Neuer Posten
Was Geschäftsführer vertraglich regeln sollten

Wer den Posten eines Geschäftsführers übernimmt, hat in der Regel weniger Rechte als ein „normaler“ Mitarbeiter – und viele neue Pflichten. Damit sich der Wechsel wirklich lohnt, ist Verhandlungsgeschick gefragt.
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Mit der Übernahme eines Geschäftsführerpostens ändern sich fast alle Rechte des betroffenen Mitarbeiters grundlegend. Geschäftsführer sind keine Arbeitnehmer, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Geschäftsführer sind das gesetzliche Vertretungsorgan der Gesellschaft, sie wechseln sozusagen die Seiten und werden rechtlich gesehen zu einem Teil des Arbeitgebers. Das Problem gerade für langjährig Beschäftigte mit hohen Abfindungsansprüchen: Sie genießen nach ihrer Beförderung plötzlich keinen Kündigungsschutz mehr.

Damit nicht genug: Auch die vielfältigen Haftungserleichterungen und Privilegien der Arbeitnehmer gelten nicht für Geschäftsführer. Im Gegenteil: das GmbH-Gesetz und die Rechtsprechung der Zivilgerichte erlegen den Geschäftsführern regelmäßig schwerwiegende Kontroll- und Haftungsregeln auf. „Wer dagegen verstößt, haftet unter Umständen mit seinem gesamten Privatvermögen“, sagt Abeln.

Besonders kritisch wird es in Krisenzeiten. Geschäftsführer machen sich schnell wegen Insolvenzverschleppung strafbar, wenn sie eine bevorstehende Insolvenz ignorieren oder zu lange hinauszögern. In schweren Fällen drohen dafür Haftstrafen von bis zu drei Jahren.

Auch privat müssen sie wegen den meist fordernden Gesellschaftern häufig Abstriche machen. Für Geschäftsführer gilt auch das Arbeitszeitgesetz nicht, es gibt also keine Höchstarbeitszeiten. Ebenso gilt das Bundesurlaubsgesetz nicht oder das Entgeltfortzahlungsgesetz, das den Einkommenserhalt während der Krankheit absichert. „All diese Selbstverständlichkeiten für Arbeitnehmer muss der Geschäftsführer mühsam einzeln aushandeln“, sagt Abeln.

Aufgrund des generellen Ungleichgewichts der Verhandlungspartner ließen sich jedoch nur in seltenen Fällen Arbeitnehmerschutzrechte ins Geschäftsführeramt retten.

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Verhandlungsgeschick ist gefragt

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