Wegen der unsicheren Marktlage wendet Börsenkandidat SMA allerdings das so genannte Decoupled Bookbuilding-Verfahren an. Bei der Präsentation am heutigen Mittwoch vor Investoren und Journalisten wird das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel demnach keine Preisspanne nennen. Stattdessen wird das Management um Vorstandschef Günther Cramer in den nächsten Tagen zuerst das Interesse der Investoren ausloten, ehe dann vermutlich Anfang kommender Woche eine Preisspanne genannt wird.
Dass der Börsengang wohl auf großes Interesse bei Investoren stoßen wird, liegt nicht nur am hohen Volumen, sondern auch am Produkt. SMA stellt sogenannte Wechselrichter her, mit denen der in Photovoltaik-Anlagen erzeugte Gleichstrom in für die Steckdose geeigneten Wechselstrom umgewandelt werden kann. Durch zahlreiche Weiterentwicklungen hat SMA den Wirkungsgrad seiner Wechselrichter seit dem Jahr 1990 von 90 Prozent auf 98 Prozent gesteigert und gilt damit als führend. Das schlägt sich auch in realem Wachstum nieder. Analystenstudien der begleitenden Banken Citigroup
und Deutsche Bank
zufolge soll der Umsatz nach 327 Mill. Euro im vergangenen Jahr nun um bis zu 70 Prozent steigen. Den Unternehmenswert beziffern die Banken in einer Spanne von 2,2 bis 2,6 Mrd. Euro.
Von Investorenseite heißt es, dass die Aktie zum einen von der aktuellen Sonderkonjunktur bei Solaraktien profitiert, zum anderen aber im Vergleich zu vielen an der Börse bereits etablierten Werten ausreichend sicher in seiner Nische positioniert ist. Ein weiterer Hersteller von Wechselrichtern ist bisher nicht an der Börse gelistet.
Die Zeit nach der Sommerpause wird bei deutschen Börsengängen von der möglichen Erstnotiz der Deutschen Bahn am 5. November beherrscht. Ein Viertel der Bahn-Aktien sollen angeboten werden. Geschätzter Wert: rund fünf Milliarden Euro. Allein diese Summe würde aus dem bis dato so unerfreulichen Jahr für Börsengänge doch noch ein erfreuliches machen. Zuvor steht vermutlich Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals noch die Emission von Schott Solar an, die sich im dreistelligen Millionenbereich abspielen soll. Konsortialbanken sind dann nach aktuellem Stand die Deutsche Bank
, JP Morgan
und die Commerzbank
.
