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19.06.2008 
Solar-Industrie

SMA geht in die heiße Phase

von Christian Schnell

Die SMA Solar Technology AG, Weltmarktführer bei Wechselrichtern für die Solar-Industrie, ist der größte Börsenkandidat seit dem Hamburger Hafenbetreiber HHLA im November. Jetzt startet das Unternehmen in die heiße Phases der Vermarktung seines Börsenganges.

Lupe

FRANKFURT. Die SMA Solar Technology AG, der größte Börsenkandidat seit dem Hamburger Hafenbetreiber HHLA im November, startet in die heiße Phase der Vermarktung mit einer schweren Bürde: Der überwiegende Teil des Emissionserlöses von geschätzten rund 500 Mill. Euro fließt nicht dem Unternehmen, sondern drei Vorständen und einem Aufsichtsrat zu. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Wertpapierprospekt hervor (ISIN: DE000A0DJ6J9).

SMA ist Weltmarktführer bei Wechselrichtern für die Solar-Industrie und setzte in dieser Nische im vergangenen Jahr 327 Mill. Euro um. Wechselrichter verwandeln den Gleichstrom aus Photovoltaik-Anlagen in Wechselstrom für die Steckdose. Ein Drittel aller Wechselrichter weltweit kommt von dem Unternehmen aus der Nähe von Kassel.

Nur rund 100 bis 150 Mill. Euro sollen dem Unternehmen im Rahmen einer Kapitalerhöhung an frischem Kapital zufließen. Wie viele Aktien dafür ausgegeben werden müssen, um auf diese Summe zu kommen, will das Management um Vorstandschef Günther Cramer erst in den nächsten Tagen ausloten. Am kommenden Sonntag soll vermutlich die genaue Zahl genannt werden. Von Seiten der vier Altaktionäre ist indes bekannt, dass jeder 1, 75 Mill. Aktien verkauft. Günther Cramer, der wie seine beiden Vorstandskollegen Peter Drews und Reiner Wettlaufer zu diesem Kreis gehört, begründete den Verkauf damit, dass man nur so auf einen Anteil von 20 Prozent an frei handelbaren Aktien (free float) gekommen sei.

Ab Montag könnte die Preisspanne für das Bookbuilding folgen, das mindestens drei Tage dauern soll. Börsenkreisen zufolge soll die Erstnotiz der Aktien am 27. Juni oder am 30. Juni sein.

Bei so vielen Unbekannten im Moment verwundert es nicht, dass selbst die Verwendung des frischen Kapitals noch vage ist. Von der Stärkung des Eigenkapitalbasis, dem Ausbau der Entwicklungskapazitäten und der weiteren Internationalisierung ist die Rede. "Es geht uns darum, die Flexibilität zu erhalten", sagt Vorstandschef Günther Cramer. Analystenstudien der Konsortialführer Citigroup und Deutsche Bank bewerten SMA mit bis zu 2,6 Mrd. Euro.

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