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Weltwährungssystem: Yuan kann Dollar global nicht ersetzen

Nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft stellt der Yuan kurzfristig keine Alternative zum Dollar dar. Dennoch hat China bei der Reformierung des Weltwährungssystems eine Schlüsselrolle inne.

Ein chinesischer Bankangestellter zählt US Dollar hinter einem Bündel chinesischer Banknoten. Quelle: dpa
Ein chinesischer Bankangestellter zählt US Dollar hinter einem Bündel chinesischer Banknoten. Quelle: dpa

BerlinDer US-Dollar muss nach Einschätzung des Währungsexperten Rolf J. Langhammer trotz vieler Schwächetendenzen in den USA auf absehbare Zeit nicht um seine Rolle als Welt-Leitwährung fürchten. „Es gibt einfach kurzfristig keine Alternativen zum Dollar als Leitwährung“, sagte der Vizepräsident der Kieler Instituts für Weltwirtschaft am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview.

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Die Währung der weltwirtschaftlichen Wachstumslokomotive China, der Yuan, sei noch weit davon entfernt, in eine Ersatzfunktion rücken zu können. Auf lange Sicht werde sich die Leitwährungsfunktion stärker auf den US-Dollar, den Euro - so der Währungsraum seine Probleme überwindet - und den Yuan verteilen. Eine volle Internationalisierung und Flexibilisierung des Yuan brauche aber noch einige Zeit.

Langhammer bezog sich auf die von China wiederbelebte Diskussion über die Funktion des Dollar als Leitwährung nach der jüngsten USA-Bonitätsabwertung durch eine Ratingagentur. „So schnell geht das alles nicht“, sagte der Wissenschaftler mit Blick auf eine Reform der Weltwährungssystems, an der im Kreis der 20 führenden Schwellen- und Industrieländer (G20) gearbeitet wird. Auch nach dem Verlust des Spitzenratings für die USA gelte, „dass der US-Anleihenmarkt der liquideste, der tiefste, der vielschichtigste“ in der Welt sei. „Er ist immer noch der sichere Hafen - wo sollte man Anlagen sonst platzieren, wenn man Angst hat“, gab er zu bedenken.

Mehr als „ein Tritt gegen das Schienbein“ sei die Ratingkorrektur daher nicht. „Sie hat für die Leitwährungsdiskussion kurzfristig keine Bedeutung.“ Langhammer verwies auf verschiedenen Aspekte, die mit einer Leitwährung verbunden sind. Er nannte die Verrechnungsfunktion für den Handel, die Ankerwährungsfunktion, die Funktion als Transaktionswährung und viele mehr. „So lange die Chinesen nicht ihre Währung internationalisieren, gibt es keinen Ersatz für den Dollar“, erklärte er.

Auch der Euro sei nicht in der Lage, diese Rolle zu übernehmen. Die Sonderziehungsrechte des IWF, die auf einem Währungskorb beruhen, eigneten sich nur als „Reservemedium für Zentralbanken“, nicht als Verrechnungs- und Zahlungsmittel.

Flexiblere Wechselkurspolitik nur in „Homöopathischen Dosen“

Für Änderungen am Weltwährungssystem gelte aber: „Der Schlüssel liegt vor allem bei China“. Die Internationalisierung des chinesischem Yuan wird nach Langhammers Auffassung nur sehr langsam laufen. „Die Chinesen fangen erst einmal damit an, was am leichtesten ist: ihn als Verrechnungswährung für den Handel stärker zu nutzen.“ Bei allem anderen regiere Vorsicht. So werde man zunächst nur sehr ausgewählten Investoren die Möglichkeit geben, auf dem chinesischen Kapitalmarkt mit Yuan zu handeln.

Dabei dürften langfristige Investitionen, Beteiligungen an Unternehmen, im Vordergrund stehen. Was eine flexiblere Wechselkurspolitik beim Yuan angehe, so laufe eine langsame Lockerung von der Bindung an den Dollar nur in „sehr homöopathische Dosen“. China wisse, dass die Aufwertung seiner Währung den Inflationsdruck im Lande dämpfe. Andererseits vermindere das den Wert der eigenen Devisenreserven. Rund ein Drittel der Devisenreserven des Landes von gut drei Billionen Dollar sind - schlecht verzinst - in Dollar angelegt.

Dabei weist Langhammer darauf hin, dass den hohen Devisenreserven Chinas hohe Verpflichtungen in Yuan gegenüberstehen - etwa seitens maroder Staatsunternehmen, hochverschuldeter Kommunen. „Das sind Verpflichtungen, die in heimischer Währung getätigt werden müssen. Dazu benötigte man gegebenenfalls Devisen.“ Wenn der Yuan aber im Wert steige, könnte es hier Probleme geben.

Zudem will sich China laut Langhammer offenbar nicht den Unwägbarkeiten internationaler Kapitalströme im eigenen Land aussetzen. Eine radikale Öffnung der Kapitalmärkte, eine schnelle Konvertibilität des Yuan, „könnte schockartig für China sein“, warnte er. Dies könnte, wenn es zu abrupt geschehe dramatische Folgen haben bis hin zu einem „Finanz-Tsunami“.

Doch auch wenn der Yuan die Dollar-Rolle als Leitwährung auf überschaubare Zeit nicht übernehmen kann, wird die Politik der Chinesen gegenüber dem Dollar nach Langhammers Worten zwiespältig bleiben. „Sie reden schlecht über den Dollar, auf der einen Seite, auf der anderen Seite stützen sie ihn durch die Bindung ihrer Währung, legen Reserven im Dollar an.“

  • 11.08.2011, 16:29 UhrAnonymer Benutzer: Honk

    Chinas Traum sind feste Wechselkurse aller großen Währungen. Diese Kurs dürften auch nicht mehr ohne die Zustimmung von China geändert werden. Das ganze wird dann beim IWF angesiedelt. Wenn eine Währung, wie der Euro schwächelt müssen alle Helfen, den Euro vor der Abwertung zu bewahren. Jetzt muss China alleine dafür sorgen, mit Euro Ankäufen, das der Euro überbewertet bleibt. Wenn der Euro letzlich nicht zu halten ist, wirds übelst teuer für China. Die kaufen Euros zu 1,40 auf, wenn der reale Kurs aber 1,20 beträgt, verlieren die bei einer Abwertung diese 20 Cent. Bei deren Devisenreserven dürften das richtig viele Milliarden kosten.
    So eine Euro Dollar Parität dürfte die Chniesischen Exportuere reihenweise in die Pleite treiben.

  • 11.08.2011, 15:25 UhrZwecker

    So lange in China Kommunismus herscht, wird der Yuan niemals eine Leitwährung. Wer will schon eine Währung die der Willkür der Politik völlig ausgesetzt ist!? Für mich kommt nur der Euro in Frage dafür aber dafür muss noch viel getan werden, wie zum Beispiel ein paar Länder aus dem Euroraum schmeißen.

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