Steuern

_

Fallstricke: Vorsicht beim Frühjahrsputz mit Ebay

Wer nach dem Aufräumen eine Verkaufsaktion bei Ebay startet, kann in juristische und steuerliche Fallen tappen. Große Artikelmengen rufen das Finanzamt auf den Plan. Auch die Gewährleistung kann zum Verhängnis werden.

Wenn der Schrank überquillt, hilft nur noch Aussortieren. Quelle: Getty Images
Wenn der Schrank überquillt, hilft nur noch Aussortieren. Quelle: Getty Images

DüsseldorfEndlich raus mit all dem Pluder, der viel Platz wegnimmt, aber längst nicht mehr gebraucht wird. Der Frühjahrsputz bietet dazu die ideale Gelegenheit – erst recht, wenn es draußen noch stürmt und schneit. Dabei kommt manches zutage, das zum Wegwerfen eigentlich viel zu schade ist und noch versilbert werden kann. Kein Wunder also, dass deutsche Privatverkäufer allein auf der Verkaufsplattform Ebay jeden Monat mehr als 20 Millionen Artikel anbieten.

Anzeige

Jede Minute wird dort ein Kaffeevollautomat verkauft, alle 15 Sekunden ein Kleid und alle drei Sekunden ein Ersatzteil fürs Auto. Handelsblatt Online zeigt, worauf Verkäufer achten sollten, damit sie am Ende tatsächlich einen Gewinn verbuchen können und keine Gewährleistungsansprüche oder gar Klagen am Hals haben. Auch den Zugriff des Finanzamts gilt es zu vermeiden.

Wichtige Urteile Diese Ebay-Streitigkeiten landeten vor Gericht

  • Wichtige Urteile: Diese Ebay-Streitigkeiten landeten vor Gericht
  • Wichtige Urteile: Diese Ebay-Streitigkeiten landeten vor Gericht
  • Wichtige Urteile: Diese Ebay-Streitigkeiten landeten vor Gericht
  • Wichtige Urteile: Diese Ebay-Streitigkeiten landeten vor Gericht

Die Gefahren lauern schon bei der Artikelbeschreibung. „Wer bei Ebay etwas verkaufen möchte, muss einige Regeln beachten, ansonsten drohen Abmahnungen und finanzielle Schäden“, warnt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW. So ist es beispielsweise nicht erlaubt, für die Produktbeschreibung ein Foto von der Herstellerhomepage zu kopieren. „Am besten macht man schnell ein eigenes Bild“, rät Tryba.

Auch bei der Verwendung von Markennamen kann es brenzlig werden. „Markennamen in der Artikelbeschreibung sind ein ganz heikles Thema“, sagt Christoph Hoppe, Fachanwalt für IT-Recht bei der Düsseldorfer Kanzlei Kreuzkamp und Partner. „Regelmäßig kein Problem ist das, wenn man ein Produkt selbst bei einem seriösen Händler gekauft hat und den Kaufbeleg vorweisen kann“, so der Anwalt. Bei Artikeln, die auf einem Flohmarkt erworben wurden, sei jedoch höchste Vorsicht geboten.

Worauf man als Ebay-Verkäufer achten muss

  • Mindestgebot angeben

    Wenn man sich einen bestimmten Preis für seinen Artikel wünscht, dann sollte man ein Mindestgebot angeben. Denn sollte der Artikel weit unter Wert „ersteigert“ werden, dann ist man als Verkäufer zur Herausgabe verpflichtet. So kann man sich verpflichten z.B. die ganze Kücheneinrichtung für nur 10 Euro abzugeben. Im wichtigen Urteil ging es um ein Auto, das weit unter Wert ersteigert wurde (Aktenzeichen: 223 C 30401/07, Amtsgericht München, Urteil vom 09.05.2008).

  • Nicht zu viel verkaufen

    Wer private Dinge verkaufen möchte sollte aufpassen, dass es nicht zu viele werden. Denn ab einer nicht eindeutig definierbaren Grenze kann man als gewerblicher Nutzer und damit als Unternehmer eingestuft werden. Sollte dies eintreffen gelten strengere Regeln für den Ebay-Nutzer. Denn ein Unternehmer darf Privatkäufern gegenüber die Gewährleistungsrechte nicht ausschließen und muss eine Widerrufsbelehrung seinen Produkten hinzufügen. Tut er dies nicht, können teure Abmahnungen durch andere Unternehmer die Folge sein. Für die Schwelle des gewerblichen Nutzens hat die Rechtsprechung gewisse Kriterien entwickelt: Man gilt demnach als Unternehmer wenn man viele Bewertungen innerhalb eines kurzen Zeitraums erhalten hat, immer die gleichen Artikel oder regelmäßig neue Artikel verkauft. (Landgericht Berlin, Aktenzeichen: 103075/06)

  • Vorsicht bei bloßen Vermutungen

    Dass man bei der Produktbeschreibung für falsche Angaben haftet, ist offensichtlich. Doch die Haftung reicht noch weiter: Wer übertriebene Angaben zu seinem Produkt macht, haftet für diese Angaben. Er muss dem Käufer dann ein Produkt mit den genannten Eigenschaften liefern. Kann er dies nicht, schuldet er Schadensersatz. Dieser kann ziemlich hoch ausfallen. So hatte z.B. Ein Verkäufer hatte ein „echt silbernes Teeservice“ angeboten und es für gut 30 Euro verkauft. Dabei sah dies nur silbern aus. Der Käufer forderte schließlich ein echtes Silberservice. Da der Verkäufer keins hatte, musste er schließlich Schadensersatz leisten: 450 Euro. Ähnliches kann auch bei Angaben wie „Lederjacke“ der Fall sein, wenn die Jacke nur optisch ledern ist. (Landgericht Frankfurt a.M., Aktz. 2-16 S 3/06, Urteil vom 31.01.2007)

