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Euro-Krise: Anleger fliehen in die Schweiz

Investoren aus dem Euro-Raum fliehen erneut in die Schweiz. Doch diesmal geht es nicht darum, Steuern zu sparen. Stattdessen suchen sie Stabilität. Nur wenige Monate nachdem die Alpenrepublik international als Fluchtburg für Steuersünder gebrandmarkt wurde, erlebt die Schweiz eine wahre Renaissance.

Schweizer Flagge am Großen Aletschgletscher unweit der Riederalp. Für viele Anleger ist die Eidgenossenschaft ein Hort der Stabilität und Sicherheit. Quelle: dpa
Schweizer Flagge am Großen Aletschgletscher unweit der Riederalp. Für viele Anleger ist die Eidgenossenschaft ein Hort der Stabilität und Sicherheit. Quelle: dpa

ZÜRICH. Gordon Gekko hat wieder einmal die richtige Nase. "Switzerland is the best", sagt der gealterte Finanzhai in Oliver Stones Fortsetzung des Filmklassikers "Wall Street". Wie viele Investoren sucht auch Gekko in diesen unruhigen Zeiten nach dem sichersten Hort für sein Kapital. Und fündig werden die nervösen Anleger in der Schweiz. Nur wenige Monate nachdem die Alpenrepublik international als Fluchtburg für Steuersünder gebrandmarkt wurde, erlebt die Schweiz eine wahre Renaissance.

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Dabei glänzen die Eidgenossen ausgerechnet mit jenen Stärken, die den Euro-Ländern momentan abgehen: eine starke Währung, Haushaltsüberschüsse, sinkende Arbeitslosenzahlen und ein solides Wachstum. Noch im Februar hatte das US-Magazin "Newsweek" das "Ende der Schweiz" verkündet. Mit dem Bankgeheimnis schien auch das Wirtschaftsmodell der Alpenrepublik unterzugehen. Die Euro-Krise hat den Steuerstreit jedoch zum Nebenschauplatz gemacht. Gefragt sind jetzt Sicherheit und Stabilität - und davon hat die Schweiz mehr als alle anderen Staaten.

Darüber freuen sich die Schweizer Banken. "Wir spüren eine Fluchtbewegung gerade von deutschen Kunden", sagt Reto Giudicetti, Sprecher der Privatbank Vontobel in Zürich. Jenseits der Grenze sei man sehr nervös. Genüsslich wird in den helvetischen Medien berichtet, dass deutsche Sparer in der grenznahen Stadt Schaffhausen neue Konten bei der dortigen Raiffeisenbank eröffnen. Aber auch Kunden aus südeuropäischen Ländern suchten jetzt die politische Stabilität der Schweiz, heißt es in Zürich.

Bei der krisengeschüttelten Großbank UBS spürt man allerdings noch nichts von einer Trendwende. "Wir haben im ersten Quartal in Europa noch Kundengelder verloren", sagt Banksprecher Serge Steiner. Zudem müssen die Euro-Flüchtlinge nicht die Bank wechseln, um ihr Erspartes in Sicherheit zu bringen. Ein auf Schweizer Franken lautendes Fremdwährungskonto bei der deutschen Hausbank reicht vollkommen, um dem geschwächten Euro zu entfliehen.

Der Wechselkurs der Schweizer Währung gegenüber dem Euro ist seit Ausbruch der Krise zu einem Vertrauensbarometer geworden. Seit Jahresbeginn konnte der Franken um fast sechs Prozent zulegen und ist kurz davor, die psychologisch wichtige Schwelle von 1,40 zum Euro zu durchbrechen. Zum Vergleich: In seinen ersten zehn Jahren notierte der Euro durchschnittlich noch mit etwa 1,55 Franken.

  • 19.05.2010, 17:29 UhrAnonymer Benutzer: dosto

    Was macht denn ein Schweizer banker, wenn ich ihm 1 Million Euro gebe, rubbelt er sie in Franken um.
    Das wäre mir neu. Er legt sie da an woher der andere herkommt
    in Euro oder in Dollar.
    Der Schweizer Markt verfügt gar nicht über die Möglichkeit alle Gelder in Franken einzutauschen.
    Die arme Druckerei würde gar nicht nachkommen.
    Und dann wärs wieder Paqpiergeld a Masse,
    dabei solls doch wertvoll bleiben. Paßt aber nicht
    zusammen. Gebt den Lemmingen endlich den Gnadenschuß, eigentlich will sie gar keiner haben, wenn er nicht an ihnen verdienen würde.
    im Retten sein Geld verlieren, welch Unsinn,
    besser im Leben sein Geld lassen.
    Macht den Kopf frei und nicht so verbissen.

    Nun liebe Schweizer macht mal was draus, mit dem vielen Geld anderer. Die bringen nur eure produktive
    Wirtschaft durcheinander, da bleibt kein Auge trocken. ihr tut mir langsam ehrlich leid.
    Das Gammel unproduktive Geld, das viele, das ihr für
    die Menschheit retten sollt.
    Es liegt da wie ein Misthaufen und stinkt vor sich hin.

  • 19.05.2010, 17:09 UhrAnonymer Benutzer: CashCow7

    Die Schweiz ist nicht sicherer, sondern weniger sicher als andere Länder. Daran ändern auch Artikelchen nichts, die das Gegenteil suggerieren sollen.

    Grund ist der aufgeblähte Finanzsektor - im Falle einer schweren bankenkrise können Länder mit moderatem Finanzsektor ihre banken stützen. Die Schweiz kann dies im Fall einer wirklich schweren bankenkrise nicht, weil die Verbindlichkeiten der banken in Relation zum biP viel zu hoch sind. Das beispiel irland zeigt, wie leicht ein überdimensionierter Finanzsektor ein Land ruinieren kann. in der letzten Krise ist es für die Schweiz gerade noch einmal gut gegangen - ignorieren wird der rationale investor dieses strukturelle Risiko der Schweiz jedoch keinesfalls.

    Das völlige Fehlen belastbarer belege für die behauptete Fluchtbewegung sagt übrigens alles über die Qualität des Artikels.

  • 19.05.2010, 16:01 UhrAnonymer Benutzer: GuteBanken

    Es gibt keinerlei belege für in die Schweiz fliehende Anleger. Der Schweiz fehlt es außerdem an der notwendigen Substanz, um alleine für Stabilität zu garantieren. Tatsächlich wandern Kundengelder aus der Schweiz ab, wie CS und UbS berichten. Und innerhalb dieser beiden Großbanken verlagert sich das Geschäft und die Führungskompetenz weg von der Schweiz auf andere Finanzstandorte, insbesondere in die USA.

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