Altersvorsorge

Die klassische Lebensversicherung – gefragt, aber teuer

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Für wen sich eine Lebensversicherung eignet

Lebensversicherungen lohnen sich ausschließlich für jene, die den Vertrag bis zum Ende durchhalten und Monat für Monat Beiträge überweisen können. Statistisch gesehen zählen Lebensversicherungen zwar zu den populärsten Anlageformen der Bundesrepublik. Doch nur jeder Zweite bleibt bis zum Ende der Laufzeit dabei. Fast immer ist ein frühzeitiger Ausstieg ein Minusgeschäft. Lohnend sind die Policen für Versicherungsnehmer, die in einem sicheren Job arbeiten und deren Lebensverhältnisse sich voraussichtlich kaum ändern werden. Sie sollten konservativ denken und Wert auf Kapitalerhalt und Garantiezins legen. Der „Zwang“, regelmäßig Beträge überweisen zu müssen, bringt zudem auch wenig Disziplinierte dazu, konsequent fürs Alter vorzusorgen. Auch wer mit seinen Altersbezügen die laufenden Kosten wird voraussichtlich nicht decken können, sollte eine Versicherungspolice ins Kalkül ziehen: Die Assekuranz zahlt bis zum Lebensende einen berechenbaren monatlichen Betrag aus.

Bei der Frage, ob sich Neuabschlüsse unterm Strich lohnen, gehen die Meinungen auseinander. Bei klassischen Kapitallebenspolicen bieten die Assekuranzen derzeit 2,25 Prozent Garantiezins plus Überschussbeteiligung. Verzinst wird jedoch nur der Sparanteil – das sind in manchen Fällen nur 70 bis 80 Prozent der gezahlten Beiträge. Das Gleiche gilt für die Überschussbeteiligung, die derzeit bei etwa vier Prozent per anno liegt.

Wer eine Police abschließen möchte, sollte die Angebote verschiedener Anbieter vergleichen. Die Wahl sollte auf eine solide Gesellschaft mit hoher Überschussbeteiligung in der Vergangenheit und einem Spitzenrating eines Analysehauses fallen, beispielsweise von Morgen & Morgen.  

Welche Ergebnisse lieferten Lebensversicherungen im historischen Vergleich, was ist bei Neuabschlüssen zu erwarten?

Die Versicherer legen alljährlich jeweils zum Jahresende die laufende Verzinsung für das Jahr fest. Diese wird anschließend den Kunden gutgeschrieben und besteht aus dem Garantiezins, der seit 2007 für neu abgeschlossene Verträge 2,25 Prozent beträgt, und der Überschussbeteiligung. Je besser ein Versicherer wirtschaftet, desto höher fällt diese Gewinnbeteiligung aus. Der Garantiezins entfällt nur auf den Sparanteil der Beiträge, den die Ratingagentur Assekurata auf durchschnittlich 80 Prozent veranschlagt. Das restliche Fünftel ziehen die Anbieter für Risikoabdeckung, Provisionen und Verwaltung ab.

Obendrauf kommen allenfalls noch ein Schlussüberschussbonus, wenn Kunden ihre Verträge bis zum Laufzeitende durchhalten, sowie eine Beteiligung an den Bewertungsreserven des Versicherers.

Für 2009 zahlten die Versicherer auf den Sparanteil im Schnitt 4,1 Prozent. Das ist im Vergleich relativ wenig, wie die historischen Renditen zeigen.

Durchschnittliche Nettoverzinsung von Lebensversicherern

Jahr

Rendite bezogen auf den Sparanteil (in Prozent)

1980

6,71

1985

8,12

1990

6,78

1993

7,59

1994

7,15

1995

7,37

1996

7,37

1997

7,46

1998

7,57

1999

7,58

2000

7,51

2001

6,12

2002

4,68

2003

5,05

2004

4,90

2005

5,18

2006

4,82

2007

4,65

2008

3,54

2009

4,17

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV); Stand: Juni 2010

Rund zwei Drittel ihres Anlagetopfs haben die Versicherer in Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Die meisten werfen derzeit deutlich weniger als vier Prozent pro Jahr ab. Bis dato griffen viele der Assekuranzen auf ihre Puffer für schlechte Zeiten zurück, die sogenannten Rückstellungen für Beitragsrückerstattung (RfB). Mehr als einige magere Jahre lassen sich auf diese Weise aber nicht kompensieren. Experten rechnen dami, dass der Garantiezins bis 2012 auf 1,75 Prozent per anno sinken könnte. Problematisch wirkt der hohe Anteil von Anleihen zudem, wenn es zu einem Szenario mit hoher Inflation kommen sollte. Wenn die Teuerungsrate stark steigt, lässt sich der Wertverlust nicht mit den Zinsen dieser Papiere ausgleichen. Versicherungsnehmer verlieren dann real gesehen Geld.

Wie wirken die Kosten?

Laut Gesamtverband der Versicherungswirtschaft berechneten die Assekuranzen 2009 im Schnitt eine Abschlussgebühr von 5,2 Prozent der Beitragssumme des Neugeschäfts und verlangen rund 2,7 Prozent Jahresgebühr bezogen auf die Summe der Bruttobeiträge.

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Doch zwischen den Anbietern gibt es erhebliche Unterschiede. Zudem werden die Abschlussgebühren für die gesamte Laufzeit von den ersten Beiträgen abgezogen. Diese sogenannte Zillmerung ist für den Versicherten unattraktiv, da sie den Zinseszinseffekt mindert. Bei 30jährigen Laufzeiten brauchen Versicherte 15 Jahre, damit der Rückkaufwert der Police hoch genug ist, um zumindest die Beiträge zurück zu bekommen.

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