Anleger- und Verbraucherrecht

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Teldafax-Krise: „Hände weg von Dumpingtarifen“

Dem Stromhändler Teldafax droht nach Handelsblatt-Informationen die Pleite. Mehr als eine halbe Million Kunden könnten in dem Fall ihren Anbieter zu verlieren. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg, welche Konsequenzen das für die Stromkunden hätte und wie sie sich schützen können.

Verbraucherschützer Günter Hörmann: "Niemand muss im Dunkeln sitzen."
Verbraucherschützer Günter Hörmann: "Niemand muss im Dunkeln sitzen."

Herr Hörmann, der Stromanbieter Teldafax steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Was droht Kunden, wenn es tatsächlich zur Pleite kommt? Sitzen sie dann im Dunkeln.

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Nein, die gute Nachricht ist, dass die Stromversorgung sichergestellt ist. Wenn ein Anbieter pleite geht, springt der Grundversorger für die Region ein. Das sind in der Regel die Ex-Monopolisten, also beispielsweise die Stadtwerke. Sie sind per Gesetz dazu verpflichtet, Kunden aufzunehmen, die ohne Anbieter dastehen. Es muss also niemand im Dunkeln sitzen. Die schlechte Nachricht ist, dass es für die Kunden deutlich teurer werden dürfte.

Wieso?

Wenn man von einem Versorger aufgefangen wird, zahlt man automatisch den Grundversorgungstarif. Dies ist aber immer der teuerste Tarif, den der jeweilige Versorger im Angebot hat. Sie können den Tarif oder den Anbieter allerdings monatlich wechseln.

Was sollten Stromkunden beim Wechsel beachten?

Der billigste Tarif ist nicht immer der Beste. Die Anbieter, die bei den Vergleichsportalen im Internet stets vorne liegen, bieten fast ausschließlich Tarife mit Vorkasse oder Kaution. Das heißt: Der Stromkunde zahlt nicht wie üblich monatliche Abschläge und bekommt am Jahresende eine Abrechnung. Stattdessen zahlt er im Voraus für ein ganzes Jahr und muss auch noch eine Kaution hinterlegen.

Und geht damit ein hohes Risiko ein ?

Genau. Wenn ich solch einen Vertrag abschließe, gehe ich eine Wette darauf ein, dass der Stromanbieter tatsächlich liefert und bis Ende der Vertragslaufzeit zahlungsfähig bleibt. Es handelt sich im Prinzip um einen kostenlosen kurzfristigen Kredit für den Anbieter. Im Falle der Pleite kann er den nicht zurückzahlen und der Kunde verliert doppelt: Das Geld ist weg und statt beim Strom zu sparen, zahlt er, zumindest kurzfristig, den teuersten Tarif seines Grundversorgers.

Wie stehen die Chancen, sein Geld vor Gericht zurückzubekommen?

Die sind minimal. Zum einen ist beim Anbieter im Fall der Pleite nichts mehr zu holen. Zum anderen müsste ich ihm nachweisen können, dass bei Vertragsabschluss eine bewusste Irreführung über die Solvenz vorgelegen hat.

Wie lautet dann ihr Rat an Kunden, deren Anbieter pleite geht?

Abhaken und beim nächsten Mal Hände weg von Dumpingtarifen.

  • 14.12.2010, 21:34 UhrBenno Dziamski

    Wenn die Verbraucherschützer mehr gegen die Großen (Monopolisten)etwas tun könnten, wären die billigen nicht notwendig. Während die Großen Milliarden Gewinne machen, begnügen sich die Kleinen mit ein- bis zweistelligen Millionengewinnen. Die Milliardengewinne der Großen werden durch unsere Regierung noch unterstützt, der Verbraucher hat aber nichts davon.
    Und da gibt es dann die Neunmalklugen, die über alles meckern:"Sch... Regierung: Steuer usw., Sch... Energiekosten; teuer ist ja gut."
    Und damit treu zu den Gewinnen der Großen beitragen. Ja sind wir denn noch normal, dass wir es zulassen uns auszubeuten!

  • 22.10.2010, 01:05 UhrT. Becker

    Mit anderen Worten empfiehlt die "Verbraucherzentrale" also günstigere Tarife zu vermeiden?

    Lieber beim "seriösen" Grundversorger bleiben um abgezockt zu werden?

    Das ganze Thema Teldafax ist doch jetzt medial in Widersprüche verstrickt - so viele Probleme wie das Unternehmen haben mag...so liegt doch für mich auf der Hand, dass hier eine lügengestützte Hetzkampagne läuft.

    Liebe Leute, wechselt jedes Jahr zum günstigsten Anbieter.

    Nur so bringen wir endlich Wettbewerb in den Energiemarkt...es muss ja nicht Vorrauskasse sein, auch wenn es gerne so dargestellt wird, als sei bei Fremdanbietern nur Vorrauskasse möglich - so ein Schwachsinn.

  • 20.10.2010, 22:32 UhrM. Duerr

    Schön dass die Verbraucherzentralen jetzt auch aufwachen. Vielleicht sollte man sich aber auch mal die sogenannten "Verbraucherportale" anschauen. Verivox verdient an der Vermittlung der billigen Teldafax-Tarife ordentlich mit! Nur einfach billig reicht vielleicht doch nicht.

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