Devisen

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Finanzbranche: Goldman-Swap gehört nun einer Briefkastenfirma

Es war nur ein einziger Deal, und seither sind neun Jahre vergangen. Aber das Devisentauschgeschäft, mit dem die US-Bank Goldman Sachs den Griechen half, ihre Schulden und ihr Defizit zu drücken, könnte für die Beteiligten noch einmal teuer werden.

Die National Bank of Greece erwarb den Devisen-Swap, der später bei der Londoner Briefkastenfirma "Titlos" landete. Quelle: IMAGO
Die National Bank of Greece erwarb den Devisen-Swap, der später bei der Londoner Briefkastenfirma "Titlos" landete. Quelle: IMAGO

LONDON/ATHEN. Heute gehört der Devisen-Swap einer Londoner Briefkastenfirma namens "Titlos", die wiederum mit der National Bank of Greece (NBG) verbunden ist. Diese Geschäftsbank, an der der griechische Staat indirekt zwölf Prozent hält, nutzte moderne Finanztechnik, um aus dem umstrittenen Swap Wertpapiere zu kreieren, die als Sicherheit für Kredite der Europäischen Zentralbank (EZB) taugen. Sollte sich die Schuldenkrise weiter verschärfen und die Bonitätsnote der NBG in Gefahr geraten, könnten der Bank allerdings finanzielle Lasten drohen.

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2001 arrangierten die Goldman-Banker einen Devisen-Swap für die griechische Regierung. Investoren nutzen solche Transaktionen üblicherweise, um Wechselkurs- und Zinsrisiken abzusichern. Aber anders als eine ganze Serie solcher Geschäfte von 1998 bis 2000 war dieser Swap so konstruiert, dass er einen versteckten Kredit enthielt, der Griechenland half, die Kriterien der Währungsunion einzuhalten.

Konkret ging es darum, Schulden von rund zehn Mrd. Dollar in Euro umzuwandeln. Dabei legte Goldman allerdings Wechselkurse zugrunde, die unter dem Marktpreis lagen. Auf diese Weise kam Athen in den Genuss einer Einmalzahlung, die einem Kredit von Goldman Sachs entsprach. Das zusätzliche Risiko sicherte die US-Bank über ein Geschäft mit der Dubliner Filiale der Depfa-Bank ab. Goldman beziffert den Finanzvorteil, den sich die Griechen durch die damals nach Auffassung der Bank zulässige Transaktion sicherten, auf 2,4 Mrd. Euro. Die Swaps hätten das Staatsdefizit 2001 um 0,14 Prozentpunkte gesenkt.

2005 verkaufte Goldman den Devisen-Swap nach Informationen aus Finanzkreisen an die National Bank of Greece. Die kam 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, auf die Idee, das umstrittene Geschäft in Papiere zu verwandeln, die man als Sicherheit für Liquiditätshilfen der EZB hinterlegen konnte.

  • 01.03.2010, 16:07 UhrJonas

    Hätte ein Unternehmer so gewirtschaftet, wäre das klarer betrug. bei Politikern spricht man wohl von Gestaltungsfreiräumen.

    Jeder kleine Dieb bekommt die volle Härte des GEsetzes zu spüren, bei den Grossen hingegen nickt man anerkennend mit dem Kopf.


    SPERRT SiE ENDLiCH EiN !

  • 01.03.2010, 15:23 UhrThe Observer

    Kurz....aber nur ganz kurz hatte ich bedenken, daß ein Zahlungsausfall drohen könnte.
    Danke an das Finanzministerium, das mir meine Ängste (bis zum endgütigen Exodus) nehmen konnte.

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