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Arbeitsrecht: Jobkrise: Wechseln oder bleiben?

In der Wirtschaftskrise kleben viele Beschäftigte an ihrem Job und schlagen selbst beste Offerten von anderen Unternehmen aus. Eine fatale Haltung, die Karrieren blockiert und in die Arbeitslosigkeit führen kann. Wann Beschäftigte trotz Krise wechseln sollten und was beim neuen Arbeitsvertrag zu beachten ist.

Zeit zu gehen: Auch in der Krise sollten Mitarbeiter lukrative Jobchancen nicht ausschlagen. Quelle: Reuters
Zeit zu gehen: Auch in der Krise sollten Mitarbeiter lukrative Jobchancen nicht ausschlagen. Quelle: Reuters

DÜSSELDORF. Die Wirtschaftskrise trifft den Arbeitsmarkt hart. Tausende verlieren in den nächsten Monaten ihren Job. "Die Situation bleibt in den nächsten anderthalb Jahren angespannt, wenngleich die Unternehmen dem Personalmarkt gegenüber selektiv geöffnet bleiben und eine komplette Abschottung wie in den Jahren 2002 und 2003 vermeiden ", sagt Tiemo Kracht, Geschäftsführer Personalberatung bei Kienbaum. Bei der Karriereplanung vieler Angestellter sorgt die Krise häufig für Stagnation.

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Wer jetzt einen sicheren Job hat, sollte ihn jetzt festhalten, so der Leitsatz vieler Mitarbeiter. Personalberater sprechen vom "Klammereffekt", wenn chancenreiche Kandidaten in Krisenzeiten selbst beste Offerten ablehnen und jahrelang in perspektivlosen Positionen ausharren.

Dabei birgt die gefühlte Sicherheit beim alten Arbeitgeber für die Karriere mehr Gefahren als ein vermeintlich riskanter Wechsel. "Wegen der Globalisierung mit ihren Veränderungsgeschwindigkeiten hat sich die Karriereplanung in den vergangenen Jahren geändert", sagt Kracht. Unternehmen könnten Mitarbeiter grundsätzlich keine sicheren Jobs mehr über einen langen Zeitraum anbieten.

Sichere Jobs gibt es nicht mehr

Eigentumsverhältnisse, Geschäftsmodell und Arbeitsstrukturen ändern sich innerhalb kurzer Zeiträume. Das berührt auch vermeintlich sicherer Jobs. Lebensläufe werden heute zwangsläufig unruhiger: Wer nicht auf dem Abstellgleis enden möchte, sollte nicht klammern sondern sich für möglichst viele Unternehmen interessant machen.

Das geht nicht ohne regelmäßige Jobwechsel. Fach- und Führungskräfte, die jahrzehntelang in einem Unternehmen ausharren gelten als unflexibel und damit schwer vermittelbar. "Die Wirtschaftskrise wirbelt die Führungsstrukturen vieler Unternehmen durcheinander", sagt Kracht. "Das schafft Luft und sorgt für gute Aufstiegschancen für Führungskräfte, auch auf den mittleren Management-Ebenen". Auch Facharbeiter können profitieren. In der Krise geschaffene Jobs gelten als relativ sicher: Wer unter Krisenvorzeichen einstellt, hat im Regelfall ein starkes Geschäftsmodell.

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