Rohstoffe

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Branchenverband: Nachfrage nach Gold lässt deutlich nach

Gold wird unbeliebter. Im dritten Quartal sank die Nachfrage nach dem Edelmetall um mehr als ein Zehntel im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem bleibt die Branche optimistisch.

Die Nachfrage nach Gold hat zwischen Juli und September deutlich nachgelassen. Quelle: Reuters
Die Nachfrage nach Gold hat zwischen Juli und September deutlich nachgelassen. Quelle: Reuters

LondonDie weltweite Nachfrage nach Gold ist nach Einschätzung des Branchenverbands World Gold Council (WGC) im dritten Quartal deutlich gesunken. Der Verband gehe von einem Rückgang im Jahresvergleich von 11 Prozent auf 1084,6 Tonnen aus, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht.

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Weltweite Nachfrage nach Gold in Tonnen

  • 2002

    Schmuck: 2.662

    Barren und Münzen: 352

    Technologie: 358

    Öffentlicher Sektor: -547

    Gesamt: 2.827

  • 2003

    Schmuck: 2484

    Barren und Münzen: 302

    ETFs: 39

    Technologie: 386

    Öffentlicher Sektor: -620

    Gesamt: 2.592

  • 2004

    Schmuck: 2.616

    Barren und Münzen: 347

    ETFs: 133

    Technologie: 419

    Öffentlicher Sektor: -479

    Gesamt: 3.036

  • 2005

    Schmuck: 2,719

    Barren und Münzen: 394

    ETFs: 208

    Technologie: 438

    Öffentlicher Sektor: -633

    Gesamt: 3.095

  • 2006

    Schmuck: 2.300

    Barren und Münzen: 414

    ETFs: 260

    Technologie: 468

    Öffentlicher Sektor: -365

    Gesamt: 3.077

  • 2007

    Schmuck: 2.423

    Barren und Münzen: 434

    ETFs: 253

    Technologie: 476

    Öffentlicher Sektor: -484

    Gesamt: 3.103

  • 2008

    Schmuck: 2.304

    Barren und Münzen: 868

    ETFs: 321

    Technologie: 461

    Öffentlicher Sektor: -235

    Gesamt: 3.719

  • 2009

    Schmuck: 1.814

    Barren und Münzen: 779

    ETFs: 623

    Technologie: 410

    Öffentlicher Sektor: -34

    Gesamt: 3.591

  • 2010

    Schmuck: 2.017

    Barren und Münzen: 1.201

    ETFs: 382

    Technologie: 466

    Öffentlicher Sektor: 77

    Gesamt: 4.143

  • 2011

    Schmuck: 1.974

    Barren und Münzen: 1.505

    ETFs: 185

    Technologie: 453

    Öffentlicher Sektor: 458

    Gesamt: 4.574

Trotz des deutlichen Rückgangs liege die weltweite Nachfrage aber weiterhin über dem Fünf-Jahresdurchschnitt von 984,7 Tonnen pro Quartal. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Nachfrage nach dem Edelmetall laut dem Branchenverband in den Monaten Juli bis September um 10 Prozent geringer ausgefallen. Allerdings waren im dritten Quartal 2011 historische Rekordwerte verzeichnet worden.

Der für den globalen Goldhandel besonders wichtige Markt in Indien habe im dritten Quartal „Anzeichen einer Erholung gezeigt“, hieß es weiter in der Mitteilung. Nach einem Einbruch von rund 30 Prozent im zweiten Quartal meldete der World Gold Council für die Monaten Juli bis September einen Anstieg um neun Prozent auf 223,1 Tonnen. Als Ursache nannte der Verband unter anderem einen Anstieg der Nachfrage in der Schmuckindustrie. In keinem Land der Welt kaufen Menschen so viel Gold wie in Indien.

Was Sie über Gold wissen sollten

  • Was ist Gold?

    Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

  • Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

    Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

  • Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

    Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

  • Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

    In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

  • Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

    Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

  • Was passiert mit dem Gold?

    29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

  • Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

    Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

    Quelle: World Gold Council

  • Wer sind die größten Goldbesitzer?

    Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Trotz des Rückgangs im dritten Quartal rechnet der Branchenverband weiterhin mit einem Wachstum der Goldnachfrage. „Gold beginnt ein Teil der Finanzindustrie zu werden“, sagte WGC-Geschäftsführer Marcus Grubb. Mittelfristig werde unter anderem die extrem expansive Geldpolitik führender Notenbanken für ein weiteres Wachstum am Geldmarkt sorgen. Außerdem erwartet Grubb ein anhaltendes Wachstum der Nachfrage in Asien, insbesondere in China und Indien.

 

  • 16.11.2012, 08:36 UhrPapiergoldpreisdruecker

    Ja das stimmt!!! Die Banken haben Papiergold verkauft. Die physische Nachfrage ist extrem hoch und steigt ständig! Bitte nicht von dem Hütchenspeiler täuschen lassen. Wer Gold in seinen Händen hält wird bei der bevor stehenden Inflation(Hyperinflation) seine Kaufkraft erhalten. Wer Papiergold oder Goldversprechen gekauft hat ist schön im A....! Die bankrotten Banken werden sicher dieses Gold beim Crash nicht heraus rücken. Auf wundersame Weise ist das Gold dann nicht mehr da(Haha).

  • 16.11.2012, 08:36 Uhronly911er

    Ich verstehe die häufig negativen Goldmeldungen im Handelsblatt nicht. Ich investiere bei dem momentanen Zinsumfeld mein Geld lieber in Sachwerten, sei es Gold, Immos, soliden Aktien oder einen 2. oder 3. Porsche, als in als sicher geltenden Staatsanleihen oder eine LV.

  • 16.11.2012, 08:54 Uhrkarstenberwanger

    Reden wir hier von Gold??? oder von Goldversprechen auf Papier? Wahrscheinlich letzteres denn wer heute noch so doof ist und Gold nicht physisch kauft und es vorm Staat versteckt, der kann auch gleich seine Euro-Scheine behalten die mit den Goldpapieren bald in Rauch aufgehen.

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