Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) den Gang an die Börse plant. Dies berichteten der Sender CNBC und das „Wall Street Journal“ am Donnerstag, nannten aber keine Details. Das Unternehmen selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

Mehr als ein Finanzinvestor

Doch erst einmal ist Blackstone dran. Der Finanzinvestor hat eine stolze Bilanz vorzuweisen. Die Firma verwaltet ein Vermögen von rund 88 Mrd. Dollar. 2006 betrug der Gewinn 2,3 Mrd. Dollar. Zwar ist Blackstone vor allem als Firmenjäger für seine kreditfinanzierten Übernahmen (Leveraged Buy-outs) bekannt. In Deutschland hat der Finanzinvestor 2003 das Chemieunternehmen Celanese übernommen und kürzlich mit einem hohen Gewinn wieder verkauft. Außerdem sind die Amerikaner mit 4,5 Prozent bei der Deutschen Telekom eingestiegen.

Die Gruppe berät jedoch ihre Kunden auch bei Fusionen und Übernahmen und ist einer der größten Immobilieninvestoren der Welt. Abgerundet wird die Produktpalette durch Hedge-Fonds, Finanzierungen und Schuldenmanagement. Damit gleicht Blackstone immer stärker klassischen Investmentbanken wie Goldman Sachs. Experten erwarten daher nach dem Börsengang einen harten Wettbewerb mit den Goldmännern. „Das wird ein Schaukampf zwischen zwei Weltklasse-Athleten“, sagt Henry Wu, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Texas.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Aktionäre haben kaum Einfluss

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