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19.01.2007 

Wenn die Stapel von Börsenprospekten und Analystenstudien auf den Tischen zu hoch werden, schalten aber auch viele deutsche Fondsmanager ab und konzentrieren sich auf die großen Emissionen. "Ich habe keine Zeit für die siebte Biosprit-Aktie, die noch eben schnell an die Börse will", stöhnt ein Frankfurter Fondsmanager.

Zumal sich der Aufwand oft nicht lohnt, weil viele Nachahm-Unternehmen ihren Börsengang dann doch absagen müssen. "Gerade im zweiten Quartal, als die Aktienindizes alle nach oben geschossen waren, wollten zu viele an die Börse", sagt Klaus Fröhlich, Leiter des deutschsprachigen Aktiengeschäfts von Morgan Stanley. "Bei vielen aber wäre dies nicht vernünftig gewesen."

Nach dem Erfolg von Patrizia Immobilien prüften manche Investmentbanker im Frühjahr bis zu 15 Immobilienunternehmen. Kein einziges von denen schaffte es noch an die Börse.

Allerdings sagten 2006 auch Qualitätswerte den Börsengang ab, weil ihren Eignern der an der Börse zu erzielende Preis zu niedrig erschien.

Prominentester Fall waren Wacker Construction, wo Großaktionärin Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB) den Verkauf stoppte. LGB hatte kurz davor Klöckner & Co. sehr günstig anbieten müssen, weil Investoren fürchteten, dass der Stahlmarkt einbrechen würde. Noch ein Unternehmen wollten die Finanzinvestoren nicht unter Wert abgeben. Sie verkauften lieber einige Monate später an ihre Mitaktionäre, die Familie Wacker. Die könnte jetzt 2007 einen zweiten Anlauf auf die Börse wagen.

"Finanzinvestoren verhandeln bei Börsengängen hart, aber professionell um den Preis", sagt Prelle von UBS. Sie überreizen ihr Blatt eher selten. Die Heuschrecken haben ihren Gewinn oft schon vor dem IPO gemacht. Ein Börsengang ist nur das Sahnehäubchen auf der ohnehin schon üppigen Rendite. Außerdem will Private Equity auch später noch Geschäfte machen, zum Beispiel weitere Kandidaten an die Börse bringen. Abgestürzte Neuemissionen sind dafür keine gute Werbung.

Gut 20 Prozent der neuen Aktien 2006, unter ihnen die beiden Spitzenreiter Klöckner und Demag Cranes, kamen von Finanzinvestoren. 2007 wird rund ein Drittel der Börsenneulinge von Private Equity auf den Markt gebracht, schätzt Seidel von der Dresdner Bank. In den Startlöchern steht zum Beispiel Finanzinvestor Terra Firma mit dem Wohnungsportfolio Deutsche Annington. Die überraschend hohe Bewertung des Immobilienunternehmens Gagfah dürfte weitere Heuschrecken auf den Geschmack gebracht haben. Neben Wohnungen hat Private Equity auch Industrie-Kandidaten wie Klöckner Pentaplast, Carl Zeiss Vision oder Gerresheimer in der Pipeline.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Wie schafft es eine Bank, dass die eigenen Börsenkandidaten Anleger nicht enttäuschen?

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