
In Deutschland werden laut Morningstar mehr als 20.000 Tranchen von Investmentfonds angeboten. Um die Vielzahl der Portfolios zu vergleichen, fassen Ratingagenturen wie Morningstar, Lipper und Feri sie in verschiedene Segmente zusammen. Sie unterscheiden:
Geldmarktfonds: Hier investieren Fondsmanager vor allem in fest und variabel verzinste Bankprodukte und kurzlaufende Anleihen. Diese Fondsgruppe eignet sich im Prinzip als Alternative zu Festgeld. Doch brachten einige Manager die Anlageklasse in Verruf, weil sie in riskante ABS-Papiere investiert hatten, die zwar von Ratingagenturen mit Spitzennoten bedacht waren, im Zuge der Finanzkrise allerdings stark an Wert verloren. Wer Fonds auswählt, sollte in diesem Segment vor allem auf die Kosten achten. Papiere ohne Ausgabeaufschlag sind zu bevorzugen.
Rentenfonds: Diese Fonds investieren in Bonds. Die Palette reicht von Portfolios, die weltweit sichere Staatsanleihen kaufen, über Fonds, die vor allem auf Papiere aus den Emerging-Markets setzen, bis zu Corporate Bonds. Bei Produkten auf Unternehmensanleihen unterscheiden die Profis Portfolios mit Schwerpunkt auf Papieren mit sehr gutem Rating und solchen, die sich auf risikoreiche High-Yield-Papiere konzentrieren. Attraktiv sind für vorsichtige Anleger zudem Fonds, die inflationssichere Anleihen kaufen. Ihr Kurs oder ihr Kupon steigt mit der Teuerungsrate.
Aktienfonds: Hier setzen Fondsmanager das Geld der Anleger an den Aktienbörsen ein. Es sind zahlreiche Untergruppen zu unterscheiden: Zu den Kerninvestments zählen breit aufgestellte Fonds, die welt- oder europaweit investieren. Länderfonds, die beispielsweise auf deutsche Aktien setzen, sind langfristig wesentlich riskanter. Das gilt erst recht für die beliebten Fonds auf Schwellenländer, deren Volkswirtschaften stark wachsen und Unternehmen ein gutes Wachstumsumfeld bieten. Hier spielen BRIC-Fonds eine Sonderrolle, die sich auf Brasilien, Russland, Indien und China fokussieren. Diese Länder werden nach einer Prognose von Goldman Sachs die G8-Staaten in wirtschaftlicher Hinsicht vom Sockel stoßen. Zudem unterscheiden die Ratingagenturen Branchenfonds. So können Anleger gezielt Aktien aus den Bereichen Pharma, Technologie oder beispielsweise Zykliker beimischen. Auch Fonds, die vor allem kleinkapitalisierte Aktien kaufen, sind erhältlich. Grundsätzlich sollten Anleger die Regel beachten, dass die Risiken umso größer sind, je kleiner oder spezieller das Anlagesegment ist. Alle Fondsmanager können im Prinzip in schlechten Marktphasen bis zu 50 Prozent ihrer Mittel in sichere Anlagen umschichten. Doch bei vielen Portfolios sind ihnen in den Anlagerichtlinien deutlich engere Grenzen gesetzt. Ein Blick in die Anlagestrategie kann Aufschluss geben.
Mischfonds: Hier unterscheidet Morningstar Varianten, die das Vermögen deutschlandweit, international oder europaweit vor allem auf Aktien und Anleihen aufteilen. Vom Risiko-Chance-Profil rangieren Dachfonds in derselben Klasse. Hier investieren Fondsmanager nicht in einzelne Aktien, sondern in verschiedene andere Fonds.
Absolute-Return-Produkte: In dieser noch relativ jungen Anlageklasse orientieren sich die Fondsmanager an keiner Benchmark wie etwa dem Dax. Stattdessen streben sie jedes Jahr positive Erträge an und setzen sich meist klare Performanceziele, die sie über einen längeren Zeitraum erreichen wollen. Eine Garantie, dass sie es schaffen, gibt es nicht. Viele Fondsmanager arbeiten mit Derivaten, die von steigenden und fallenden Marktpreisen profitieren können.
Garantiefonds: Bei diesen Produkten garantieren Emittenten den Erhalt des Großteils des Kapitals zum Ende einer festgelegten Laufzeit. Wer vorher verkauft, verzichtet auf die Garantieleistung. Manche Fonds sichern bei ihren Investments auch immer wieder neue Höchststände ab. Anleger sollten beachten, dass es die Garantie in der Regel nicht umsonst gibt. Das Portfolio wird in der Regel mit Derivaten abgesichert, die umso teurer sind, je stärker die Kurse schwanken.
Offene Immobilienfonds: Diese Assetklasse ist eine deutsche Erfindung. Fondsmanager investieren in Gewerbeimmobilien, also in Bürotürme und Einzelhandelsflächen. Noch haben Anleger die Möglichkeit, täglich auszusteigen. In der Vergangenheit mussten jedoch immer wieder Fonds schließen, weil die Liquidität nicht ausreichte, um Anleger auszuzahlen, die ihre Anteile zurückgeben wollten. Drei Fonds mussten aus diesem Grund sogar abgewickelt werden. Jetzt ist ein Gesetz in Arbeit, das die Rücknahme erst nach zwei Jahren erlaubt. Emittenten müssen auch im dritten und vierten Jahr Abschläge verlangen. Um Kleinanleger zu schützen, sollen jedoch auch mit dem neuen Gesetzt monatlich Anteilsrückgaben im Volumen von 5.000 Euro möglich bleiben.





