Versicherung

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Private Pflegeversicherung: Wie Hilfsbedürftige der Kostenfalle entkommen

Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet eine Grundabsicherung, die im Pflegefall oft die tatsächlichen Kosten nicht abdeckt. Eine Zusatzversicherung kann diese Lücke füllen. Es gibt zwei interessante Varianten.

Bei gesetzlich Versicherten läuft die Pflegeversicherung automatisch über die Krankenkasse. Der gesetzliche Leistungskatalog bietet eine Grundabsicherung, die im Pflegefall die tatsächlichen Pflegekosten oft nicht abdeckt. Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind festgelegt. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber zwischen dem Grad der Pflegebedürftigkeit und der Art der Pflege.

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Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Pflegestufe

Stationäre Pflege im Pflegeheim

Häusliche Pflege durch Fachpersonal

Pflegegeld bei häuslicher Pflege*

I - Erhebliche Pflegebedürftigkeit

1.023 Euro

440 Euro

225 Euro

II - Schwere Pflegebedürftigkeit

1.279 Euro

1.040 Euro

430 Euro

III - Schwerste Pflegebedürftigkeit

1.510 Euro, in Härtefällen 1.825 Euro

1.510 Euro, in Härtefällen 1.918 Euro

685 Euro

* durch Pflegepersonen, z.B. Angehörige, Freunde, Nachbarn. Quelle: Bund der Versicherten

Welche Leistungen bieten gute Tarife?

Eine private Pflegezusatzversicherung ergänzt die gesetzliche Leistung und soll zusätzlich entstehende Kosten abdecken. Grundsätzlich gibt es zwei interessante Varianten: Die sogenannte Pflegekostenversicherung bezahlt die Kosten bis zu einem Höchstbetrag oder bis zu einem bestimmten Prozentsatz. Wie bei einer privaten Krankenpolice müssen die Versicherten dazu die Rechnungen einreichen. Eine andere Möglichkeit ist die Pflegetagegeldversicherung: Hier wird im Pflegefall eine vorab vereinbarte Geldsumme pro Tag bezahlt. Ob die Pflege über Angehörige oder Fachpersonal erfolgt, ist Sache des Versicherten.

Bei allen Tarifen sollten Versicherte darauf achten, dass die Versicherungen in allen drei Pflegestufen bezahlen. Der private Versicherer sollte zudem die Einstufung der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung übernehmen. Zudem sollte die dynamische Anpassung der Leistungen ohne Gesundheitsprüfung möglich sein. Die Zahlungen sollten dann erfolgen, wenn die gesetzliche Pflegepflichtversicherung die Pflegebedürftigkeit anerkennt. Außerdem sollte der Versicherer kein ordentliches Kündigungsrecht innerhalb der ersten drei Jahre haben. Ebenso wichtig: Eine Karenzzeit oder dreijährige Wartezeit sollte auf keinen Fall vereinbart werden. Ideal wäre es zudem, wenn ab dem Eintritt des Pflegefalls kein Beitrag mehr bezahlt werden muss.

Wo drohen gefährliche Deckungslücken?

Ohne private Pflegezusatzversicherung lassen sich im Pflegefall die Kosten nicht abdecken. So kann ein Pflegeplatz bei vollstationärer Betreuung monatlich leicht 3.000 Euro und mehr kosten, der gesetzliche Höchstsatz liegt dagegen bei maximal 1.825 Euro. Die Rente und die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen oft nicht aus, um die Lücke zu schließen. Hier kommt die private Pflegezusatzpolice ins Spiel. Beim Vertragsabschluss spielen das Alter, der Gesundheitszustand und das Geschlecht eine entscheidende Rolle. Je jünger und gesünder der Antragssteller ist, desto geringer sind die Beiträge. Bei zunehmendem Alter oder bei Krankheiten werden Risikozuschläge fällig. Auch der Ausschluss von Leistungen oder eine Ablehnung ist möglich.

Wie kann ich kündigen?

Private Pflegezusatzpolicen lassen sich grundsätzlich zum Vertragsende, danach jeweils zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Eine Kündigung ist erstmals drei Jahre nach Vertragsabschluss möglich. Das Schreiben muss dem Versicherer drei Monate vorher vorliegen. Bei Beitragsanhebungen ohne Leistungssteigerung haben Versicherte ein außerordentliches Kündigungsrecht. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Eingang des Mitteilungsschreibens erfolgen. Die Kündigung greift zu dem Zeitpunkt, an dem die Beitragserhöhung wirksam werden soll. Wichtiger Tipp: Versicherte sollten eine Police erst dann kündigen, wenn sie die Zusage einer neuen Versicherung haben. Eine Zusage des neuen Versicherers hängt von der Gesundheitsprüfung ab. Hat sich der Zustand verschlechtert, ist ein neuer Vertrag oft nur gegen einen Risikozuschlag möglich. Auch eine Ablehnung ist denkbar.

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