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18.06.2008 
Solar-Branche

SMA strebt an die Börse

von Robert Landgraf und Christian Schnell

Der Solar-Zulieferer SMA wird vermutlich noch im Juni an die Börse gehen. Analysten beziffern den Wert des Unternehmens auf bis zu 2,6 Milliarden Euro. Der Börsengang hat eine große Bedeutung für die IPO-Landschaft in Deutschland.

FRANKFURT. Der größte Börsengang (IPO) in Deutschland seit November vergangenen Jahres ist voraussichtlich auch der letzte vor der Sommerpause. Der Solar-Zulieferer SMA Solar Technology plant Finanzkreisen zufolge die Erstnotiz seiner Aktien im Premiumsegment Prime Standard noch im Juni.

Mit einem Emissionsvolumen von rund einer halben Milliarde Euro ist der Börsengang von besonderer Bedeutung für die IPO-Landschaft in Deutschland. Haben doch seit der Erstnotiz des Hamburger Hafenbetreibers HHLA vor über einem halben Jahr mit GK Software und Sinosol nur zwei deutlich kleinere Emissionen bislang ihre Börsenpläne konkretisiert.

Viele Investmentbanker und Berater haben deswegen ihre zu Jahresanfang noch optimistischen Prognosen deutlich reduziert. Von rund 50 Neuemissionen quer über alle Börsensegmente sind beispielsweise die Experten von Ernst & Young damals ausgegangen. Nach dem mauen ersten Halbjahr rechnen sie jetzt für 2008 nur noch mit etwa 20 Neulingen. "In diesem Jahr ist nicht mehr von einer signifikanten Belebung auszugehen", sagt Heinrich Lind, Partner bei Ernst & Young in Düsseldorf.

Um das Volumen von über sieben Milliarden Euro, das in den letzten beiden Jahren jeweils in Deutschland erzielt wurde, wieder zu erreichen, fällt deswegen Börsengängen dieser Größenordnung besondere Bedeutung zu. Zum anderen steht die von Investorenseite in den letzten Monaten oft gehörte Behauptung auf dem Prüfstand, wonach sie besonders große und damit liquide Titel suchen.

Wegen der unsicheren Marktlage wendet Börsenkandidat SMA allerdings das so genannte Decoupled Bookbuilding-Verfahren an. Bei der Präsentation am heutigen Mittwoch vor Investoren und Journalisten wird das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel demnach keine Preisspanne nennen. Stattdessen wird das Management um Vorstandschef Günther Cramer in den nächsten Tagen zuerst das Interesse der Investoren ausloten, ehe dann vermutlich Anfang kommender Woche eine Preisspanne genannt wird.

Dass der Börsengang wohl auf großes Interesse bei Investoren stoßen wird, liegt nicht nur am hohen Volumen, sondern auch am Produkt. SMA stellt sogenannte Wechselrichter her, mit denen der in Photovoltaik-Anlagen erzeugte Gleichstrom in für die Steckdose geeigneten Wechselstrom umgewandelt werden kann. Durch zahlreiche Weiterentwicklungen hat SMA den Wirkungsgrad seiner Wechselrichter seit dem Jahr 1990 von 90 Prozent auf 98 Prozent gesteigert und gilt damit als führend. Das schlägt sich auch in realem Wachstum nieder. Analystenstudien der begleitenden Banken Citigroup und Deutsche Bank zufolge soll der Umsatz nach 327 Mill. Euro im vergangenen Jahr nun um bis zu 70 Prozent steigen. Den Unternehmenswert beziffern die Banken in einer Spanne von 2,2 bis 2,6 Mrd. Euro.

Von Investorenseite heißt es, dass die Aktie zum einen von der aktuellen Sonderkonjunktur bei Solaraktien profitiert, zum anderen aber im Vergleich zu vielen an der Börse bereits etablierten Werten ausreichend sicher in seiner Nische positioniert ist. Ein weiterer Hersteller von Wechselrichtern ist bisher nicht an der Börse gelistet.

Die Zeit nach der Sommerpause wird bei deutschen Börsengängen von der möglichen Erstnotiz der Deutschen Bahn am 5. November beherrscht. Ein Viertel der Bahn-Aktien sollen angeboten werden. Geschätzter Wert: rund fünf Milliarden Euro. Allein diese Summe würde aus dem bis dato so unerfreulichen Jahr für Börsengänge doch noch ein erfreuliches machen. Zuvor steht vermutlich Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals noch die Emission von Schott Solar an, die sich im dreistelligen Millionenbereich abspielen soll. Konsortialbanken sind dann nach aktuellem Stand die Deutsche Bank, JP Morgan und die Commerzbank.

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