_

Währungen: Der Dollar-Verfall nimmt kein Ende

Der Euro ist nur noch knapp sieben Prozent von seinem Allzeithoch zum Dollar entfernt. Im vergangenen Jahr hatte die junge Währung zum ersten Mal fast 1,60 Dollar gekostet. Aktuell kratzt der Euro an der Marke von 1,50 Dollar. - und Währungsexperten erwarten, dass der Dollar kurzfristig weiter fällt.

Der Dollarkurs steuert auf ein Rekordtief zu. Quelle: ap
Der Dollarkurs steuert auf ein Rekordtief zu. Quelle: ap

FRANKFURT. Der Wechselkurs zum Dollar allein zeigt nicht das ganze Bild. Erik Nielsen, der Europa-Chefvolkswirt von Goldman Sachs, weist darauf hin, dass der Euro handelsgewichtet so hoch steht wie noch nie. Handelsgewichtet bedeutet, dass aus den Währungen der wichtigsten Handelspartner ein synthetischer Korb gebildet wird. Neben dem US-Dollar hat das extrem schwache britische Pfund in diesem Korb ein hohes Gewicht. Deshalb ist der handelsgewichtete Außenwert des Euro derzeit zehn Prozent höher als vor einem Jahr.

Anzeige

Immer wenn die Überbewertung einer Währung große Ausmaße annimmt, fangen die Marktteilnehmer an, mit Argusaugen die Währungsverantwortlichen zu beobachten, um zu sehen, ob sie Interventionen zur Währungsschwächung androhen. Dazu braucht eine Zentralbank nur Dollar und andere schwache Währungen zu kaufen, was sie im Prinzip in unbegrenztem Ausmaß tun kann.

Die Schweizer Nationalbank hat keine Hemmungen, auf diese Weise der Aufwertung des Franken entgegenzuwirken, aber der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, hat bisher nur sehr vorsichtig den Wunsch nach einem Ende des Euro-Höhenflugs anklingen lassen. „Interventionen erwarte ich erst, wenn der Euro noch viel höher steigt“, drückt Nielsen die vorherrschende Meinung der Analysten aus. Auch Steven Pearson, Leiter Währungsstrategie der Bank of America, glaubt nicht, dass der Euro schon das Ausmaß an Überbewertung erreicht hat, bei dem man eine Eskalation der dollarstützenden Äußerungen erwarten sollte.

Die meisten Analysten halten sich mit steilen Prognosen zur weiteren Dollarabwertung zurück, denn der Dollar wird ohnehin weithin als im Vergleich zu seiner Kaufkraft deutlich zu billig betrachtet. Auf sehr lange Sicht bewegen sich Währungen fast immer auf Kurse zu, die ihrer Kaufkraft entsprechen. Doch auf kurze Sicht dominiert bei den großen Häusern die Erwartung, dass der Dollar noch weiter abwertet und der Euro noch stärker wird. So sieht die Deutsche Bank den Euro am Jahresende bei 1,55 Dollar; die Analysten der Bank of America erwarten ebenfalls, dass der Dollar weiter abwertet, ohne aber abzustürzen.

Der Europa-Chefvolkswirt der Unicredit, Aurelio Maccario, weist auf einen wichtigen Unterstützungsfaktor für den Dollar hin. Das Defizit in der US-Leistungsbilanz ist im vergangenen Quartal auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts gefallen. Das ist weniger als halb so hoch wie noch vor wenigen Jahren. Lange Zeit war es vor allem der hohe Importüberschuss der USA, der von den Analysten als Grund für die beobachtete und noch nötige Abwertung des Dollars angeführt wurde. Eine schwächere Währung macht die Waren des betroffenen Landes im Ausland billiger. Sie erleichtert damit den Export und macht es heimischen Produzenten leichter, gegenüber Importen zu bestehen.

Derzeit ist es vor allem die Anlagepolitik der wichtigsten Halter von offiziellen Währungsreserven, die den Analysten Grund zur Dollar-Skepsis bieten. Es gibt Indizien, dass sie ihre Reserven vom Dollar weg in andere Währungen wie den Euro umschichten. Allein China hat Währungsreserven von über zwei Billionen Dollar, gibt deren Zusammensetzung aber nicht bekannt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Börse New York: Krisen-Angst lähmt Wall Street

Krisen-Angst lähmt Wall Street

Auch die beste Kauflaune der US-Konsumenten seit Jahren half nicht. Die Händler in New York konzentrieren sich auf die drohende Eskalation der Schuldenkrise in der Euro-Zone. Der Dow tauchte vor Handelsschluss nochmals.

Austritt Griechenlands: Heilsamer Schnitt?

Heilsamer Schnitt?

Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist kein Tabu-Thema mehr. Doch was wären die Folgen? Zunächst einmal großes Chaos, vermuten Experten. Auf lange Sicht aber könnte der Euro gewinnen.

So reich wie nie: Wo die Deutschen ihr Vermögen anhäufen

Wo die Deutschen ihr Vermögen anhäufen

Von wegen Krise: Die Menschen in Deutschland haben so viel Vermögen wie nie zuvor. Doch bei der Geldanlage ist heute nicht Ertrag, sondern Sicherheit das oberste Gebot. Wie und wo die Deutschen ihr Geld anhäufen.

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Video

Börsen-News Börse Frankfurt am Abend

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenausklang eine Achterbahnfahrt hingelegt. Neue Probleme im hoch verschuldeten Spanien wirkten sich belastend auf das Handelsgeschehen aus.

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen