_

Griechenland: Die Spekulation gegen den Euro läuft langsam heiß

Die Verschuldungsprobleme Griechenlands und einiger anderer EU-Staaten haben eine massive Spekulationswelle gegen den Euro ausgelöst. Am Devisenmarkt wird mit Hilfe synthetischer Finanzinstrumente derzeit auf eine weitere Schwächeperiode des Euro-Kurses spekuliert.

Kurstfafel einer Bank in Athen. Die dramatische Haushaltssituation der Griechen setzt den Euro unter Druck. Quelle: ap
Kurstfafel einer Bank in Athen. Die dramatische Haushaltssituation der Griechen setzt den Euro unter Druck. Quelle: ap

FRANKFURT. "Dem Euro bläst ein heftiger Gegenwind ins Gesicht", sagt Volkswirt Lothar Heßler von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Am Dienstag sorgten Gerüchte über ein bevorstehendes Rettungspaket für Griechenland allerdings für eine Stärkung des Euro-Kurses auf zwischenzeitlich 1,3836 Dollar. Am Abend gab die Gemeinschaftswährung aber einen Teil ihrer Gewinne wieder ab und notierte bei rund 1,3780 Dollar. Zum Vergleich: Am 20. Juli 2008 hatte der Euro mit einem Kurs von 1,6038 Dollar seinen bisherigen Höchststand erreicht.

Anzeige

Spekulationen pro oder contra die führenden Weltwährungen, wie sie jetzt gegen den Euro geführt werden, laufen vor allem über die Terminmärkte. Diese Transaktionen werden mit synthetischen Finanzprodukten - also Derivaten - durchgeführt und finden vor allem im Interbankenhandel, zunehmend aber auch an organisierten Terminbörsen wie der Chicago Mercantile Exchange (CME) statt. Spekulanten können hier mit geringem Einsatz ein großes Rad drehen, weil sie bei Swaps, Forwards, Optionen und Futures nur einen Teil des dem Geschäft zugrunde liegenden Nominalwertes einsetzen müssen.

Devisen-Derivate werden meist unreguliert gehandelt

Währungs-Swaps sind Tauschgeschäfte, bei denen Investoren sich Geld in Währung A leihen, es verkaufen und den Ertrag in Währung B investieren. Wenn Währung A im Kurs fällt, können sie das geliehene Geld billiger zurückgeben. Swaptions sind Optionsgeschäfte auf Swaps. Unter Forwards versteht man freie Vereinbarungen, bei denen zwei Parteien den Kauf und Verkauf einer Währung zu einer bestimmten Zeit in der Zukunft zu einem vorab fixierten Preis verabreden. Futures sind standardisierte, an Börsen handelbare Kontrakte, bei denen zwei Parteien den Kauf und Verkauf einer Währung zu einer bestimmten Zeit in der Zukunft zu einem fixen Preis und in einer fixen Menge vereinbaren.

Solche Devisen-Derivate werden zu mehr als 95 Prozent im direkten Handel zwischen Banken und großen Finanzinstituten weitgehend unreguliert im sogenannten Interbankenmarkt abgewickelt, wie Statistiken der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigen. Im Gegensatz zu diesem Freiverkehrsmarkt nimmt sich das Volumen standardisierter Devisen-Derivate wie Optionen und Futures an den Terminbörsen bescheiden aus.

  • 25.05.2010, 21:41 UhrAnonymer Benutzer: Askay

    @Peti @RDA

    Unglaublich wie wenig Gedanken sich beide über weltwirtschaftliche Zusammenhänge machen. Nur weil keine Ahnung da ist (alleiibne das ist schon eine Katastrophe) - verbieten???? Das ist, wie wenn bP Chemie aufs Öl kipp, damit man es nicht mehr sieht. Schlimm, schlimm, so ein Denken. Und der blödsinn der Trennung von "Real-" zu "Finanzwirtschaft" - He Leute, das war mal ein akademisches Konstrukt und hat mit der Realität nichts zu tun.

