„Whistleblowing“
Welches Vorgehen den Job kosten kann

Wer mit Unternehmens-Interna an die Öffentlichkeit geht, riskiert seinen Job. Es gibt eine besseren Weg, sollten Geheimnisträger innerhalb des Betriebs nicht weiterkommen.
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Mitarbeiter haben keinen Freibrief, Anzeigen gegen den eigenen Arbeitgeber zu erstatten. Das Bundesarbeitsgericht fordert, dass kritische Mitarbeiter zunächst eine innerbetriebliche Lösung suchen sollen – allerdings eben auch nur soweit es ihnen zumutbar ist.

Der vermeintlich nächste Weg zur Öffentlichkeit, der gang zur Presse, birgt große Risiken. Wenn bekannt wird, wer die Information lanciert hat, riskiert wegen betriebsuntreuem Verhalten fast immer eine fristlose Kündigung. „Die Vorabinformation von Journalisten ist bei Gerichten nicht gern gesehen und kann nur letztes Mittel zum Zweck sein“, sagt Abeln.

Wenn Geheimnisträger innerhalb des Betriebes nicht weiterkommen, ist es besser eine Anzeige zu erstatten. Ob bei Polizei oder Staatsanwaltschaft hängt von der Tat ab. Erfahrungsgemäß beginnt die Polizei schon bei einem etwas geringeren Anfangsverdacht zu ermitteln als die Staatsanwaltschaft. Handelt es sich dagegen aber um komplizierte Wirtschaftsstraftaten, ist es häufig besser, gleich die Staatsanwaltschaft mit einer umfassenden Anzeige einzuschalten.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur

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