
HB DÜSSELDORF. Der Fall des Euro ist erst einmal gestoppt. Angesichts gut aufgenommener deutscher Konjunkturdaten hat der Euro am Montagnachmittag zwar etwas Boden gutgemacht. Doch mochten Händler keine Entwarnung geben: Die Schuldenprobleme in einigen europäischen Ländern, die Uneinigkeit der G20-Länder und sogar die schwächelnde US-Konjunktur dürften vorläufig weiter auf den Euro lasten.
Die Gemeinschaftswährung fiel am Morgen zeitweise bis auf 1,1878 Dollar und damit den niedrigsten Stand seit März 2006. Am frühen Nachmittag lag sie wieder bei 1,1950 Dollar, was Händler auch auf den guten Start der deutschen Industrie ins Frühjahr zurückführten. Der Auftragseingang war um 2,8 Prozent gestiegen. Analysten hatte im Schnitt nur mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Doch dürfte dies dem Euro nur eine kurze Verschnaufpause geben.
„Es hat momentan den Anschein, als habe sich alles gegen den Euro verschworen, selbst wenn bestimmte Ereignisse ihn nur am Rande betreffen“, sagte Unicredit-Währungsanalyst Armin Mekelburg. Vor allem die Geschwindigkeit der Euro-Abwertung bereite Vielen in der Europäischen Union Ungemach. Das Tempo der Talfahrt sei Anlass für größere Sorge als das aktuelle Kursniveau, erklärte EU-Kommissar Olli Rehn. Auch Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker betonte, sich über das Kursniveau nicht zu sorgen. Andere Regierungsvertreter verwiesen sogar darauf, dass ein niedrigerer Euro-Kurs schließlich dem Export zugute komme. Die Einschätzung, dass einigen Regierungen ein schwacher Euro ganz recht sein könnte, lastete zusätzlich auf den Euro.
FOKUS 2-Euro bleibt der Prügelknabe der Anleger=
Zur Unsicherheit trug nach Einschätzung von Analysten auch bei, dass die G20-Länder am Wochenende keine Einigkeit über den richtigen Weg aus der Schuldenkrise erreichen konnten. Die USA und viele Schwellenländer fürchten, dass ein rigider Sparkurs in Deutschland und anderen Ländern die Erholung der Weltwirtschaft abwürgen könnte. „Es gibt die Angst, dass der fiskalpolitische Druck die Konjunktur in Europa abwürgen könnte“, erklärte DZ-Bank-Analyst Christoph Müller. Die Bundesregierung will bis 2014 rund 80 Milliarden Euro einsparen.
Seit Freitag lastet zudem die Sorge um die Haushaltslage osteuropäischer Länder - allen voran - Ungarn - auf dem Euro. Zu Wochenbeginn übte sich die Regierung in Budapest um Schadensbegrenzung, nachdem sie sich selbst am Freitag ins Gerede gebracht hatte. Regierungsvertreter hatte die Märkte mit der Aussage geschockt, in Ungarn könnte es zu einer Krise wie in Griechenland kommen.
Zitat: "Angst essen Euro auf", kommentierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf in Anlehnung an den Filmtitel "Angst essen Seele auf". Die Unsicherheit trieb Anleger in die als relativ sicher geltenden bundesanleihen.
Kann mir das bitte einer erklären? bundesanleihen sind doch zum Großteil auch in Euro?





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