
Kosten reduzieren die Rendite, die ein Fonds erzielen kann. Vor allem jährliche Gebühren erschweren es einem Fondsmanager, besser abzuschneiden als der Markt. Denn sie wirken eins zu eins auf die Rendite. Überdurchschnittlich hohe Gebühren sollten Anleger nur für Fonds zahlen, die in der Vergangenheit immer wieder besonders hohe Renditen erzielt haben. Die Kosten im Einzelnen:
Ausgabeaufschlag: Diese Gebühr wird beim Kauf der Fondsanteile fällig. Sie wird auf den Rücknahmepreis des Fonds aufgeschlagen. Liegt dieser beispielsweise bei 100 Euro, müssten Anleger bei einem Aufschlag von fünf Prozent 105 Euro pro Anteil bezahlen. Damit der Fondskauf nicht zum Verlustgeschäft wird, muss der Wert der Anteile bis zum Verkauf insgesamt um mindestens fünf Prozent steigen, so dass der Rücknahmepreis ebenfalls 105 Euro erreicht.
Je nach Fondstyp werden im Mittel folgende maximale Ausgabeaufschläge verlangt:
Fondstyp | Ausgabeaufschlag (in Prozent) |
Aktienfonds | 3 bis 6,25 |
gemischte Fonds | 3 bis 5 |
offene Immobilienfonds | 5 |
Rentenfonds | 2 bis 4 |
Quelle: BVI
Je länger der Anleger investiert bleibt, desto weniger stark wirkt die Kaufgebühr. Wer monatlich 100 Euro in einen Sparplan mit fünf Prozent Ausgabeaufschlag einzahlt und durchschnittlich fünf Prozent Jahresrendite erzielt, steht nach drei Jahren bei 3.690 Euro; ohne Kaufgebühren wären es 3.885 Euro. Wer zehn Jahre investiert bleibt, kommt mit dem Ausgabeaufschlag auf ein Guthaben von 14.725 Euro; ohne Gebühr wären es 15.500 Euro.
Im Fondsprospekt ist stets der maximale Ausgabeaufschlag angegeben, der beim Kauf über die Hausbank üblich ist. Da die Kaufgebühr meist vollständig dem jeweiligen Vertriebspartner zukommt, sind Fondsanteile über Kanäle, die keine Beratung bieten, oft günstiger zu haben. So offerieren vor allem Fonds-Discounter im Internet auch Sparpläne stark verbilligt oder ganz ohne Kaufgebühr. Zu den bekanntesten Fondssupermärkten zählen www.fondssupermarkt.net und www.infos.com. Auch Online-Broker wie Comdirect oder Maxblue verkaufen Fonds mit Rabatt.
Verwaltungsgebühr: Der zweite Kostenfaktor ist die jährliche Verwaltungsgebühr. Um die Kostenstrukturen verschiedener Fonds miteinander zu vergleichen, hat die Fondsbranche die Kennziffer Total Expense Ratio (TER) eingeführt. Sie fasst alle Gebühren zusammen, die innerhalb eines Geschäftsjahres anfallen. Anleger können diese Größe nicht beeinflussen, sondern nur günstige und weniger günstige Fonds auswählen.
Die TER für ausgewählte Fondskategorien
Fondstyp | TER (in Prozent) |
Aktienfonds weltweit | 2,1 |
Rentenfonds Euro | 0,9 |
Mischfonds ausgewogen | 1,6 |
Quelle: Morningstar, Stand1.10.2010, durchschnittliche Gesamtkostenquotenfür Fünf-Sterne-Fonds der Kategorien
Performancegebühr: Übersteigt die Wertentwicklung eines Portfolios eine gewisse Grenze (High Watermark), verlangen manche Anbieter für diesen Mehrertrag ein Extra-Honorar. Waren diese Gebühren früher vor allem bei Absolute-Return-Fonds üblich, haben sie inzwischen auch Einzug in andere Portfolios gehalten. Viele Großanleger halten diese Kosten im Prinzip für vertretbar, da sie in der Regel ans Fondsmanagement fließen und die Verantwortlichen zusätzlich motivieren, ihr Bestes zu geben. Anleger achten jedoch darauf, dass Fondsemittenten erst ab einem vertretbarem Erfolgsniveau zusätzlich abkassieren.