    Habe gerade in einem Forum gelesen:

    "......1932 ging man so weit, um Kapitalflucht zu stoppen, dass man Käufe im Ausland nachweisen musste, d.h. die Ware musste innerhalb von 4 Wochen nach Deutschland importiert werden. Vorher waren Käufe im Ausland benutzt worden, um Geld ins Ausland zu transferieren......."

    ist das eine Vorbereitung zu Devisenkontrollen? (vielleicht im Voraus zu Steuererhöhungen?) Auf jeden Fall empfehlen wir allen Vermögenden in unserem Umfeld - "Keinen unnötigen Cent in Deutschland lassen". Kleingeld, wie Gehälter etc. OK - aber kein Vermögen. Und wir sind absolut sicher, viele denken wie wir. Absurd dabei ist, gerade die CDU mit Schäuble ruiniert das Land durch solche undurchdachten Alleingänge absichtlich. Und dabei dachten wir doch immer "das Ende ist Nahles".

  • 10.05.2010, 12:18 UhrAnonymer Benutzer: Peti

    Währungs-Swaps, Swapopitonen, Forwards, Futures usw. usw. ???
    Kann mir nicht mal jemand erklären, welchen Nutzen diese Konstrukte für die Realwirtschaft unserer Staaten haben? Da zwingen verantwortungslose Spekulanten (nicht etwa "die Märkte") im Rahmen selbst definierter Legalität mit kriminellen Methoden ganze Volkswirtschaften in die Knie. Dagegen ist doch jedes Pokerspiel im Hinterzimmer eines Pornokinos eine harmlose Vergüngungsveranstaltung. Sollte etwa der alte Marx mit seiner Kritik am hemmungslosen Kapitalismus doch noch Recht behalten? Warum ist die politische Elite so wenig in der Lage oder so wenig daran interessiert, diesen Zockern das Handwerk zu legen?
    Gewiß ist die hemmungslose Überschuldung der öffentlichen Haushalte eine Ursache für die Probleme im Euroland. Legitimiert das aber die Kasinowirtschaft der sog. "Finanzmärkte"?

  • 11.02.2010, 22:18 UhrAnonymer Benutzer: RDA

    Jetzt geht das Gezocke wieder von vorn los! Termingeschäfte sind zwar teilweise wichtig für die Realwirtschaft, aber sie sollten folgendermaßen reguliert werden: 1. Alle Geschäfte müssen zwingend über eine Clearingstelle (börse etc.) abgewickelt werden. 2. Der initial Margin muss auf 50% erhöht werden, damit man nicht Unmengen von Kontrakten öffnet, die man niemals mehr zurückzahlen kann. Kleiner Pferdefuß an diesem Modell: Es belastet die Liquidität, aber in Zeiten niedriger Geldmarktzinsen ist das verkraftbar.

  • Die aktuellen Top-Themen
Börse New York: Krisen-Angst lähmt Wall Street

Krisen-Angst lähmt Wall Street

Auch die beste Kauflaune der US-Konsumenten seit Jahren half nicht. Die Händler in New York konzentrieren sich auf die drohende Eskalation der Schuldenkrise in der Euro-Zone. Der Dow tauchte vor Handelsschluss nochmals.

Austritt Griechenlands: Heilsamer Schnitt?

Heilsamer Schnitt?

Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist kein Tabu-Thema mehr. Doch was wären die Folgen? Zunächst einmal großes Chaos, vermuten Experten. Auf lange Sicht aber könnte der Euro gewinnen.

So reich wie nie: Wo die Deutschen ihr Vermögen anhäufen

Wo die Deutschen ihr Vermögen anhäufen

Von wegen Krise: Die Menschen in Deutschland haben so viel Vermögen wie nie zuvor. Doch bei der Geldanlage ist heute nicht Ertrag, sondern Sicherheit das oberste Gebot. Wie und wo die Deutschen ihr Geld anhäufen.

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Video

Börsen-News Börse Frankfurt am Abend

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenausklang eine Achterbahnfahrt hingelegt. Neue Probleme im hoch verschuldeten Spanien wirkten sich belastend auf das Handelsgeschehen aus.

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen