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Private Altersvorsorge: Fondssparpläne – flexibel, aber aufwendig

Wer fürs Alter vorsorgen will, bekommt mit Fondssparplänen Professionalität und Flexibilität für wenig Geld. Doch sollten Anleger die Entwicklung an den Märkten genauestens im Blick haben.

Ratgeber Altersvorsorge

  1. Gesetzliche Rentenversicherung
  2. Riester- und Rürup-Rente
  3. Betriebliche Altersvorsorge
  4. Private Altersvorsorge
  5. Rentenauszahlung
  6. Informationen & Anlaufstellen

Mit einem Fondssparplan zahlen Anleger jeden Monat oder jedes Quartal einen gleich hohen Betrag auf ein Wertpapierdepot ein. Der Betrag wird an eine Fondsgesellschaft überwiesen. Dort fließt das Geld vieler Anleger in einen Topf. Profis investieren das Kapital je nach Marktlage in eine Vielzahl von Wertpapieren, um das Risiko zu streuen. Das Fondsmanagement erstattet monatlich einen Bericht. Der Fonds muss vom sonstigen Vermögen der Fonds- oder Kapitalanlagegesellschaft getrennt werden. Es ist ein sogenanntes Sondervermögen, das selbst im Pleitefall des Emittenten unangetastet bleibt. Die Anlagepolitik aller Gesellschaften, die in Deutschland Fonds anbieten, wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kontrolliert.

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Insgesamt sind mehr als 20.000 Fonds in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Für viele sind auch Sparpläne erhältlich. Anleger können dabei oft schon Beträge ab 25 Euro monatlich in Fonds aller Kategorien einzahlen. Die Palette reicht von Aktienfonds über Rentenfonds, die Anleihen kaufen, bis zu gemischten Portfolios. Es gibt zudem Absolute-Return-Varianten, die jedes Jahr positive Renditen anstreben oder offene Immobilienfonds, die vor allem in Büro- und Gewerbeimmobilien investieren.

Die zu erzielende Rendite richtet sich vor allem nach der Wahl der Anlageklasse und nach der Güte des Fonds. Sie ist abhängig von der Marktentwicklung. Über aktuelle Wertentwicklungen von Fonds können sich Anleger zum Beispiel auf der Website der Ratingagentur Morningstar informieren (www.morningstarfonds.de).

Beim Bundesverband Investment und Asset Management BVI (www.bvi.de) können Anleger regelmäßig Übersichten über die Ergebnisse von Sparplänen abrufen. Allerdings werden dort nicht alle erhältlichen Fonds, sondern nur die Portfolios der Mitglieder berücksichtigt.

Was sind die Vor- und Nachteile des Produkts?

Vorteil Professionalität: Auch wer nur 50 Euro im Monat investiert, kann damit Fondsmanager wählen, die sonst nur das Geld von sehr vermögenden Kunden verwalten. Die Fondsgesellschaft bündelt das Kapital vieler Anleger, das Profis an den Wertpapiermärkten anlegen. Manche Fondsmanager beschäftigen Heerscharen von Analysten, um attraktive Titel auszumachen. Mit niedrigem Einsatz erwirbt der Kunde ein breit gestreutes Investment.

Vorteil Pleiteschutz: Während Emittenten von Anleihen stets einen Staat oder einen anderen zahlungskräftigen Bürgen brauchen, der im Notfall einspringt, sind Fondsanleger im Falle einer Pleite der Gesellschaft nicht betroffen. Der Grund: Fonds sind Sondervermögen, Inhaber ist der Fondskäufer.

Vorteil Flexibilität: Bei jedem offenen Fonds können Anleger im Prinzip problemlos mit Zahlungen aussetzen oder das Papier verkaufen. Allerdings sollten Anleger beim Ausstieg immer den Markt im Blick haben. Wer etwa in einer Baisse Geld aus einem Aktienfonds abzieht, macht Verluste.

Vorteil Langfristigkeit: Der beste Zeitpunkt, um mit der Vorsorge anzufangen, ist – jetzt. Denn mit Fondssparplänen haben Anleger kein Timing-Problem: Wer immer einen gleich hohen Betrag investiert, kauft automatisch mehr Fondsanteile, wenn die Kurse tief stehen und weniger Anteile, wenn die Aktien teuer sind. Je länger allerdings der Fondssparplan läuft und je mehr Geld angespart wurde, desto weniger wirkt dieser Effekt, so dass sich Anleger verhalten müssen wie mit einer Anlage, in die sie eine größere Summe investiert haben.

Vorteil Transparenz: Die Kosten, die Performance und die Anlagepolitik der Fonds zeichnen sich im Vergleich zu Versicherungsprodukten durch mehr Transparenz aus.

Nachteil Ausstieg: Das Geld aus einem Sparplan abzuziehen erfordert Fingerspitzengefühl. Hier müssen Anleger das Marktumfeld beachten. Bei lang laufenden Sparplänen ist es sinnvoll, das Geld nach und nach über mehrere Jahre abzuziehen.

Nachteil Selbstverantwortung: Fondsanleger müssen sich genau über Märkte und Produkte informieren. Sie sollten ihre Investments regelmäßig kontrollieren und sich Gedanken über den Ausstieg machen. Relativ bequem im Umgang sind Mischfonds und Absolute Return-Produkte.

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