
Deutschlands oberste Finanzaufseherin drängt darauf, endlich einen strukturellen Sprengsatz für das Weltfinanzsystem zu entschärfen. „Wir können uns mit der Regulierung von Schattenbanken keine Zeit mehr lassen“, sagte Bafin-Präsidentin Elke König dem Handelsblatt. Denn dort könnten Risiken aufgebaut werden, „die zur einer Gefahr für die Stabilität des gesamten Finanzsystems“ führten.
Schattenbanken sind Institute, die bankähnliche Aufgaben wie Finanzierungen erledigen, ohne der Bankaufsicht zu unterliegen. Dabei handelt es sich vorrangig um Hedge Fonds, Geldmarktfonds, aber auch Zweckgesellschaften — Institute also, die bekannt sind für ihre riskanten Geschäfte. Nach Expertenschätzungen hat sich das Finanzvolumen der Schattenbanken zwischen 2002 und 2010 auf 46 Billionen Euro mehr als verdoppelt. Und die schärfere Überwachung von „normalen“ Banken bietet zusätzliche Anreize, Geschäfte in den kaum regulierten Schattenbankensektor zu verlagern. Deshalb warnt König: „Wenn wir nicht bald wesentliche Fortschritte erzielen, ist es nur eine Frage der Zeit, dass sich Krisenherde außerhalb unseres Radars bilden.“

Ich habe viel Verständnis für Frau König, aber sollte Sie sich nicht darum bemühen Ihrem eigentlichen Auftrag zuerst nachzukommen und diesen zur Zufriedenheit zu erledigen?
Es macht keinen erkennbaren Sinn das Aufgabenfeld zu vergrößern, wenn man das kleinere Aufgabenfeld nicht im Griff hat.
Die BAFin hat Ihre Aufgabe zu keinem Zeitpunkt so unzeitgemäß durchgeführt wie in den letzten 25 Jahren. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie Geschäfte zugelassen hat, die sie selbst nicht verstanden hat oder nicht intellektuell überwachen konnte oder wollte.

Ich möchte einen Gegenvorschlag bringen:
"Das Eigenkapital von Banken ist um Beteiligungen an sogenannten Schattenbanken zu reduzieren. Als Schattenbanken gelten alle Finanzinstitute, die BAFin als solche ausmacht."

Die "Leineweber-rule" sagt 50% hinterlegte Sicherheiten, was das prozentuale Marktrisiko abdeckt, somit 250 Mio. Steigen die Assets auf 600 Mio (Marktpreisprinzip) sind 50 Mio. nachzuschießen. Es handelt sich also immer um 50% margin, wobei ein täglicher margin-call erfolgt. Fällt der Markt, bleibt das implementierte, unbedingt erforderliche Höchstwertprinzip auf jede einzelne Position. Fallen die assets auf dann 400 von 600 bleiben die 300. Mio an hinterlegten Sicherheiten bestehen.
Damit wird es für den institutionellen Investor immer teurer mit einem Hebel zu spekulieren. Man implementiert gesetzlich einen negativen leverage-effect. Fallen die assets auf 200 erfolgt ein finaler margin-call die Position aufzulösen, weil nur ein Marktwert von 200 zuzüglich 300 Sicherheiten auf den Investitionswert die investierten 500 Mio. abdecken. Wird nicht sofort über 300 Mio. nachgeschossen, wird taggleich die Position liquidiert, wie bei einem normalen Termingeschäft. Der Hedgefonds muss also mit Zwangsliquidation rechnen und vorsichtig investieren, und der Investor muss aufpassen, dass seine Risiken überschaubar und beherrschbar bleiben.
Eingeführt werden kann die Leineweber-rule mit 10% für das erste Halbjahr des Inkrafttreten des Gesetztes, wobei alle 6 Monate weitere 10% hinzukommen, bis nach zweieinhalb Jahren die 50% Risikopuffer erreicht sind.
Das Gesetz ist einfach, planbar und kann sich auf ein paar Paragraphen mit Durchführungsverordnung beschränken. Alle rent-seeking Lobbys können davon gejagt werden, und brauchen sich um Manipulation der Gesetzgebung nicht mehr bemühen, und das weltweit.
Die "Leineweber-rule" ist damit das weltweit beste Instrument um die Hebel der Investmentbanker lahmzulegen und alle Systemrisiken künftighin auszuschalten. Hätte Leineweber die "Leineweber-rule vor 10 Jahren eingeführt, wäre die Weltwirtschaft nie in Gefahr gewesen.
Anmerkung: Die "Leineweber-rule" ist in Abwandlung auch auf Immobilienmärkte übertragbar.






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