„Banken sitzen auf einer Zeitbombe“

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Davon sei regelmäßig auszugehen, wenn die Bank einen Kunden bei einer konkreten Vermögensentscheidung berate: "Auch bei der Baufinanzierung wendet sich der Kunde zumeist nicht nur an die Bank, weil er ein Angebot holen möchte, in der Mehrzahl der Fälle geht es ihm zugleich um eine Beratung", sagt Gottschalk. Lasse sich die Bank darauf ein, komme ein Beratungsvertrag zustande.

Anlegeranwälte folgen der Ansicht der Verbraucherschützer: "Wenn ein Vermittler Provisionen erhält, muss er diese offenlegen, damit Anleger mögliche Interessenkonflikte erkennen können", sagt Peter Mattil von der Kanzlei Mattil & Partner. "Es ist ein Grundsatz, der für das gesamte Beratungsgeschäft gilt. Ich kann keinen Grund erkennen, warum es bei Baufinanzierungen anders sein sollte."

Für Anleger, die gegen ihre Berater klagen wollen, sieht Mattil gute Chancen: "Es gibt eine Vermutung zugunsten des Anlegers, dass er sich in Kenntnis der Provisionen anders verhalten hätte. Das Gegenteil zu beweisen, ist für Finanzdienstleister sehr schwierig", sagt er.

Die Folgen für Banken und Vertriebe könnten immens sein. "Das Thema Kick-Back ist noch lange nicht ausgestanden", sagt Mattil. Gottschalk sieht die Branche auf einer "Zeitbombe" sitzen, die "eine Tsunami-Welle an Schadensersatzforderungen auslösen könnte".

Der Verband der privaten Bausparkassen erklärte, die bisherigen Urteile hätten die Praxis der Branche bestätigt. Die Kosten für den Abschluss eines Bausparvertrages würden nicht heimlich gezahlt. Auch die öffentlich-rechtlichen Institute halten mit dem Argument dagegen, die Kunden würden vollständig und transparent über die Kosten informiert.

  • 17.03.2010, 18:30 UhrAnonymer Benutzer: schnutzelpuh

    Nur das der im u. g. Kommentar genannte Personenkreis (bäcker Autohersteller, -Verkäufer) bei bezahlung immer liefert, was bei den Finanzproduktverkäufern in dem ein oder anderen Geschäft nicht der Fall ist. Die Rendite bleibt aus aus oder man hat sogar Verluste. Es ist dringend neben dem bonus auch ein ein Malus System zu etablieren.
    Dann wird von den Finanzproduktverkäufern nicht jeder Scheissdreck an den mann gebracht. Der begriff berater kann bei dieser berufsgruppe ohnehin nicht mehr in den Mund genommen werden. Das hat dieses Klientel einfach vergeigt.

  • 17.03.2010, 13:36 UhrAnonymer Benutzer: Tonce

    # Dr. Robi # und Konsorten
    Verdienen ist die eine Sache - aber ich glaube nicht, das der bäcker seiner Verkäuferin zum Jahresende noch eine "boni" zahlt, welche das (teilweise) Mehrfache vom Jahresgehalt ist. Dazu müsste er die brote natürlich um einiges verteuern und ein # Dr. Robi # dann schreiben würde, das die brote doch nicht so teuer sein können.

    NUR:
    beim bäcker kann ich dem sein brot bei schlechter Ware auf dem Tresen knallen und er muss mir das Geld Rückerstatten.

    UND:
    Die Verkäufer(rin) verkauft nur das, was der Kunde will und bekommt dafür halt nur ihr monatliches Lohn. Die restlichen Gewinne/Verluste bleiben beim bäcker – so etwas nennt sich „unternehmerisches Risiko“.

    AbER:
    Die Vermittler leben ja nicht nur von Provisionen einzelner Produkte.

    Meines Erachtens ist in diesen Fällen das eigentliche Problem nicht die Zahlungen der Vermittlergebühren. Entweder arbeite ich auf Provisionsbasis oder für Lohn/Gehalt. Das Resultat der heutig angewendeten Variante sehen (und spüren) wir jetzt. Vor allem die „kleineren“ Leute, welche tiefer in ihre Tasche greifen dürfen – auch wegen dem Staatlichen Garantien über ein Paar Milliardchen mehr. Kann an da von einem gesunden Gesellschaftsprinzies einer Demokratie sprechen??

    Das Fundament, auf dem Gesellschaften aufgebaut sind, sind doch die unteren Volksschichten – die sogenannten Füße der Gesellschaft. ich kenne zumindest keine Gesellschaft, in der den „Oberen“ was entnommen wird, um den „Unteren“ mehr zukommen zu lassen.

    Wenn ich mir so manche, auch negativer Aussagen aus den 90’er Jahren wieder vor Augen führe, hat sich doch die Eine oder Andere bewahrheitet – leider.

    Aber was soll's - Augen zu und durch; bis zum nächsten mal.

  • 17.03.2010, 11:47 UhrAnonymer Benutzer: Dr. Robi

    in der Tat verwundert es immer wieder, wie erfolgreich manche Menschen damit sind, sich "dumm" zu stellen. Und die selbsternannten Verbraucherschützer - und noch schlimmer Verbraucherschutzanwälte - verhalten sich wie Parasiten. Denn wer ein bischen denken kann, der weiss:
    - der bäcker verdient am brot, ggf. die Filiale, die Verkäuferin ...
    - der Autohersteller und seine Mitarbeiter verdienen am Auto, der Autohändler und sein Verkäufer
    - und so könnte die Liste weitergehen...
    Aber auch wir leisten unsere Arbeit und wollen dafür entlohnt werden! Mit Recht!
    Warum bitte, sollte die bank und deren Mitarbeiter nichts daran verdienen. Oder der Finanzberater seine Leistung kosternfrei erbringen?????? Dieser Gedanke ist nicht nur naiv, sondern unverschämt. Und der Kunde legt sein Geld mit dem Ziel der Rendite an, dass er auch "Nebenkosten" mitbezahlt sollte auch dem Dümmsten klar sein. Wer das nicht versteht, sollte seine Finger davon lassen! Aber für die eigene Dummheit und Gier permanent anderen den schwarzen Peter zuzuschieben, ist wirklich daneben.
    Versteht mich nicht falsch, ich rechtfertige hier nicht Falschberatung, unseriöse Produkte, Kriminalität, etc.; im Artikel geht es um die bezahlten Nebenkosten und wer diese erhalten hat. Wenn ich 5% Agio bezahle, dann ist mir eigentlich egal, wer diese erhält. Und wie die Managementgebühr verteilt wird, ändert für mich auch nichts. Da ist es für mich wesentlich bedeutender, dass die Anlage ihre versprochene Rendite erwirtschaftet. Der Rest ist Philosophie.

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