Versicherung

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Familien, Selbstständige, Autofahrer: Wer eine Zusatzversicherung abschließen sollte

Familien, Selbstständige, Autofahrer, Hausbesitzer – für manche Gruppen lohnt sich der Abschluss einer Zusatzversicherung. Ein Überblick.

Familien

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Wenn ein Kind das Licht der Welt erblickt, können Eltern, die privat krankenversichert sind, auch für den Junior eine private Police abschließen. Die Versicherer sind auch bei schweren Erkrankungen zur Aufnahme verpflichtet. Dies sollte spätestens zwei Monate nach dem Tag der Geburt rückwirkend zum Ersten des Geburtsmonats geschehen. Verstreicht diese Frist ungenutzt, kann der Versicherer auf einer Gesundheitsprüfung bestehen. Kommt das Kind mit angeborenen Krankheiten auf die Welt, kann es für Versicherte schwierig werden, die diese Frist verpassen. Eine gesetzliche Versicherung des Kindes ist nur möglich, wenn mindestens ein Elternteil gesetzlich versichert ist. Dort sind die Kinder kostenlos mitversichert.

Empfehlenswert ist zudem eine Kinderinvaliditätsversicherung. Sie zahlt, wenn ein Kind einen dauerhaften Schaden davonträgt – egal, ob dieser durch eine Krankheit oder durch einen Unfall entstanden ist. Sie sichert dem Kind auch im Erwachsenenalter ein regelmäßiges Einkommen, wenn die Eltern nicht mehr für das Kind sorgen können.

Zudem sollte jeder, der Lebenspartner oder Kinder finanziell zu versorgen hat, eine Risikolebensversicherung abschließen. Nur so geht er sicher, dass im Falle seines Ablebens das Geld für die Familie ausreicht.

Selbstständige

Wenn Unternehmer ernsthaft krank werden, zahlt niemand für den Verdienstausfall. Daher schließen Selbstständige zusätzlich zur Krankenversicherung eine Krankentagegeld-Police ab. Bei Selbstständigen, die in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, ist das gar nicht so einfach. Jahrzehnte war die Leistung in den üblichen Beitragssätzen enthalten. Anfang 2009 wurde sie gestrichen und Selbstständige mussten einen eigenen Wahltarif abschließen hatten.

Ab 1. August desselben Jahres hob die Regierung die Regelung wieder auf. Der Wahltarif endete automatisch. Viele Unternehmer mussten sich erneut mit dem Versicherungsberater in Verbindung setzen. Seither können freiwillig GKV-Versicherte entweder wieder den allgemeinen Beitragssatz (derzeit 14,9 Prozent, ab 2011 15,5 Prozent) bezahlen. Dann bekommen sie im Fall der Arbeitsunfähigkeit das Krankengeld ab dem 43. Tag. Zweite Möglichkeit: Sie versichern sich zum ermäßigten Beitragssatz und schließen ergänzend einen (neuen) Wahltarif ab. Hierüber kann ein früheres oder höheres Krankengeld erzielt werden. Bei diesen Tarifen müssen Versicherte wissen: Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts sind Wahltarife der GKV ins Wanken geraten. Eine weitere Änderung der Bestimmungen ist nicht auszuschließen.

Zudem müssen Selbstständige nicht Pflichtmitglied der gesetzlichen Rentenversicherung sein. Hier ist zusätzliche Altersvorsorge Pflicht. Vorsicht: Einzelunternehmer und Inhaber einer Personengesellschaft haften im Pfändungsfall mit ihrem gesamten Privatvermögen. Einzig Riester- und Rürup-Rente dürfen nicht angegriffen werden.

Wer sich in freien Berufen selbstständig macht, braucht zudem eine Berufs-Haftpflicht. Sie springt bei Schäden ein, die zum Beispiel bei fehlerhafter Beratung oder Behandlung entstehen. Auch solche Schäden können die Existenz kosten.

Autofahrer

Für Autofahrer ist die Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben und notwendig. Sie haftet, wenn anderen Verkehrsteilnehmern durch fehlerhaftes Verhalten etwas zustößt oder Schäden an anderen Fahrzeugen entstehen. Schäden am eigenen Fahrzeug sind dadurch nicht abgedeckt. Dazu wäre eine Voll- oder Teilkasko nötig.

Hausbesitzer

Flüsse treten über die Ufer, Stürme decken Häuser ab, Erdrutsche verwüsten Straßenzüge: Die eigene Immobilie macht oft den größten Teil des Familienvermögens aus. Dennoch sind viele Häuser hierzulande zwar gegen Feuer, aber nicht gegen andere Elementarschäden versichert. Eine Wohngebäudeversicherung mit den entsprechenden Klauseln zahlt bei großen und kleinen Katastrophen.

Richtig teuer können zudem Schäden kommen, die durch unbemerkte Lecks in Öl- oder Gastanks entstehen. Gelangen diese Brennstoffe ins Grundwasser, muss aufwändig gereinigt und entsorgt werden. Eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung kommt für solche Schäden auf. Achtung: Kleinere Tanks deckt, je nach Tarif, in manchen Fällen auch die private Haftpflichtversicherung ab.

Vermietete Immobilien brauchen zudem eine Gebäude-Haftpflichtversicherung. Sie zahlt, wenn sich Besucher Verletzungen zuziehen, weil Wege nicht gestreut oder nicht richtig beleuchtet sind oder wenn sich beispielsweise ein Dachziegel löst und auf ein parkendes Auto fällt.

Auch Solaranlagen sind extra zu versichern. Bauherren brauchen eine Bau-Haftpflichtpolice.

Haustierbesitzer

Haustiere machen Freude. Doch vor allem für Pferde und Hunde ist eine Haustier-Haftpflicht ratsam. Denn reißt sich ein Tier los und verletzt andere, können hohe Rechnungen ins Haus stehen. Selten empfehlenswert sind dagegen Krankenversicherungen für Tiere.

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