Trotzdem gehen Investoren wie Analysten davon aus, dass der Wohnungsbau in Brasilien wegen sinkender Zinsen, wachsender Kaufkraft und Kreditvolumen vor einem anhaltenden Boom steht, wie er in Mexiko bereits stattfindet. Doch viele der Baukonzerne haben nicht die Struktur, das beim Börsengang aufgenommene Kapital auch produktiv zu investieren: Einige haben ihr Kapital in Finanzanlagen geparkt.
„Diese Aktien ergeben dann für Investoren wenig Sinn, weil die Gewinne kaum über das allgemeine Zinsniveau steigen können“, sagt Rubens Fama, Professor für Finanztheorie an der katholischen Universität in São Paulo. Ähnlich enttäuscht haben auch die Aktien der Unternehmen, die von staatlichen Reglementierungen abhängen, etwa Stromerzeuger oder Straßenkonzessionäre. Sie können ihr Kapital nicht investieren, weil die Regierungen sich Zeit lässt mit neuen Straßenlizenzen und Stromauktionen.
Bestellen Sie hier den kostenlosen Zertifikate-Newsletter: www.handelsblatt.com/newsletter
Nach den Baukonzernen versuchen nun mehrere mittelgroße Banken den Sprung an die Bovespa. Vor allem Finanziers von Konsumentenkrediten versuchen über die Börse, das Kapital für schnelleres Wachstum zu erhalten. „Das wird die Gewichte im Finanzmarkt neu verschieben“, sagt Milton Bardini, Präsident der Bankenvereinigung ABBC, „mittlere Banken haben nun eine Chance organisch zu wachsen.“
Investoren greifen jetzt nur noch bei Börsenkandidaten zu, die sie wirklich überzeugen. Dazu gehören etwa auch Krankenhausketten und Privatschulen. Auch für die Shopping-Center-Kette BR Malls, an der die renommierte GP Investimentos beteiligt ist, war der Börsengang vergangene Woche ein Erfolg.