  • Haftungsausschluss

    Als privater Verkäufer kann man einen Haftungsausschluss vereinbaren. Dabei verwechseln jedoch häufig Nutzer den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung. Eine Garantie ist ein freiwillig abgegebenes Versprechen, dass man verschuldensunabhängig für das Vorhandensein bestimmter Eigenschaften einstehen will. Die Gewährleistung ist dagegen die gesetzlich festgelegte Haftung für Fehler an der Kaufsache, die grundsätzlich jeden Verkäufer trifft. Als Verbraucher kann man diese Gewährleistung ausschließen, was die Regel bei Ebay ist. Die Gerichte machen es hier den Verbrauchern relativ leicht. Schreibt der Verkäufer nämlich: „Privatverkauf, keine Garantie“, dann wertet das Gericht dies laiengünstig als Ausschluss der Gewährleistung. (Landgericht Osnabrück, Aktz.: 12 S 555/05)

  • Vorzeitiges Beenden des Angebots

    Normalerweise kann man eine Auktion bei Ebay nicht ohne Weiteres beenden. Sollte ersichtlich sein, dass man den gewünschten Preis nicht erzielen wird und daraufhin die Auktion beendet, kann der Käufer auf Schadensersatz klagen. Nämlich auf die Differenz des letzten Gebotes und des wahren Wertes des Artikels. (Aktenzeichen: 8 U 93/05)

    Wird die angebotene Sache gestohlen, muss man grundsätzlich dem Käufer Schadensersatz statt der Leistung zahlen. Dem kann man sich allerdings entziehen, indem man in seinen Angebotsregeln bei Diebstahl ein Ende der Auktion vereinbart. Wird der angebotene Artikel dann wirklich mal gestohlen, endet die Ebay-Auktion nach Ansicht des BGH. Eine solche Klausel macht deshalb durchaus Sinn. (BGH, Aktenzeichen VIII ZR 305/10)

  • Eigene Bilder erstellen

    Wer ein Produkt bei Ebay anbieten möchte, sollte immer ein eigenes Bild erstellen. Selbst wenn es sich um neue Originalware oder ein Markenprodukt handelt, darf man als Verkäufer nicht Bilder des Herstellers oder anderer Fotografen benutzen. Ein selbsterstelltes Bild liefert in der Regel auch einen besseren Eindruck über den Zustand des Artikels. Die Verwendung fremder Bilder stellt eine Urheberrechtsverletzung dar und kann Schadensersatzforderungen nach sich ziehen. Da man auch meist die Anwaltskosten tragen muss, kann dies mehrere hundert Euro kosten. (OLG Brandenburg, Aktenzeichen: 6 U 58/08)

Passiert der Irrtum nur bei einem einzelnen angebotenen Artikel, kann der private Verkäufer noch ungeschoren davonkommen. „So zum Beispiel, wenn ich gutgläubig einen getragenen Anzug von Hugo Boss versteigere und sich später herausstellt, dass es eine Fälschung war“, so Anwalt Hoppe. Der Käufer kann dann allerdings trotzdem eine Rückzahlung des Kaufpreises verlangen. Anders sehe es aus, wenn gleich mehrere Artikel fälschlicherweise unter einem Markennamen verkauft würden, dann kann der Verkäufer unter Betrugsverdacht und Verdacht der Markenpiraterie stehen.

  • 13.04.2013, 08:16 UhrJochen

    Fazit am Schluß des kopierten Textes.
    "Liebe Leserinnen und Leser,

    kennen Sie Trolle? Das sind Unholde, die nichts Gutes im Schilde führen. Internet-Trolle gibt es auch. Das sind solche, die „Beiträge verfassen und sich darin auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken“, heißt es in den einschlägigen Definitionen. Solche Provokationen würgen eine Diskussion ab. Internet-Trolle sind also Menschen, die wir in unserer Handelsblatt-Online-Community nicht brauchen. Was wir gut finden, sind Kommentatoren. Gerne solche, die auf den Punkt kommen - von uns aus kurz und schmerzhaft.
    Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie haben ein Recht zu wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten.

    Ihre Handelsblatt-Online-Redaktion"

    Wenn man Klarnamen möchte,dann sollte man bei sich selbst damit anfangen liebe HOR

  • 08.04.2013, 17:52 Uhrnormalitaet2013

    Ich pflichte voll bei und gehe sogar noch weiter:
    Nicht Unsinn sondern Wahnsinn.
    Bei einem echten gründlichen Systemreset = Revolution (zurück zu Einfachheit und Klarheit) bin ich sofort dabei.

  • 08.04.2013, 13:16 UhrGaestle

    Ich will nicht wissen wie viele der angeblichen Sammlungsauflöser eigentlich Gebrauchtwarenhändler sind. Es ist doch ganz einfach zig Accounts bei Ebay anzulegen und die Umsätze so unauffällig zu verteilen. Damit lassen sich noch ganz andere krumme Dinge drehen, als die Umsatzsteuer zu hinterziehen und Konsumenten um ihre Rechte zu bringen. Man kann z.B. mit einem überzogenen Gebot das Höchstgebot der Bieter herausfinden und dann knapp darunter bieten. Schon ist der Ertrag maximiert. Oder per Gebotsabschirmung günstig an frische Ware kommen...

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
  • ANZEIGE
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 21 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen