Anleger- und Verbraucherrecht

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Verbraucherstudie: Beipackzettel für Geldanlagen sind mangelhaft

Kein einziges Informationsblatt zu Vermögensanlagen genügt den gesetzlichen Vorgaben. Häufig werden Risiken und Kosten verschwiegen. Verbraucherschützer ziehen eine ernüchternde Bilanz. Worauf Anleger achten sollten.

Bei vielen Anlageprodukten droht ein Totalverlust. Quelle: dpa
Bei vielen Anlageprodukten droht ein Totalverlust. Quelle: dpa

BerlinEigentlich sollen Kurzinformationsblätter zu Vermögensanlagen die Käufer über Risiken ihrer Investition aufklären. Doch nach Einschätzung von Verbraucherschützern genügen die Beipackzettel allesamt nicht den gesetzlichen Anforderungen.

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Ohne weitergehende Schutzvorschriften seien die die Anlagen deshalb für Privatanleger nicht geeignet, das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie von Stiftung Warentest und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Sie hatten die obligatorischen schriftlichen Hinweise untersucht.

Seit knapp einem Jahr müssen Anbieter von geschlossenen Fonds, Genussrechten und sonstigen Vermögensanlagen die Informationsblätter erstellen. Nicht vorgeschrieben ist das bei Genossenschaftsanteilen, Mini-Emissionen und Anteilen mit 200.000 Euro Mindestanlagesumme. Das Blatt darf höchstens drei Din-A4-Seiten umfassen und muss ohne Lektüre weiterer Dokumente allgemein verständlich sein. Damit sollen es Verbraucher leichter haben, Angebote zu vergleichen und auszuwählen.

Fallstricke bei geschlossenen Fonds

  • Vermögenslage

    Anteile an geschlossenen Fonds oder Unternehmensbeteiligungen sind in der Regel nur etwas für Anleger, deren Vermögen im sechsstelligen Bereich liegt und die bereits Aktien, Anleihen, Festgeld und ein eigenes Häuschen besitzen. Der Anteil geschlossener Fonds sollte maximal 30 Prozent des Gesamtvermögens ausmachen.

  • Laufzeit

    Die Beteiligungen laufen in der Regel zehn Jahre und länger. Der Anleger muss somit in der Lage sein, über viele Jahre auf dieses Geld zu verzichten. Ein vorzeitiger Verkauf ist zwar beispielsweise bei Schiffen über den Zweitmarkt möglich. Die Preise dort schwanken jedoch stark – insbesondere seit der Finanzkrise.

  • Steuern

    Steuerliche Aspekte spielen im Gegensatz zu früheren Jahren nur noch eine untergeordnete Rolle beim Kauf von geschlossenen Fonds. Viele populäre Anlagemodelle wie die in den 90er-Jahren – etwa Ost-Immobilien mit hohen Sonderabschreibungen – gibt es längst nicht mehr.

  • Trends

    Wie viele andere Anlageklassen unterliegen auch die geschlossenen Fonds und Unternehmensbeteiligungen gewissen Modetrends. Beliebt sind aktuell Fonds im Bereich Flugzeugleasing. Zudem ist zu beobachten, dass die Anleger wieder risikofreudiger werden. Sogar Private-Equity- und Projektentwicklungsfonds finden wieder Käufer. Das war vor zwei Jahren noch nahezu undenkbar.


Ein romantisches Hotel am See, ein riesiger Airbus A380, eine umweltfreundliche Solaranlage - an solchen Objekten können sich auch Privatleute beteiligen. Das Risiko ist allerdings groß, 50 bis 70 Prozent aller in den vergangenen 20 Jahren aufgelegten geschlossenen Fonds hätten nach Expertenschätzung Kapitalverluste erlitten, sagte die Finanzexpertin des vzbv, Dorothea Mohn. 90 Prozent hätten ihre Anlageziele nicht erreicht. Im schlimmsten Fall verliert ein Anleger sein Geld komplett. 3,8 Milliarden Euro wurden nach Angaben Mohns im vergangenen Jahr in geschlossene Fonds gesteckt.

Stiftung Warentest hat im März die damals vorhandenen 67 Kurzinformationen geprüft. Bei 17 verstießen die Anbieter gegen die Pflicht, sie auch auf ihrer Webseite zu veröffentlichen - holten dies auf Nachfrage allerdings teilweise nach.

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