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17.12.2007 
Studie

Zahl der Börsengänge hoch wie nie

Im Jahr 2007 hat es einer Studie zufolge weltweit so viele Börsengänge gegeben wie nie zuvor. Mehr als 1 700 Firmen sind neu an die Börse gegangen, die meisten davon in China. In Deutschland ging die Zahl der Börsengänge zurück, im kommenden Jahr sollen es aber wieder mehr werden.

HB STUTTGART. Weltweit haben 1 739 Unternehmen in diesem Jahr den Gang an die Börse gewagt und dabei 255 Mrd. Dollar an Kapital eingesammelt. Wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young am Montag in Stuttgart berichtete, lag China deutlich an der Spitze. In Deutschland sank die Zahl der Initial Public Offerings (IPO), allerdings blieb das Emissionsvolumen auf Vorjahresniveau. Es seien reifere und größere Unternehmen als im Vorjahr an die Börse gegangen, erläuterte Ernst & Young.

Die verhaltene Entwicklung in Deutschland - die Zahl der Börsengänge ging von 69 auf nur 44 zurück - erklärten die Wirtschaftsprüfer vor allem mit der US-Immobilienkrise und ihren Folgen für die Finanzmärkte. Das habe vor allem im vierten Quartal zu einem Rückgang geführt. Für das kommende Jahr sei aber eine deutliche Besserung zu erwarten.

Die größten Börsengänge in diesem Jahr in Deutschland waren die IPOs des Motorenherstellers Tognum, der Hamburger Hafen und Logistik AG und des Glas- und Kunststoffproduzenten Gerresheimer. Dagegen sei vor allem die im Jahr 2006 durch die Einführung des neuen Börsensegments Entry-Standard in die Höhe geschnellte Zahl kleinerer IPOs wieder deutlich gesunken, da Anleger große Emissionen bevorzugten, erklärte Ernst & Young.

Für das Jahr 2008 erwarten die Wirtschaftsprüfer mindestens 50 IPOs in Deutschland. Einige der Kandidaten, die im Jahr 2007 ihren Börsengang verschoben hätten, würden 2008 einen neuen Anlauf nehmen. Zudem gerieten Finanzinvestoren wegen der Kreditklemme und daraus entstehender Liquiditätsrisiken zunehmend unter Zugzwang, ihre Beteiligungen an die Börse zu bringen. Prominente Beispiele dafür aus dem laufenden Jahr seien Tognum und Gerresheimer. Dieser Trend werde sich im Jahr 2008 fortsetzen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Gute Aussichten für 2008

Die weltweiten Zahlen des Jahres 2007 übertrafen nach den Angaben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft knapp die Rekordwerte des Jahres 2006 mit 1 729 Börsengängen und Emissionserlösen von 246 Mrd. Dollar. Die größten Börsengänge waren demnach 2007 in Russland (VTB Bank) und China (China CITIC Bank Corporation Limited) zu verzeichnen.

Allein in China wagten laut Ernst & Young 227 Unternehmen den Gang aufs Parkett. Der zweitwichtigste Börsenplatz war Australien mit 189 IPOs, gefolgt von den USA mit 178 Börsengängen. Die auffallend dynamische Entwicklung der IPO-Märkte in den Emerging Markets wie China zeige, dass die US-Immobilienkrise dort kaum Wirkung gezeigt habe - im Gegensatz zu den USA und Westeuropa, erklärte das Beratungsunternehmen.

Für 2008 erwartet Ernst & Young, dass sich die Zahl der Börsengänge „mindestens auf dem hohen Niveau des Jahres 2007 halten“ werde. Die Privatisierungen in Russland, China und einigen anderen Schwellenländern seien noch lange nicht abgeschlossen. Interessante Neuemissionen werde es vor allem in den Sektoren Rohstoffe und Infrastruktur geben.

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