Geldanlage

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Fundamentalanalyse: Die wichtigsten Kennziffern bei der Aktienwahl

Wer Aktien auswählt, muss ins Detail gehen. Geschäftsberichte sind auf der Website der Unternehmen leicht abrufbar. Schneller stufen Kenner die Aktie mittels Kennzahlenanalyse ein.

Dividendenrendite: Aus ihren Gewinnen schütten Unternehmen alljährlich Dividenden an ihre Aktionäre aus. Die Höhe der Ausschüttung wird vom Vorstand vorgeschlagen und auf der Hauptversammlung der stimmberechtigten Aktionäre beschlossen. Die Zahlung erfolgt in der Regel einen Tag später. Ein kleiner Knick beim Börsenkurs ist meistens die Folge. Die Dividendenrendite ist der ausbezahlte Gewinn pro Aktie gemessen am Börsenkurs. Veröffentlicht wird in der Regel eine Größe, die auf den Kurs am Tag der Auszahlung bezogen wird. Anleger können aber auch ihre persönliche Dividendenrendite berechnen. Dazu beziehen sie die ausgezahlte Dividende pro Aktie auf den Kurs, zu dem sie die Aktie gekauft haben. 2010 lag die durchschnittliche Dividendenrendite der Dax-Werte bei 3,2 Prozent und überstieg damit die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen. Titel mit hohen Ausschüttungen sind beliebt, weil die Erträge Verluste im Depot in schlechten Zeiten abfedern.

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Kurs-Gewinn-Verhältnis: Viele Anleger schauen bei der Aktienauswahl auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Es stellt den aktuellen Börsenkurs in Verhältnis zum Ergebnis je Aktie, das ein Unternehmen erzielt. Je niedriger diese Kennziffer, umso besser. Doch sollten Anleger genau hinschauen, ob bei der Berechnung der Gewinn des abgelaufenen Jahres einfließt oder der erwartete Gewinn für das nächste Jahr. Der bessere Maßstab ist der erwartete Gewinn, da dieser mehr über die Zukunftsaussichten verrät. In guten Börsenphasen sind die Gewinnerwartungen allerdings oft übertrieben. Dafür fallen sie in schlechten Zeiten oft zu niedrig aus. Anleger sollten daher, ob Unternehmen über viele Jahre profitabel gearbeitet haben.

Kurs-Buchwert: Eine weitere wichtige Größe, um zu erkennen, ob ein Unternehmen an der Börse günstig bewertet ist oder nicht, ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Dabei werden die Vermögenswerte eines Unternehmens in Relation zum aktuellen Aktienkurs gesetzt. Die grobe Regel lautet: Je niedriger das KBV, desto größer sind die Chancen für Anleger.

Liquidität: Unternehmen mit hohen kurzfristigen Schulden und wenig Kassenbestand können schnell in Schwierigkeiten geraten. Ein gutes Verhältnis von Cash und kurzfristigen Verbindlichkeiten ist deshalb wichtig. Je nach Branche variieren die Anforderungen. In jedem Fall gilt: Je höher, desto besser.

Cash-Flow: Der Cash-Flow oder die Ertragskraft eines Unternehmens bemisst sich aus dem Saldo aus Mittelzufluss und Mittelabfluss. Im Verhältnis zum Aktienkurs zeigt der Cash-Flow an, mit welchem Faktor die Aktien eines Unternehmens an der Börse bewertet sind. Ein niedriges Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCV) deutet darauf hin, dass der Kurs im Vergleich zur Ertragskraft günstig erscheint.

Stabilität: Die Volatilität zeigt, wie stark der Kurs in einem bestimmten Zeitraum durchschnittlich schwankt. Je größer die Kursschwankung, desto größer ist die Volatilität – und damit auch das Risiko.

Aktuelle Daten zu den wichtigsten Titeln finden Anleger unter www.handelsblatt.de/aktien.

  • 30.04.2013, 11:45 Uhrdecision

    Dies sind einige sehr gute Kennzahlen der Fundamentalanalyse, jedoch denke ich das bei einer umfassenden Analyse der Fundamentaldaten auch noch einige weitere Berechnungen durchgeführt werden sollten, wie etwa Eigenkapitalrendite, -quote, Verschuldung, etc.
    Was sich so allen berechnen lässt, kann man auch auf http://www.aktienlab.de/ zu verschiedenen Werten sehen. Dabei sind natürlich die wichtigsten Kennzahlen mit an Bord.

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