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05.11.2007 
Investmentbanken

IPO-Jahr klingt erfolgreich aus

von Ralf Drescher

Nach dem erfolgreichen Debüt des Hamburger Hafenbetreibers HHLA richten die Investmentbanken ihren Fokus bereits auf das nächste Jahr: „2007 wird abgesehen von wenigen Klein-Emissionen nicht mehr viel kommen“, sagt Georg Hansel, der das deutsche Aktienemissionsgeschäft der Deutschen Bank leitet. Investmentbanker blicken optimistisch ins kommende Jahr.

FRANKFURT. Für 2008 gebe es eine Reihe interessanter Kandidaten, die an die Börse streben. Die Aktien des Hamburger Hafens waren am Freitag bei ihrem Debüt in Frankfurt in der Spitze um fast 20 Prozent auf mehr als 63 Euro gestiegen. Bereits der Ausgabepreis von 53 Euro hatte am oberen Ende der Zeichnungsspanne von 43 bis 53 Euro gelegen. „HHLA ist ein voller Erfolg. Er zeigt, dass der Markt und die Investoren für gute Storys mit gutem Management offen sind, auch wenn das Marktumfeld zurzeit etwas volatiler ist“, sagt Klaus Hessberger, Co-Chef des europäischen Aktienemissionsgeschäft bei JP Morgan. Die Bank war als Konsortialführer an der 1,2 Mrd. Euro schweren und zehnfach überzeichneten Emission des Hamburger Hafens beteiligt. Mit diesem Volumen ist der HHLA hinter dem Motorenbauer Tognum, der im Juli zwei Mrd. Euro erlöste, die zweitgrößte deutsche Emission des Jahres.

Die verbliebenen IPO-Kandidaten, die noch 2007 in Deutschland an die Börse streben, sind von dieser Größenordnung weit entfernt. Der Immobilienspezialist Francono West, der voraussichtlich am 13. November erstmals im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet wird, kommt bei einer Preisspanne von 1,80 bis 2,20 Euro auf einen maximalen Erlös von 44 Mill. Euro. Interessant ist das Debüt von Francono, weil es das erste IPO eines Immobilienunternehmens im zweiten Halbjahr ist. Die Aktien des Sektors waren in den vergangenen Monaten stark unter Druck geraten.

Zwei Tage später plant die Landwirtschaftsfirma KTG Agrar ihr Börsendebüt in Frankfurt. Das Hamburger Unternehmen bietet bis zu 1,8 Millionen Aktien an, darunter 1,3 Millionen aus einer Kapitalerhöhung, wie aus dem Wertpapierprospekt hervor geht. Die Agrarfirma strebt in den niedrig regulierten Entry Standard. Aus Emissionskreisen verlautete, dass KTG knapp 30 Mill. Euro einsammeln will.

Am 16. November stehen sogar zwei IPOs auf der Agenda: Mit der Asian Bamboo AG kommt das zweite chinesische Unternehmen an die Frankfurter Börse. Der Bambuspflanzer will zwischen 76 und 118 Mill. Euro einsammeln und könnte damit den Mülldienstleister Zhong De noch übertreffen. Der Pionier der China-IPOs in Deutschland hatte im Juli 109 Mill. Euro erlöst. Außerdem bringt die Bremer Medizinsoftware-Firma Mevis Medical Solutions an dem Tag ihre Aktien an die Frankfurter Börse. Der Spezialist für bildgebende Diagnostik bietet 777 000 Aktien an, davon 520 000 aus einer Kapitalerhöhung, wie aus einer Finanzanzeige hervor geht. Mevis strebt in den stärker regulierten Prime Standard. In Konsortialkreisen schätzt man den Börsenwert auf 80 bis 100 Mill. Euro.

Mit Vtion könnte vor dem Jahresende noch ein weiteres chinesisches Unternehmen in Frankfurt notiert werden. Details für den Börsengang des Anbieters von mobilen Datenkarten sind aber bisher nicht bekannt. Wesentlich bedeutendere Neuemissionen erwarten Fachleute wieder ab dem zweiten Quartal 2008. „Das Jahr dürfte ordentlich werden. Vor allem Verkäufe von Private-Equity-Unternehmen werden das Geschäft antreiben“, erwartet Deutsch-Banker Hansel. Im Zentrum des Interesses steht zudem der Börsengang von Evonik. Der ehemals als RAG firmierende Industriekonzern soll voraussichtlich im ersten Halbjahr in einer Milliarden-Emission in Teilen an die Börse gebracht werden.

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