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09.10.2008 
Bahn-Teilprivatisierung auf unbestimmte Zeit verschoben

Finanzkrise bremst Bahn aus

Der Börsengang der Deutschen Bahn wird verschoben. Das bestätigte das Bundesfinanzministerium am Donnerstag in Berlin. Angesichts „der extremen Unsicherheiten an den Finanzmärkten und zur Wahrung eines fairen Preises“ sei entschieden worden, den Börsengang der Bahntochter DB Mobility Logistics AG „bei einem besserem Marktumfeld vorzunehmen“.

Bahn-Börsengang: Geplant war bislang am 27. Oktober 24,9 Prozent der Deutschen Bahn Transport- und Logistiktöchter über die Börse zu verkaufen. Foto: dpaLupe

Bahn-Börsengang: Geplant war bislang am 27. Oktober 24,9 Prozent der Deutschen Bahn Transport- und Logistiktöchter über die Börse zu verkaufen. Foto: dpa

HB BERLIN. Finanzminister Peer Steinbrück sagte laut Mitteilung: „Der Börsengang der Bahn kommt. Wir werden das Vermögen des Bundes nicht zur Unzeit an den Kapitalmarkt bringen.“ Im Laufe des Tages hatte es bereits Berichte über eine Verschiebung geben. Der Druck war in den vergangenen Tagen immer stärker geworden. Wegen der Turbulenzen an den Aktienmärkten drohten beim Verkauf der Anteile an der Börsentochter zu hohe Abstriche vom erhofften Milliardenerlös, sagten die Skeptiker. Als Termin für die Erstnotiz war eigentlich der 27. Oktober vorgesehen.

„Der Börsengang soll und wird der Stärkung der Bahn dienen – nicht ihrer Schwächung“, sagte Steinbrück. Der Börsengang stehe nicht in Frage und die Vorbereitungen würden fortgeführt. „Sobald das Marktumfeld einen erfolgreichen Börsengang möglich macht, sind wir startklar. Die Weichen sind gestellt.“

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn betonte die positive Resonanz der Investoren. „Unsere Equity Story wird verstanden, und es wird akzeptiert, dass wir ein sicherer und solider Wert sind“, sagte er. „Angesichts der extrem hohen Volatilität und Verunsicherung an den weltweiten Kapitalmärkten, insbesondere seit Anfang dieser Woche, haben wir uns aber gemeinsam mit unserem Eigner, dem Bund, entschlossen, den Zeitplan anzupassen.“ Nun werde der Markt beobachtet und der Dialog mit potentiellen Investoren fortgesetzt.

In den vergangenen Tagen waren die Rufe aus der Politik nach einer Verschiebung des Börsengangs angesichts der zugespitzten Finanzkrise und dem damit verbundenen massiven Druck an den internationalen Börsen lauter geworden. Es hatte sich die Sorge breit gemacht, der Börsengang könnte nicht den erhofften Milliardenerlös einbringen. In Presseberichten hieß es zuletzt, in der Koalition gebe es Überlegungen, zunächst einen kleineren Anteil als bisher geplant an die Börse zu bringen. Auch Finanzminister Steinbrück (SPD) hatte bereits Anfang dieser Woche erste Zweifel am bisherigen Zeitplan geäußert.

Die Aktien der Bahn-Tochter sollten nach den bisherigen Plänen in Deutschland privaten und institutionellen Investoren angeboten werden und im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden. Dies ist Voraussetzung für einen möglichen späteren Aufstieg in MDax oder Dax. Geplant war 24,9 Prozent der Deutschen Bahn Transport- und Logistiktöchter über die Börse zu verkaufen. Vorausgegangen war ein jahrelanges Ringen innerhalb von Regierung, Parlament und Parteien um die Form der Privatisierung. Wurde im Frühjahr noch ein Erlös aus dem Verkauf von bis zu acht Mrd. Euro für möglich gehalten, wurden vor gut einer Woche gut vier Mrd. von Banken als möglich erachtet. In den Kreisen hieß es, unter 4,5 Mrd. Euro sollten die Anteile aber nicht verkauft werden.

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