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Leitwährung unter Druck: Der Dollar – billig, aber unverzichtbar

Der Nimbus der US-Währung hat Kratzer bekommen. Weil die US-Notenbank ungezügelt Dollar druckt, verliert die US-Währung an Wert. Der Dollar notiert auf dem tiefsten Stand seit Monaten. Die Finanzwelt wird langsam nervös. Kritiker rufen bereits das Ende der Vormachtstellung aus. Doch eine Alternative ist nicht in Sicht. Noch nicht.

Fiktive Dollarnote: Der Dollar gerät stärker unter Druck. Quelle: Reuters
Fiktive Dollarnote: Der Dollar gerät stärker unter Druck. Quelle: Reuters

FRANKFURT. Noch vor wenigen Wochen hieß es, der Euro stehe vor dem Aus. Die Schuldenkrise im Süden Europas sei der Anfang vom Ende der Währungsgemeinschaft. Und jetzt? Der Euro hat aufgeholt, er liegt über 1,36 Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit April. Aber nicht weil Europa so glänzend dasteht; mit Irland ist sogar ein weiterer Krisenherd dazugekommen. Doch der Dollar ist noch stärker unter Druck geraten. Der Markt „bestrafe die Gelddrucker“, sagt Calvin Tse, Devisenstratege von Morgan Stanley. Der Dollar-Index, der die Kursbewegung zu den Devisen der sechs wichtigsten Handelspartner der USA abbildet, fiel auf ein Acht-Monats-Tief.

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Für die Schwäche des Dollars gibt es mehrere Gründe. Die Hauptrolle spielt dabei die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und ihre laxe Geldpolitik. „Quantitative Easing“ heißt das Werkzeug, mit dem Notenbankchef Ben Bernanke seit Ausbruch der Finanzkrise herumhantiert. Es bedeutet nichts anderes, als dass die Fed mit frisch gedruckten Dollar Staatsanleihen aufkauft und so zusätzlich Liquidität in die Finanzmärkte pumpt. Mit jedem Dollar, den die Notenbanker in den Geldkreislauf bringen, verlieren die Noten, die schon im Umlauf sind, an Wert.

„Dem Dollar steht eine lange Schwächephase bevor“

Auf der letzten Notenbanksitzung Mitte September hat Bernanke bereits angedeutet, mit der wundersamen Geldvermehrung noch eine ganze Weile weitermachen zu wollen. Schon bald könnte die US- Notenbank die Geldpolitik weiter lockern, um die Konjunktur zu stützen. Der Präsident der Federal Reserve Bank Atlanta, Dennis Lockhart, erklärte, die Debatte über eine neue Runde von Wertpapierkäufen durch die Notenbank werde sich bald "intensivieren".

Hinzu kommt: Geld ist derzeit praktisch zum Nulltarif zu haben. Nachdem vor zwei Jahren die Investmentbank Lehman Brothers zusammengebrochen war, senkte die Fed ihren Leitzinssatz auf faktisch null Prozent, um die Wall Street vor dem Untergang zu bewahren. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer Politik des billigen Geldes, deren Anfänge bis in die 1990er-Jahre zurückreichen. Damals hieß der oberste Währungshüter noch Alan Greenspan. Seine großzügigen Geschenke an die Finanzbranche führten letztlich zur Dotcom- und zur Immobilienblase.

Wilhelm Schorn, Währungsexperte von Allianz Global Investors, geht davon aus, dass dem Dollar eine lange Schwächephase bevorsteht. „Nicht zuletzt, weil Inflationsbekämpfung nur schwach in der Geldpolitik der Fed verankert ist“, sagt Schorn. Dabei hat der Dollar in den vergangenen Jahren schon deutlich an Wert verloren – gegenüber fast allen wichtigen Währungen. Das zeigt ein Blick auf die Zehnjahres-Charts. Rund 33 Prozent hat der Dollar seit dem Jahr 2000 gegenüber dem Euro abgewertet, 22 Prozent zum Yen, 31 Prozent gegenüber dem kanadischen Dollar, mehr als 40 Prozent zum Schweizer Franken.

  • 29.09.2010, 19:29 UhrAnonymer Benutzer: Nur ein paar Fakten

    Die investoren aus aller Welt kaufen so viele US-Staatsanleihen, dass jede neue Monatsauktion um 300% übersubskribiert ist. So wird der Dollar noch billiger und die Zinsen fallen weiter. im August gelang es der Firma ibM, eine Milliardenanleihe zum Weltrekord von nur 1% Zinsen spielend zu verkaufen. Die investoren fühlen sich mit 1% von ibM offenbar sicherer als mit 10% oder 12% aus Spanien oder Griechenland.

    So wie der Dollar billiger wird, verteuert sich der Euro weiter. Resultat: höhere Gewinne für US-Exportfirmen, geringere Gewinne für deutsche Exportfirmen. Deshalb fielen gestern die deutschen Aktien.

  • 29.09.2010, 19:29 UhrAnonymer Benutzer: Goldsilber

    Der Schweizer Franken gilt als eine der letzten harten Währungen der Welt, als sichere Reserve für investoren. Dummerweise ist der Währungsraum vergleichsweise klein. Zum Dollar hält sich der Franken - wie sollte es anders sein - locker im Plus.
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    So wie dem Franken, wäre es uns mit unserer harten Deutschen Mark auch gegangen, wenn wir nicht so idiotisch gewesen wären, alles dem Export unterzuordnen und dieser Geld- und Wohlstandsvernichtungsmaschine EU beigetreten wären.
    Wir hätten unsere hochwertigen Waren und Produkte trotzdem weiterhin auf dem Weltmarkt verkauft.
    Wir würden alle in D besser leben und wären ein sicherer Hafen für die Kapitalanleger.
    Deutschland schnellstens raus aus der EU.
    Scheiß Euro, zurück zur DM.

  • 29.09.2010, 19:09 UhrAnonymer Benutzer: herbniza

    @ Ron777 - ... und wenn wir kein Glueck haben, bleibt unsere freie Wirtschaftsordnung auf der Strecke und wir haben weltweit verschiedene Formen der Verwaltungswirtschaft mit Essensmaerkchen und so weiter.

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