
DüsseldorfGeld oder Liebe? Mit dieser Frage beschäftigen sich nur die wenigsten Deutschen. Einer repräsentativen Umfrage zufolge trifft nur jeder vierte Ehepartner finanzielle Vorkehrungen für den Fall einer Trennung. Die Übrigen vertrauen entweder darauf, dass der Partner bei einer Scheidung keine Ansprüche auf das Vermögen erheben wird oder geben an „wo es kein Vermögen gibt, gibt es auch keinen Streit“.
Doch die Praxis sieht anders aus: Jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden. Und beim Geld hört die Liebe wohl endgültig auf: „Finanzielle Streitigkeiten gibt es schätzungsweise bei 60 Prozent aller Scheidungen“, sagt Eva Becker, Fachanwältin für Familienrecht aus Berlin. Meistens gehe es um Unterhaltsforderungen, aber auch über den Zugewinnausgleich und die Immobilien werde häufig gestritten. „Viele Menschen sind relativ uninformiert über die Abläufe einer Scheidung“, sagt Becker. Vor allem bei den Details zum Zugewinnausgleich oder zum Unterhalt gebe es häufig Missverständnisse.
Auf die Frage „Haben Sie mit Ihrem (zukünftigen) Ehepartner/ Ihrer (zukünftigen) Ehepartnerin über das Thema Scheidung gesprochen?“ antworteten 68 Prozent der Ehegatten mit „Nein, Scheidung ist bei uns kein Thema“. Neun Prozent sagten „Nein, aber das werde ich noch tun.“ Nur sechs Prozent haben den Scheidungsfall vertraglich geregelt. Immerhin 18 Prozent sprechen über das Thema.
Gefragt wurde: „Treffen Sie finanzielle Vorkehrungen für den Scheidungsfall, zum Beispiel, indem Sie Teile Ihres Vermögens dem Zugriff Ihres Partners entziehen?“ Nur 23 Prozent antworteten mit „ja“. 40 Prozent sagten „Nein, denn wo es kein Vermögen gibt, gibt es auch keinen Streit“, die restlichen 37 Prozent gaben an „Nein, ich vertraue darauf, dass mein Partner/ meine Partnerin bei einer Scheidung keine Ansprüche auf mein Vermögen erhebt.“
Auf die Frage „Haben Sie Angst vor finanziellen Streitigkeiten im Scheidungsfall?“ antworteten 64 Prozent der Ehegatten mit „nein. Die restlichen 36 Prozent sagten „ja“ - teilweise, weil sie das bereits selbst oder innerhalb der Familie oder im Freundeskreis erlebt haben.
Gefragt wurde: „Sind Sie sich über die finanziellen Folgen einer Scheidung im Klaren, zum Beispiel durch den Versorgungsausgleich für Ihren Ehepartner/ Ihre Ehepartnerin?“ Beinahe die Hälfte (48 Prozent) der Ehegatten antworteten mit „nein“. Mehr als ein Viertel von diesen haben sich noch keine Gedanken darüber gemacht. 30 Prozent der Befragten haben eine „ungefähre Ahnung von den finanziellen Folgen“. 20 Prozent wissen Bescheid, weil sie sich „bereits eigenständig über dieses Thema informiert“ haben. Nur drei Prozent haben schon mit einem Experten dazu gesprochen.
An der Online-Befragung nahmen 1.000 Personen teil, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ausgewählt wurden. Von den Befragten waren 60 Prozent in erster oder mindestens in zweiter Ehe verheiratet oder planen bald zu heiraten. Bei den weiteren Fragen wurden die Antworten dieser 610 Personen ausgewertet.
Die Studie wurde von der Vermögensverwaltung Packenius, Mademann & Partner (PMP) in Auftrag gegeben. Die PMP ist ein unabhängiger Vermögensverwalter für rund 1.000 Privatkunden mit einem Anlagevolumen über 250.000 Euro.
„Das Thema ist unangenehm, aber man sollte sich trotzdem damit auseinandersetzen“, rät Heiko Löschen, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Packenius, Mademann & Partner (PMP) und Initiator der Studie. „Ich hatte schon viele Kunden, die es im Nachhinein bereut haben, dass sie für eine Scheidung nicht vorgesorgt haben.“ Viele Menschen seien zwar gegen große oder kleine Katastrophen des Lebens versichert, „aber das große Risiko einer Scheidung kalkulieren nur Wenige ein“, so Löschen.
Teuer kann das insbesondere für Unternehmer werden: Ohne Regelung per Ehevertrag müssen sie bei einer Scheidung im Rahmen des Zugewinnausgleichs auch ihre Unternehmenszuwächse mit dem Partner teilen. „Stehen beispielsweise der Ehefrau nach dieser Rechnung 300.000 Euro zu, aber die Firma des Mannes verfügt nicht über so viel Liquidität, kann das zu einer Unternehmenspleite führen“, sagt Eva Becker, die der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltsverein vorsitzt.
Der Zugewinnausgleich ist die gesetzliche Standardlösung für die Aufteilung von Einnahmen, die während einer Ehe erzielt wurden. Dabei wird aufgelistet, was die Partner mit in die Ehe gebracht haben und was hinzugekommen ist. Ein einfaches Rechenbeispiel: Angenommen, Sie hätte nichts in die Ehe eingebracht und auch zwischendurch keine Einkünfte beigesteuert. Sein Vermögen hätte sich dagegen von 100.000 auf 200.000 Euro erhöht, dann müsste er ihr die Hälfte der Differenz zahlen. Das ist die Hälfte des Betrags, der während der Ehe hinzugewonnen wurde, hier also 50.000 Euro. Außen vor bleiben dabei Schenkungen und Erbschaften.

