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Devisenmarkt: „Euro auf kritischen Niveau“

Weder die Einigung der Euro-Finanzminister auf einen Rettungsschirm noch verbale Unterstützung von US-Notenbankchef Ben Bernanke haben dem Euro richtig helfen können. Die Gemeinschaftswährung kann sich nur leicht von ihren Tiefständen lösen.

HB DÜSSELDORF. Der Euro kann sich von seinen Tiefständen nicht absetzen. Die Gemeinschaftswährung bleibt auch am Dienstag mit Kursen knapp über der Marke von 1,19 Dollar weiterhin angeschlagen. Zwischenzeitlich hatte sich die Gemeinschaftswährung mit 1,1 982 Dollar etwas von seinem Vierjahres-Tief erholt. Doch am Nachmittag überwogen bereits wieder die Abtriebskräfte. Der Euro kostete noch 1,1 920 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,1942 (Montag: 1,1959) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8 374 (0,8 362) Euro.

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"Der Euro ist nach wie vor richtig schwach und auf einem kritischen Niveau", sagte Devisenexpertin Viola Stork von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Der Euro habe den Sprung zurück über die erst am Freitag unterschrittene Marke von 1,20 Dollar bisher nicht geschafft. Dies mache ihn anfällig für neue Kursverluste. An dem grundlegenden Bild habe sich mit der jüngsten kurzfristigen Erholung kaum etwas geändert.

Skeptisch aufgenommen wurde am Devisenmarkt das deutsche Sparpaket. „Das geht zulasten des Konsums und schnürt uns wirtschaftlich ab“, sagte ein Händler. „Zur Erinnerung: Das Konjunkturpaket der Deutschen hatte auch einen Umfang von 82 Milliarden Euro, die Folgen sind uns allen bekannt“, erklärten die Analysten vom Bankhaus Metzler.

Als Ausdruck der eingetrübten Stimmung werteten Analysten es, dass gute Konjunkturdaten aus Deutschland und das grüne Licht für den Euro-Schutzschirm der Gemeinschaftswährung nicht deutlich Rückenwind verliehen. Die deutsche Industrie war im April mit 0,9 Prozent stärker gewachsen als erwartet. „Eigentlich hätte man erwarten müssen, dass das endgültige Festzurren des Euro-Schutzschirmes den Euro wieder über 1,20 Dollar hebt. Aber nichts ist passiert“, sagte ein Händler. Die Zweckgesellschaft zur Beschaffung soll es hoch verschuldeten Euro-Staaten ermöglichen, mit der Garantie der anderen Mitgliedstaaten im Rücken Anleihen am Kapitalmarkt aufnehmen.

Auf der Stimmung lasteten auch kritische Worte der Ratingagentur Fitch zur Haushaltslage in Großbritannien. Das Königreich steht nach Einschätzung der Agentur bei der Sanierung seines Haushalts vor „enormen“ Herausforderungen. Der Verschuldungsgrad des Staats sei seit 2008 schneller gestiegen als in allen anderen Ländern mit der Top-Bonitätsnote „AAA“. Nötig sei daher eine überzeugende mittelfristige Konsolidierungsstrategie - darunter ein schnellerer Abbau des Defizits als noch im Haushalt vom April vorgesehen. Das Pfund Sterling fiel daraufhin auf 1,4366 Dollar, der Euro legte leicht zu auf 82,96 Pence.

Von der Unsicherheit profitierten erneut deutsche Bundesanleihen. Der Bund-Future lag 45 Ticks höher bei 129,76 Zählern. Dieser war am Mittag vom Juni- auf den Septemberkontrakt umgestellt worden. Der ausgelaufene Juni-Kontrakt war zuvor bis auf 130,37 Zähler geklettert. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf ein Rekordtief von 2,500 Prozent.

  • 08.06.2010, 16:11 UhrAnonymer Benutzer: Ameeon

    @Daniel Ly
    Das hört sich nach einer fiskalpolitischen Maßnahme von bernake an :-)

  • 08.06.2010, 14:02 UhrAnonymer Benutzer: Daniel Ly

    «Ein Dollar war am Morgen 91,70 Dollar wert.»

    Cool. ich tausche $10'000 gegen $917'000! Einverstanden? Oder bin ich schon zu spät?

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