Nach dem Jobverlust
Wie Sie das Comeback schaffen

Manchmal kommt es vor, dass Führungskräfte von den Entscheidungen der Konzernspitze förmlich überfahren werden und völlig unvorbereitet ohne Job dastehen. Was dann?
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Der Abbau von Arbeitsplätzen macht auch vor Führungskräften nicht halt. Wichtig ist deshalb Prävention. Viele Manager gehen ihre Karriere strategisch an, planen stets zwei bis drei Züge im Voraus. Wer mit Fachwissen glänzt und ein gut funktionierendes Kontaktnetz hat, der kann den Rauswurf oft rasch kompensieren, weil er anderweitig unterkommt. Und dennoch kommt es vor, dass auch die Führungskräfte von Entscheidungen der Konzernspitze förmlich überfahren werden. Werden ganze Abteilungen in kürzester Zeit dichtgemacht, landen auch sie auf der Straße – mit der Kündigung in der Hand und ohne neuen Posten in Aussicht.

Dann naht die Stunde der Outplacement-Berater, die bei der beruflichen Neuorientierung helfen. Ganz wichtig: Zu Beginn sollte die Trennung vom bisherigen Arbeitgeber aufgearbeitet werden. Caterine Schwierz, Mitglied der Geschäftsleitung der Personalberatung von Rundstedt HR Partners, weiß, dass selbst gestandene Manager eine Kündigung „oft als persönliche Niederlage empfinden. Die Gefahr, in einem emotionalen Loch zu verharren, ist groß“.

Tatsache ist allerdings, dass fast jede Führungskraft mindestens einmal im Berufsleben diese Erfahrung machen muss. Eine logische Folge schneller Strategiewechsel und gestiegener Ansprüche in den globalisierten Unternehmen.

Frust und Selbstzweifel behindern den Neustart. Jeder Jobverlust sollte vielmehr als neue Chance begriffen werden. Nach der Analyse der Trennungsumstände folgt der Blick nach vorne. Thomas Pütz (Partner und Regional Manager Outplacement bei von Rundstedt HR Partners) erläutert: „In unseren Beratungsgesprächen filtern wir Erfolge und Qualitätsmerkmale des Klienten heraus, konzentrieren uns auf seine Stärken.“ Ein Prozess, der dauern kann. Denn im normalen Arbeitsalltag geht das Bewusstsein für die eigenen Vorzüge oft etwas verloren.

Diese Aufarbeitung gehört zur ersten Beratungsphase, auch Marktvorbereitung genannt. Weitere wesentliche Bestandteile sind: die Zieldefinition (der Klient formuliert angestrebte Position und Wunschunternehmen) und der persönliche Auftritt. Wie sehen Bewerbungsunterlagen und Anschreiben aus? Vor allem die Vorbereitung auf die Bewerbungsgespräche mit Headhuntern oder Arbeitgebern stellt keine kleine Hürde dar. Zwar sind Verhandlungssituationen den meisten Führungskräften sehr vertraut, „ein Interview als Bewerber haben viele Manager aber schon seit zehn oder mehr Jahren nicht mehr geführt“, sagt Pütz. Ein unbekannter „Herr Müller“ hat wenig Chancen

Eine Prüfung, für die man gut trainieren sollte. Wie sind Bewerbungsgespräche aufgebaut, welche Frage- und Antworttechniken bieten sich an, welche Bedeutung hat die Körpersprache? Pütz und Schwierz bereiten ihre Klienten mit Übungen wie dem 90-Sekunden-Spot – knapp und äußerst präzise werden persönliche Vorzüge und Motivation geschildert – und Video-Interviews auf solche Gespräche vor.

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Das erste Angebot ist nicht immer das beste

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