#Den Kindern ein Höchstmaß an menschlicher Wärme zu geben. Vertrauen zu vermitteln, viel Reden mit den Kindern, sie ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen die Wunden versuchen zu stillen, also nicht künstlich zu heilen, weil es ja garnicht möglich ist.#
Wenn jemand sagt, es ist garnicht möglich zu heilen, dann ist es auch nicht möglich zu heilen. Somit haben Sie von Ihrer Warte aus recht.
Von einer professionellen Warte aus ist meine Erfahrung eine andere. Wie gesagt, das Erscheinungsbild von Leuten, die jahrzehntelang Wunden durch die Scheidung ihrer Eltern mit sich rumtragen, ist mir bekannt. Dass sich so etwas jedoch nicht heilen liesse, ist mir nicht bekannt, im Gegenteil.
Es lässt sich heilen, aber nicht von einem verwundeten Elternteil, der selbst mit der Scheidung zu kämpfen hat. Kinder sind sehr solidarisch mit ihren Eltern und wenn sie merken, dass die Eltern drunter leiden, dann leiden sie mit bzw. dann gibt es auch keine Heilung, da dies als Verrat am Elternteil gesehen würde und darum nicht machbar.
Ziemlich komplex das Ganze, aber es kann was gemacht werden, nur müssen dann eben auch die Eltern ihre Verletzung loslassen wollen (und da hapert es oft). Deshalb professionelle Hilfe herbeiziehen im Falle einer Scheidung ist kein Luxus. Ausser alle sind einverstanden und man schafft es ohne, was es ja auch gibt.
Ansonsten ist ihr Ratschlag nicht schlecht, nur sollte das Kind kein Partnerersatz werden, damit ist nämlich auch niemand geholfen. Dem Kind am allerwenigsten. Und zusammen trauern ist auch nicht schlecht, nur sollte dies nicht in alle Ewigkeit stattfinden (es gibt so Fälle, wo dann nach Jahren noch zusammen geheult wird, weil der böse Partner einen verlassen hat). Zum Verlassen gehören immer zwei und stures Nichtwahrhabenwollen hilft nicht immer weiter. Harte Worte, aber das ist meine Beobachtung, was die unheilbaren Wunden von Kindern bei Scheidung betrifft.

.......-Nuancierung-....ich möchte Ihnen doch noch einmal ein paar Takte schreiben. Es geht mir um das einfache, unkomplizierte Denken und Handeln und Fühlen aus der Seele eines Kindes. Nicht argumentativ mit Abwägung und wissenschaftlichen Erkenntnissen von Erwachsenen. Alles daneben, weil es nicht den Kern des betroffenen Kindes trifft. Diese kleinen und in keinster Weise fertigen Menschen trifft es doch. Sie sind verwundet fürs ganze Leben. Und diese Wunden können niemals geschlossen werden.
Was ist meine Antwort auf diesen Zustand bei den Kindern wenn er eingetreten ist, also die Scheidung? Ganz einfach.
Den Kindern ein Höchstmaß an menschlicher Wärme zu geben. Vertrauen zu vermitteln, viel Reden mit den Kindern, sie ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen die Wunden versuchen zu stillen, also nicht künstlich zu heilen, weil es ja garnicht möglich ist.
Sich also selber aufzuschließen, der Schlüssel ist am Bund.

Die Wunden bei den Kindern durch Scheidung sind überhaupt nicht zu heilen. Es ist ein Drama von unbeschreiblichen seelischen Elend, was auf die Kinder einschlägt.
Sorry Realist, aber was Sie hier sagen, ist nicht richtig. Es kann so sein, wenn die Eltern Krieg machen. Es kann aber auch ganz anders sein.
In der klinischen Praxis sieht es so aus, dass bei "dreckigen" Scheidungen den Kindern oft ziemliche Wunden zugefügt werden, die Jahrzehnte später noch ihre Auswirkungen zeigen. Doch in der Regel lässt sich so etwas gut heilen, wenn nicht andere erschwerende Umstände wie jahrelanger sexueller Missbrauch etc. eine Rolle gespielt hat, dann wird es schon schwieriger.
Natürlich wäre es bessr, die Leute würden in so einem Moment mehr auf die Kinder und deren Bedürfnisse achten und nicht nur auf sich und ihre eigenen Probleme. Dadurch könnte viel Schaden vermieden werden. Dies ist in der Zwischenszeit wissenschaftlich erforscht und ich kann jedem nur anraten, die Kinder begleiten zu lassen, wenn man feststellt, dass sie sehr drunter leiden. Das kann einen ziemlichen Unterschied machen, weil ohne objektive Führung von aussen lassen sich Menschen zu sehr von ihren eigenen verletzten Gefühlen treiben oder laufen ganz einfach davon, weil für sie eine neue Welt aufgegangen ist in Form eines neuen Partners oder was auch immer.






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