Versicherung

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Private Krankenversicherung: Besserer Schutz für Besserverdiener?

Ab einem gewissen Jahreseinkommen können Arbeitnehmer von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Welche Leistungen angeboten werden und für wen sich der Wechsel lohnt.

Welche Leistungen bieten gute Tarife?

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Bei der privaten Krankenversicherung wird für jeden Versicherten ein eigener Vertrag abgeschlossen. Sie kommt in Frage für gutverdienende Angestellte mit einem Jahreseinkommen von aktuell mindestens 49.900 Euro pro Jahr sowie für Selbstständige und Beamte. Eine kostenlose Versicherung für Familienangehörige gibt es nicht. Die Höhe des Beitrags hängt ab von Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand. Vorerkrankungen können zu einem Risikozuschlag, dem Ausschluss von Krankheiten und entsprechenden Leistungen oder der Ablehnung des Antrags führen. Private Krankenpolicen können bessere Leistungen als die gesetzliche Krankenkasse bieten.

Das Spektrum an Tarifen ist enorm und hängt von den individuellen Wünschen ab. Es reicht von günstigen Angeboten, die dem Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen oder sogar weit darunter liegen, bis hin zu Luxustarifen, die eine Erste-Klasse-Behandlung in allen Bereichen ermöglichen. Dazwischen ist ein Versicherungsschutz auf jedem Niveau wählbar. Entsprechend stark variieren auch die Beitragssätze.

Wer eine private Krankenversicherung abschließt, sollte in seinem Vertrag einige Standards einbauen. So sollte die Abrechnung von ärztlichen Behandlungen über dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse liegen. Gute Tarife bezahlen Arztrechnungen bis zum 3,5-fachen der Gebührenordnung für Ärzte oder darüber hinaus.

Wichtig ist auch ein umfangreicher, wenn möglich offener Hilfsmittelkatalog. Diese Klausel ermöglicht, auch in Zukunft vom medizinischen Fortschritt zu profitieren. Viele Tarife übernehmen nur eine bestimmte Zahl von Sitzungen bei psychotherapeutischen Behandlungen. Diese Begrenzung sollte möglichst vermieden werden, die Untergrenze bei 50 Sitzungen pro Jahr liegen.

Interessenten sollten eine Option auf Höherversicherung während der Vertragsdauer wählen. Denn so können sie später den Versicherungsschutz mit besseren Leistungen aufstocken – und das ohne Gesundheitsprüfung. Die vereinbarten Leistungen für Vorsorge oder Impfungen sollten zudem mindestens dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse entsprechen. Zu den Standards zählen die Chefarztbehandlung im Krankenhaus mit Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer.

Wo drohen gefährliche Deckungslücken?

Wurden bei Abschluss des Vertrags Vorerkrankungen ausgeschlossen, kann dies unkalkulierbare Kosten nach sich ziehen. Denn die Behandlung dieser Krankheiten ist nicht durch die private Krankenversicherung abgedeckt. Die unter Umständen hohen Kosten müssen dann aus eigener Tasche bezahlt werden. Teuer kann es auch werden, wenn bestimmte Leistungen nicht über die Police abgesichert sind. Deswegen sollten Interessierte beim Versicherungsantrag den Leistungskatalog individuell und sorgfältig festlegen.

Manche Tarife schließen zum Beispiel psychotherapeutische Leistungen aus oder beschränken sie auf ein Minimum. Traumatische Erlebnisse können aber sehr teure Nachfolgebehandlungen nach sich ziehen. Auf einen ausreichenden Schutz ist auch bei Zahnbehandlungen oder Auslandsreisen zu achten.

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