Anlaufstellen: Wer bei Ärger mit dem Versicherer hilft

Anlaufstellen
Wer bei Ärger mit dem Versicherer hilft

Die Krankenkasse bezahlt ein notwendiges Medikament nicht oder lehnt die Kur nach einer Operation ab? Bei solchen und anderen Schwierigkeiten ist der Versicherte nicht allein. Adressen und Anlaufstellen.

Patienten müssen sich nicht damit abfinden, wenn der Versicherer Leistungen verweigert. Sie sollten auf einen Ablehnungsbescheid bestehen und müssen innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen. Anschließend beschäftigt sich der Widerspruchsausschuss der Krankenkasse mit dem Fall. Manchmal werden Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse eingeschaltet. Bei einer Ablehnung können Betroffene innerhalb eines Monats nach Eingang des Bescheids Klage beim Sozialgericht einreichen.

Patienten können zudem vorab prüfen, ob sie überhaupt berechtigte Ansprüche haben. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), http://www.unabhaengige-patientenberatung.de, hat bundesweit 22 Beratungsstellen. Eine weitere Anlaufstelle sind die Verbraucherzentralen (www.vzbv.de), die in vielen Städten vertreten sind.

Gerade bei Privatversicherten kommt es häufiger als früher zu Auseinandersetzungen über Leistungen und Rechnungen. Mittlerweile beanstanden die privaten Krankenversicherungen jede zehnte Rechnung. Fast 4.000 Beschwerden gingen allein 2007 beim Ombudsmann der privaten Krankenversicherung ein (Adresse: Ombudsmann der PKV, Postfach 060222, 10052 Berlin, Tel. 01802/55 04 44). Seine Aufgabe ist es, Streitigkeiten in einem Schlichtungsverfahren einvernehmlich zu lösen. Das Verfahren ist für die Versicherten kostenlos. Der Ombudsmann der PKV unternimmt eine juristische Vorprüfung. Immerhin in 29 Prozent der Fälle konnte er 2007 erfolgreich helfen. Sollte er negativ urteilen, bleibt immer noch der Klageweg.

Aber auch bei anderen Streitigkeiten, zum Beispiel im Rahmen der Hausrat- oder Gebäudeversicherung, der Unfall-, Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Ombudsmann für Versicherungen der richtige Ansprechpartner (Ombudsmann für Versicherungen, Postfach 080632, 10006 Berlin, Tel. 01804/224424). Das Verfahren ist für Verbraucher kostenlos. Er sollte eingeschaltet werden, wenn Versicherte mit einem Bescheid ihrer Versicherung nicht zufrieden sind. Im Regelfall werden Beschwerdeverfahren innerhalb von drei Monaten abgeschlossen. Wichtig: Während des Verfahrens verjähren die Ansprüche nicht. Sollten Betroffene mit der Entscheidung des Ombudsmanns nicht einverstanden sein, bleibt ihnen in jedem Fall noch der Weg zum Kadi.

Auch unabhängige Versicherungsberater können helfen, wenn Verbraucher im Schadensfall Ansprüche durchsetzen müssen oder die Abrechnung vom Versicherungsunternehmen zu prüfen. Der Versicherungsberater kann ähnlich wie ein Rechtsanwalt seinen Mandanten außergerichtlich vertreten; für die gerichtliche Auseinandersetzung kennt er in aller Regel geeignete Rechtsanwälte, die auf das Versicherungsrecht spezialisiert sind.

Wenn nur noch die Kündigung bleibt

Manchmal bleibt dem Versicherten nur die Kündigung. Bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen können sich Versicherungskunden passende Kündigungsschreiben herunterladen.

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