Geldanlage

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Portfolio-Zusammenstellung: Welche Vermögensaufteilung passt zu mir?

Von risikoscheu bis risikofreudig – es gibt verschiedene Typen von Anlegern. Wichtig für alle ist das Mischen verschiedener Anlageklassen. Welcher Typ sind Sie?

Welcher Risikotyp bin ich?

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Stellen Sie sich vor: Sie haben ihr Anlageziel definiert, ein überzeugendes Anlageprodukt gefunden und investiert. Es ist noch Zeit, bis Sie das Geld brauchen. Doch plötzlich geht es an den Finanzmärkten bergab. Wann werden Sie nervös? Wenn ihr Geld zwischenzeitlich 10, 15, 20 Prozent an Wert verliert? Oder erst bei 30 oder 40 Prozent? Das ist die wichtigste Frage, die sich Anleger im Hinblick auf ihre Risikoneigung stellen müssen.

Wer seine Risikoneigung systematisch abklopfen will, kann im Internet einen Test machen, den der Lehrstuhl für Bankbetriebslehre der Universität Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) entwickelt hat. Das Programm ist Teil eines Forschungsprojekts, das Kenntnisse darüber erlangen soll, welche Instrumente hilfreich sind, damit Verbraucher ein besseres Verständnis von Chancen und Risiken bei Geldanlagen erhalten. Der Test ist kostenlos.

Welche Anlage passt zu mir?

In der klassischen Portfoliotheorie lassen sich Anleger in der Regel in drei Risiko-Typen einteilen, für die folgende Mischungen empfohlen werden:

  • Der Konservative ist in erster Linie auf Sicherheit bedacht. Die Empfehlung lautet hier meist, 70 bis 80 Prozent anleihebasierte Papiere oder Geldmarktprodukte zu wählen und mit 20 bis 30 Prozent chancenorientierten Titeln wie Aktien oder Rohstoffinvestments zu mischen. Die Renditeaussichten sind moderat. Dafür schwankt der Wert des Portfolios kaum. Zur strikten Aufteilung nach Anlageklassen gibt es jedoch Alternativen: Unterm Strich gibt es nämlich in den meisten Anlageklassen eher konservative Investments oder Strategien. So kann es Sinn ergeben, anstelle einer zusätzlichen Anleihe die Aktie eines soliden Unternehmens ins Depot zu nehmen, das über Jahre stabiles Wachstum zeigt und hohe Dividenden zahlt. Sicherheitsorientierte Investoren nehmen zusätzlich zu Anleihen Mischfonds, Goldmünzen und Absolute-Return-Fonds ins Visier.
  • Der Ausgewogene ist etwas risikobereiter und durchaus Rendite-interessiert. Hier empfehlen Vermögensverwalter in der Regel einen Mix, der maximal aus 50 Prozent Aktien- und Rohstoffinvestments sowie 50 Prozent sicherheitsorientierten Anlageklassen wie Anleihen besteht. Neben Anleihen und Aktien lohnen auch Rohstoffinvestments, Devisen, Fonds und Zertifikate.
  • Der Risikofreudige setzt auf überdurchschnittliche Kursgewinne. Zwischenzeitliche Verluste steckt er weg. Er kann mehrheitlich in chancenreiche Anlageklassen investieren und etwa auf Aktien, Rohstoffe oder Devisen setzen. Profis empfehlen, zur Absicherung stets risikolose Wertpapiere mit einem Anteil von etwa 20 Prozent ins Portfolio zu nehmen. Auch Ungeduldige achten beim Kerninvestment auf eine breite Mischung, die hauptsächlich aus Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung, sogenannten Blue Chips bestehen sollte. Viele Vermögensberater raten inzwischen auch Schwellenländer als Kerninvestments zu sehen. Vor allem jüngere Anleger können 30 bis 40 Prozent ihres Vermögens dort anlegen. Spielernaturen, die gerne an die Grenzen gehen, arbeiten mit einem „Spaßbudget“. Sie zweigen dafür einen kleinen Betrag vom Kerninvestment ab, der nicht zum Vermögensaufbau dient. Dieses Geld setzen sie dann etwa auf einen Nebenwert, zu dem sie die todsichere Information zu haben glauben oder sie spekulieren damit auf Turnaround-Kandidaten.
  • 19.12.2011, 08:59 UhrKuczka

    Würde gern klein bei PROKON anlegen und es später bei erfolg steigen lassen. Was halten Sie davon ????

  • 25.05.2011, 18:47 Uhrdax

    Die Aufteilung ist in der Tat simpel, erfüllt ihren Zweck allerdings sehr gut. Insbesondere die Erkenntnis, dass der typisch eher "risikoaverse" Anleger sieht, wie sehr eine zu hohe prozentuale Dotierung riskioreicher Anlagen das Gesamtergebnis massiv verhageln kann, ist wertvoll. Auch auf die Lebensphase wird eingegangen, denn sowohl der 40ährige, als auch der 65jährige können ja die Value-at-Risk Ober- und Untergrenzen sehen, bzw. mit dem Schieberegler ändern. Ich finde das gar nicht schlecht.

  • 25.03.2011, 18:25 Uhrhdsp

    Diese typische Aufteilung ist zu simpel und hilft nicht weiter, da sie keine Rücksicht auf die Lebensphase des Anlegers nimmt und die ist entscheidend. Ein 40-jähriger kann ein anderes Risiko tragen als jemand, der 65 ist. Es ist unter dem Niveau des Handelsblatts, diese alten Kamellen ständig zu wiederholen.

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