Versicherung

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Private Haftpflicht: Sicherheitsnetz bei Pleiten und Pannen

Missgeschicke passieren. Die Haftpflicht übernimmt Schäden, die der Versicherte bei anderen verursacht. Wer keine Police besitzt oder nicht alle Risiken versichert hat, riskiert den finanziellen Ruin

Welche Leistungen bieten gute Tarife?

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Die finanziellen Folgen von Pleiten, Pech und Pannen trägt die private Haftpflichtversicherung. Sie schützt den Versicherten vor den Ansprüchen Dritter. Wer keine Police besitzt oder nicht alle Risiken versichert hat, riskiert den finanziellen Ruin. „In eine solche Lage zu geraten, ist das glatte Gegenteil von einem Lottogewinn“, heißt es in einer Broschüre des Branchenverbandes GDV. Die Mindestdeckungssumme beträgt bei neuen Policen in der privaten Haftpflicht zwei Millionen Euro für Personenschäden und eine Million Euro für Sachschäden.

Wer versichert ist, meldet den Schaden binnen einer Woche. Dann prüft der Versicherer, ob und in welcher Höhe eine Verpflichtung zum Schadensersatz besteht. Der Versicherer zahlt den Schadensersatz oder die Wiedergutmachung in Geld aus, sofern der Anspruch begründet ist und wehrt unbegründete Schadensersatzansprüche ab. Kommt es darüber hinaus zum Rechtsstreit mit demjenigen, der den Anspruch auf Schadensersatz stellt, führt der Haftpflichtversicherer den Prozess und trägt die Kosten.

Kinder sind grundsätzlich über die Familienhaftpflicht versichert, solange sie nicht volljährig sind. Solange das Kind zur Schule geht, eine Berufsausbildung macht oder studiert, ist es unabhängig von seinem Alter weiterhin über die Eltern haftpflichtversichert.

Welche Risiken spezielle Zielgruppen abdecken müssen

Sportler: Ob ein Golfer jemanden verletzt oder ein Radfahrer in eine Wandergruppe brettert Schäden, die anderen zugefügt werden, deckt in der Regel die private Haftpflichtversicherung ab. Dennoch lohnt es sich, bei Risikosportarten nachzufragen. So ist Skifahren durch die meisten Policen abgedeckt. Auch wer mit Kanus, Ruder- oder Paddelbooten einen Schaden verursacht, ist durch die private Haftpflichtversicherung geschützt. Selbst für Schäden durch die Benutzung fremder, geliehener oder gemieteter Segelboote oder Surfbretter bietet die private Haftpflichtversicherung Deckung. Doch bei eigenen Segelbooten oder Surfbrettern ist der Abschluss einer Sportboothaftpflicht-Versicherung erforderlich. Pferde- und Hundebesitzer benötigen eine Tierhaftpflichtpolice. Wer hingegen auf einem geliehenen Pferd ausreitet, ist durch die private Haftpflichtversicherung geschützt. Nicht unter den privaten Haftpflichtversicherungsschutz fallen Ansprüche, die der Besitzer des Pferdes wegen Verletzungen des Pferdes geltend machen kann. Auch wer jagen geht, braucht nicht nur einen Jagdschein, sondern eine Jagd-Haftpflicht-Police.

Hausbesitzer: Eigentümer von vermieteten Immobilien benötigen eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Sie tritt beispielsweise ein, wenn jemand auf dem Grundstück zu Schaden kommt, weil der Weg nicht ordnungsgemäß gestreut oder beleuchtet war.

Richtig teuer können zudem Schäden kommen, die durch unbemerkte Lecks in Öl- oder Gastanks entstehen. Ein Gewässerschaden-Haftpflichtschutz deckt solche Schäden ab. Achtung: Kleinere Tanks sind in manchen Fällen auch durch die private Haftpflichtversicherung abgesichert.

Zudem zählt die Bauherrenhaftpflichtversicherung zu den wichtigsten Versicherungen, die man vor Baubeginn abschließen sollte. Denn Bauherren haften für Schäden, die Drittpersonen durch ihr Bauvorhaben entstehen. Das kann durch unzureichend abgesicherte Baugruben, durch herabstürzendes Baumaterial, Verunreinigungen von Zufahrtsstraßen und ähnliches hervorgerufen werden. Dabei ist der Bauherr auch dann nicht von der Haftung befreit, wenn er die Durchführung des Bauvorhabens auf fachkundiges Personal übertragen hat, auch wenn diese im Schadensfall mit zur Verantwortung gezogen werden können.

Empfehlenswert ist zudem eine Bauhelferversicherung, wenn ein privater Bauherr Eigenleistungen erbringen und Verwandte, Freunde und Bekannte als Helfer einsetzen möchte. Nur dann sind Helfer gegen Unfälle versichert. Dabei müssen die versicherten Personen nicht mit Namen genannt werden, es wird nur die Anzahl der Bauhelfer vermerkt, dadurch wird eine hohe Flexibilität in der Absicherung erreicht. Der Bauherr und dessen Ehepartner zählen nicht zu den Bauhelfern, für sie empfiehlt sich der Abschluss einer privaten Unfallversicherung.

Familien: Kinder sind in der privaten Haftpflichtversicherung der Eltern automatisch mitversichert.

Tierhalter: Wer Hunde und Pferde besitzt, sollte seinen Schutz entsprechend erweitern. Reißt sich ein Tier los und verletzt jemanden, können andernfalls ruinöse Schäden entstehen. In einigen Städten sind solche Policen für bestimmte Hunderassen bereits Pflicht.

Selbstständige: Unternehmer sollten dringend Berufsrisiken überdenken. Bei Freien Berufen haften Einzelunternehmer und Personengesellschaften für Beratungs- oder Behandlungsfehler mit dem Privatvermögen. Ohne Berufshaftpflicht droht schlimmstenfalls der Ruin. Aber auch Manager werden immer häufiger für berufliches Fehlverhalten zur Verantwortung gezogen und können sich absichern. Beamte schließen Diensthaftpflichtpolicen ab. Die Berufshaftpflichtversicherung ist eine Haftpflichtversicherung für spezielle Berufe, Architekten und Ingenieure, Treuhänder und Ärzte oder Dolmetscher.

Die Berufshaftpflichtversicherung deckt Personen- und Vermögensschäden ab. Beispiel: Ein Vermögensberater wird von einer Mandantin wegen eines Fehlers in der Beratung haftpflichtig gemacht. Obwohl sie ausdrücklich ein konservatives Investment tätigen wollte, hat er ihr zu einem riskanten Produkt geraten, das dann stark an Wert verlor.

Autofahrer: Eine Kfz-Haftpflicht ist für alle Fahrzeughalter vorgeschrieben. Sie deckt Schäden ab, die Autofahrer anderen Verkehrsteilnehmern zufügen. Kunden achten darauf, dass ihre Police die sogenannte Mallorca-Klausel enthält: Denn Fahrzeugversicherungen im Ausland decken Schäden oft nur bis zu Grenzen ab, die deutlich niedriger liegen als in Deutschland. Wer über eine Kfz-Haftpflichtpolice mit Mallorca-Klausel verfügt ist nicht nur versichert, wenn er mit dem eigenen Fahrzeug im Ausland unterwegs ist, sondern auch, wenn er ein Auto mietet, das zu landesüblichen Konditionen versichert ist.

Reisende, die ins Ausland fahren: Die private Haftpflichtversicherung deckt auch Risiken im Ausland ab. Nur, wer länger als sechs Monate verreist, sollte eine Auslands-Haftpflicht abschließen.

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