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23.09.2007 
Kreditkrise lässt Börsenpläne wanken

Strabag bereitet Rückzieher vor

von Oliver Stock und Thomas Wiede

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge der Hypothekenkredit-Krise in den USA vereiteln inzwischen die Emissionspläne vieler Unternehmen. Auch der für Oktober geplante Börsengang des österreichischen Baukonzerns Strabag droht erneut zu scheitern.

Hans Peter Haselsteiner ist Chef des österreichischen Baukonzerns Strabag. Foto: dpaLupe

Hans Peter Haselsteiner ist Chef des österreichischen Baukonzerns Strabag. Foto: dpa

WIEN/SOTSCHI. „Die Vorbereitungen laufen zwar, doch die Märkte sind derzeit sehr unsicher“, sagte Strabag-Chef und Miteigentümer Hans-Peter Haselsteiner nach einem Treffen mit seinem neuen Großaktionär, dem russischen Oligarchen Oleg Deripaska, im russischen Badeort Sotschi. „Wir werden in vierzehn Tagen die endgültige Entscheidung treffen und dann notfalls kurzfristig den Börsengang absagen“, kündigte er an. „Alle Eigentümer wollen den Börsengang, doch es kann sein, dass es einfach der falsche Zeitpunkt ist.“ Eine weitere kurzfristige Verzögerung sei keine Lösung, fügte er hinzu. „Wir werden dann frühestens im Frühjahr 2009 das Vorhaben wieder angehen.“

Während Firmenchef Haselsteiner damit eine Verschiebung des Börsengangs in Aussicht stellt, legte ein Strabag-Sprecher am Sonntag allerdings Wert auf die Feststellung, dass diese Interpretation „falsch“ sei.

Neben der volatilen Börse dürften aber auch firmeninterne Gründe dazu führen, dass der Börsengang wieder in Frage steht. Strabag, die schon einmal an der Börse war und sich dann zurückgezogen hatte, wollte ursprünglich im April erneut den Gang aufs Parkett wagen, um Geld für ihre Osteuropaexpansion einzusammeln. Haselsteiner hatte seine Pläne jedoch in letzter Minute geändert, nachdem der russische Industrielle Deripaska über seine Holding Basic Element rund 30 Prozent an Strabag erworben hatte.

Seither war von Seiten des Unternehmens von einem Börsengang im Herbst die Rede, der dazu führen sollte, dass die drei bisherigen Eigentümer Haselsteiner, Deripaska und die österreichische Raiffeisenholding jeweils 25 Prozent halten. Für den Rest sollten Investoren gefunden werden. In Wiener Finanzkreisen hieß es allerdings schon länger, dass das Interesse an einem solchen Börsengang, der ein Volumen von voraussichtlich eine Milliarde Euro haben würde, gering sei. Hinzu kommen Probleme des Konzerns in Deutschland, dem bislang noch größten ausländischen Markt von Strabag. Hier belasten eine Korruptionsaffäre und der Dauerstreit mit einem Miteigentümer einer Strabag-Tochter das Geschäft. Analysten hatten ein Scheitern des neuerlichen Börsengangs deswegen nicht ausgeschlossen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Strabag erhofft sich vom olympischen Kuchen einen Happen

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