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24.02.2008 

Nicht immer zieht das Argument vom "schwachen Marktumfeld", aber Aktien wie die des Motorenbauers Tognum, die kurz vor Beginn der Finanzkrise an den Markt gekommen waren, fanden tatsächlich erschwerte Startbedingungen vor. Andere, wie etwa Versatel oder die Immobilienaktien Alstria und Estavis, verloren aber schon Monate vor Ausbruch der Krise kontinuierlich und deutlich an Wert.

"In dem einen oder anderen Fall lag die schwache Performance des IPO-Jahrgangs sicher auch am zu hohen Ausgabepreis der neuen Aktien", sagt Wolfgang Jensen, Managing Director im Kapitalmarktgeschäft bei Sal. Oppenheim.

Zu hohe Ausgabepreise hatten vor allem Papiere, die von Private-Equity-Fonds bei Investoren abgeladen wurden. Anleger griffen noch im Sommer willig zu, kurz bevor die Finanzkrise an der Börse angekommen war. "Viele hatten die fulminanten Kursgewinne im Hinterkopf, die sie 2006 mit Neuemissionen machen konnten", sagt ein Frankfurter Fondsmanager. Aktien wie die des Stahlhändlers KlöCo, von Demag Cranes oder die des Tiefbauspezialisten Bauer liefen 2006 nur nach oben.


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Analysten, die Unternehmen vor dem Börsengang bewerten, tun dies gern anhand einer Vergleichsgruppe (Peer Group). Bei Immobilienaktien hatten Unternehmen wie Patrizia oder Gagfah mit erfolgreichen IPOs 2006 die Messlatte nach oben gehoben. "Wenn die Vergleichsunternehmen teuer sind, dann dürfen die Börsenkandidaten auch nicht billig sein", so funktioniert das Spiel. Stürzt die überteuerte Peer Group ab, reißt sie die Neulinge mit nach unten.

Es ist deshalb wohl auch kein Zufall, dass jene Unternehmen, die erst spät im Jahr an die Börse gingen, besser abschnitten als Emissionen vom Jahresanfang. Die Börse taumelte, Investoren hatten Angst, also hatten nur noch gering verschuldete Unternehmen mit erstklassigem Geschäftsmodell eine Chance an der Börse - Unternehmen wie HHLA und Centrotherm. Weil Banken und Alteigentümer keinen Flop riskieren wollten, gab es die Aktien in diesem schwierigen Börsenumfeld auch noch relativ billig. Obwohl die Nachfrage der Investoren, zum Beispiel bei Centrotherm, hoch gewesen sei, "kam es dem Management bei der Preisfindung nicht auf den allerletzten Cent an", erklärt Andreas Bernstorff, verantwortlich für das deutsche Aktienemissionsgeschäft bei der Citi in London.

Ihr glückliches Händchen und gutes Timing als Konsortialführerin bei HHLA (zusammen mit JP Morgan) und Centrotherm brachte der Citi im Ranking der Emissionsbanken, das die Wirtschaftswoche seit 1999 berechnet, mit ungewöhnlich großem Abstand den ersten Platz. Beide Aktien bescherten Investoren hohe Zeichnungsgewinne, entwickelten sich auch nach dem IPO gut und wurden in nennenswertem Umfang an Private vermarktet: 15 Prozent der Centrotherm -Emission und 21 Prozent der platzierten Hafen-Aktien landeten in Depots von Privatanlegern. Dies alles brachte der Citi kräftig Punkte.

Außer bei der Citi war Größe im diesjährigen Wirtschaftswoche-Ranking nicht von Vorteil, im Gegenteil: Die marktführenden Investmentbanken, allen voran Deutsche Bank und Goldman Sachs, litten unter der schlechten Performance ihrer großen Emissionen. Der Effekt ist beabsichtigt: Große IPOs bringen hohe Gebühren und erfreuen so die Investmentbanker. Privatanleger haben aber nur etwas davon, wenn die Aktien nach dem IPO auch gut laufen.


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