Für Zündstoff sorgen die Börsenpläne von Blackstone auch in der Debatte über eine bessere Unternehmensführung (Corporate Governance). Firmenchef Schwarzman will zwar das Geld der Investoren einsammeln, ihre Mitsprache soll jedoch auf ein Minimum begrenzt werden. Um Schwarzman und seinen Partnern die absolute Kontrolle zu sichern, wird Blackstone als „Partnerschaft“ an die Börse gehen. Das bedeutet, dass die neuen Anteilseigner weder Einfluss auf die Wahl der Spitzenmanager haben, noch bei strategischen Entscheidungen mitreden können. Unabhängige Direktoren in der Führung wird es ebenso wenig geben wie einen Ausschuss zur Kontrolle der Managergehälter. Auch auf den üblichen Quartalsausblick müssen die Investoren verzichten. „Wir wollen ein etwas anderes Börsenunternehmen sein“, schreibt Blackstone in seinem Prospekt. Ähnliche Töne schlug auch Google bei seinem Debüt an.
Wenn es wider Erwarten an der kapitalistischen Börse doch nicht so gut laufen sollte, hat Schwarzman noch einen kommunistischen Joker im Ärmel. Kürzlich einigte er sich mit den Politkommissaren in Peking darauf, dass China knapp zehn Prozent der Blackstone-Anteile für rund 3 Mrd. Dollar übernimmt.
Chancen und Risiken für Anleger
Joker China: Die chinesische Regierung will sich mit rund drei Mrd. Dollar bei Blackstone einkaufen. Das entspricht einem Anteil von knapp 10 Prozent. Zusammen mit dem Börsengang würde das fast 8 Mrd. Dollar in die Kasse von Blackstone spülen.
Störfaktor Zinsen: Durch eine im US-Kongress diskutierte Steuererhöhung könnten die künftigen Gewinne von Blackstone spürbar sinken. Außerdem könnte das Buy-out-Geschäft leiden, wenn steigende Zinsen die kreditfinanzierten Übernahmen deutlich teurer machen.
