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01.09.2006 
Unter dem Namen CropEnergies

Südzucker bringt Bioalkohol-Sparte noch 2006 an Börse

Europas größter Zuckerproduzent Südzucker will seine Biokraftstoffsparte noch im Jahr 2006 an die Börse bringen. Die Sparte soll unter dem Namen CropEnergies AG gelistet werden, teilte Vorstandschef Theo Spettmann am Freitag in Mannheim mit. Mit dem Börsengang soll die Gesellschaft bis 2008/09 an die europäische Spitze im Wachstumsmarkt Bioethanol geführt werden. Südzucker hatte den Börsengang bereits Mitte August angekündigt.

HB MANNHEIM. „Im Rahmen einer Kapitalerhöhung könnten CropEnergies bei einem Börsengang über 200 Mill. Euro zufließen“, sagte Spettmann. Das Geld soll zum weiteren Ausbau des Geschäftszweiges genutzt werden. Unter dem Markennamen CropEnergies vertreibt Südzucker bereits Bioethanol, das unter anderem als Beimischung von Ottokraftstoffen genutzt wird.

„Mit einem Börsengang wollen wir die Weichen stellen, dass CropEnergies in 2008/2009 die führende Position in Europa im Wachstumsmarkt Bioethanol einnimmt“, sagte Spettmann weiter. „Im Rahmen einer Kapitalerhöhung könnten CropEnergies bei einem Börsengang über 200 Mill. Euro zufließen.“ In Finanzkreisen wurde der 27. September als Termin für das Börsendebüt genannt. Zudem werde Südzucker auch nach der Börsennotiz „deutlich mehr als 50 Prozent an CropEnergies“ halten, sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Südzucker-Aktien profitierten von der Ankündigung mit einem Plus von drei Prozent auf 20 Euro und zählten zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex MDax.

Die CropEnergies-Gruppe betreibt am Standort Zeitz in Sachsen-Anhalt die nach eigenen Angaben größte Bioalkoholanlage in Europa. Sie kann im Jahr 700 000 Tonnen Getreide zu 260 000 Kubikmetern Bioalkohol verarbeiten. Neben dem Ausbau der Produktionsanlage in Zeitz plant Südzucker neue Standorte in Belgien und Frankreich. CropEnergies erzielte den Angaben zufolge im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2006/07 bei einem Umsatz von 30,8 Mill. Euro einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 2,6 Mill. Euro. „Die Grundinvestitionen sind getätigt, das Unternehmen arbeitet profitabel“, erklärte Südzucker-Finanzchef Thomas Kölbl. Die Aktienemission organisiert die Deutsche Bank federführend. Im Konsortium sind außerdem die Citigroup, die DZ Bank, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Sal. Oppenheim sowie die österreichische Raiffeisen Centrobank.

Aktien von Biotreibstoffherstellern stoßen bei Anlegern derzeit auf großes Interesse. Durch die Beimischverordnung der Europäischen Union, wonach der Anteil von Biokraftstoff an fossilen Treibstoffen bis 2010 auf 5,75 Prozent von zwei Prozent steigen soll, rechnen Experten mit einer anziehenden Nachfrage nach Biodiesel. Um ihre Wachstumspläne realisieren zu können, waren bereits im vergangenen Jahr mit EOP Biodiesel und Biopetrol Industries zwei Biotreibstoff-Hersteller an die Börse gegangen. Der Hersteller von Biogasanlagen Schmack hatte im Mai den Sprung an den Kapitalmarkt geschafft. Die ostdeutsche Biokraftstoff-Firma Verbio erwägt für Herbst ebenfalls den Gang auf das Börsenparkett. Auch der Hersteller von Anlagen zur Produktion von Biodiesel BDI will im Herbst an die Börse.

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