
DÜSSELDORF. Des einen Freud?, des anderen Leid", - nur selten zeichnete ein Sprichwort die Entwicklung auf den internationalen Märkten passender nach als im vergangenen Jahr: Während der Goldpreis eine Rekordmarke nach der anderen erreichte, verlor der Kurs des amerikanischen Dollars immer mehr an Boden. Erst zum Jahresschluss haben die beiden Akteure ihre Rollen noch einmal getauscht. Noch sind sich Experten aber uneins, ob Gold oder Dollar im neuen Jahr die Nase vorn haben werden.
Anfang Dezember hatte der Goldpreis nach rasantem Anstieg seinen bisherigen Rekord bei 1226,10 Dollar je Feinunze (rund 31,1 Gramm) erreicht. Erst knapp zwei Monate zuvor hatte das Edelmetall die psychologisch wichtige Marke von 1 000 Dollar dauerhaft überwunden. Zuletzt schwankte der Preis zwischen 1 110 und 1 130 Dollar; Ende Dezember war der Preis zeitweise unter 1 100 Dollar gerutscht. Der Dollar war 2009 parallel zu den Gewinnen des Edelmetalls unter Druck geraten. Nahezu zeitgleich mit dem Rekordhoch bei Gold zog der Euro auf über 1,50 Dollar an. Zuletzt hatte der Greenback dann wieder etwas Oberwasser; der Euro war zwischenzeitlich weniger als 1,44 Dollar wert.
Diese enge Verbindung von Gold und Dollar ist nicht ungewöhnlich. "Der Goldpreis ist negativ korreliert mit dem Euro-Dollar-Wechselkurs", sagt Gabor Vogel von der DZ Bank. Dafür gebe es mehrere Gründe. So werde am Wechselkurs eine Unter- oder Überbewertung des Goldes festgemacht. Das funktioniere aber nicht immer. Etwa "wenn Anleger Gold und Dollar gleichzeitig als sicheren Hafen ansteuern", sagt Vogel - wie beispielsweise zu Beginn der Finanzkrise. Dann könne die Korrelation zwischen der US-Devise und dem Edelmetall eben auch positiv sein.
Gold wird zudem von institutionellen Investoren in den USA gern als Absicherung (hedge) gegen Verluste in Dollar-Engagements genutzt. Auch dies wird an den Märkten regelmäßig praktiziert, erklärt aber, warum Gold und Dollar sich meist in entgegengesetzter Richtung bewegen. Verstärkt wird diese Entwicklung noch, da der schwächere Greenback Gold, das in Dollar gehandelt wird, für Investoren außerhalb des Dollar-Raums verbilligt und damit den Kaufanreiz etwa für Euro-Anleger erhöht.
Stefan Schilbe, Chef-Volkswirt von HSBC Trinkaus & Burkhardt, führt die Schwäche des US-Dollars im vergangenen Jahr vor allem auf die sehr expansive Geldpolitik in den USA zurück. "Dies hat dazu geführt, dass das Vertrauen in den Dollar gelitten hat", sagt Schilbe. Im Rahmen der internationalen Finanzkrise habe es zudem starke Zuflüsse in kurzfristige US-Staatspapiere gegeben. Mit steigender Risikofreude sei dieses Geld wieder abgezogen und in andere Anlagen investiert worden. Die Folge: Der Dollar geriet unter Druck.
Im Laufe des Jahres ist an den Märkten aber noch ein wichtiger Faktor hinzugekommen. Nicht nur die Investoren haben das Vertrauen in den Dollar - zumindest zum Teil - verloren, auch einige Notenbanken setzen wieder stärker auf Gold. Die Institute wollen ihre Währungsreserven so stärker diversifizieren. So hatte etwa die indische Notenbank 200 Tonnen Gold vom Internationalen Währungsfonds (IWF) gekauft.
Interesse besteht auch in China. Ein vor kurzem in China diskutierter Vorschlag sieht nun vor, die Goldbestände in den nächsten drei bis fünf Jahren auf insgesamt 6 000 Tonnen zu erhöhen. Dies entspräche vom heutigen Stand aus einer Versechsfachung. "Damit wäre die Gold-Hausse auf absehbare Zeit noch lange nicht am Ende", heißt es bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). "Trotz eines kleinen Dollar-Comebacks kann der Goldpreis stabil bleiben", glaubt auch DZ-Experte Vogel mit Blick auf die Notenbankkäufe.
Die Käufe zeigen, "dass das Interesse an Gold unter den Währungshütern weiter verbreitet ist, als angenommen", unterstreicht Thorsten Proettel, Edelmetallexperte der LBBW. Solche langfristig positiven Aspekte sprächen gegen einen "tiefen Gold-Crash wie nach dem Höhenflug im Jahr 1980". Die LBBW hat daher ihrer Zwölf-Monats-Prognose auf 1 250 Dollar angehoben. Die DZ Bank hält sogar "ein kurzfristiges Überschießen des Preises in Richtung 1 400 Dollar für wahrscheinlich". Internationale Fondsmanager sind allerdings skeptischer. Nach der jüngsten Umfrage von Bank of America Merrill Lynch halten 39 Prozent der gut 300 Befragten Gold inzwischen für überbewertet. Beim Dollar rechnen fast ebenso viele der Manager (37 Prozent) mit einer Kurserholung.

ich stimme k.-h. zu. Das ist so ein Artikel wie `ne Pizza mit allem! Ohne Character und ein "Hedge" gegen alle Eventualitäten um später ja nicht in den Verruch zu kommen, man hatte da falsch gelegen. Hätte auch irgend ein Möchtegern bankberater formulieren können. Was sagt mir das? Definitiv selber denken! Gilt immer doch alte Spruch: Wo es wenig Fakten gibt, gibt es dafür um so mehr Experten.
Mein Expertentip? Gold bei 3000.-US in den nächsten 12 Monaten. ich hab´da vollstes Vertrauen in bernanke und Wall Street.

Vier Analysten und fünf Meinungen. Das war immer so. Für jeden etwas und der Konjunktiv für alles. Mal stimmt`s für ein paar Tage oder gar Wochen ( dann ist es bereits ein Guru, der sich äußerte), mal überhaupt nicht. Zusammengefasst: selber denken gibt zwar nicht immer bessere Ergebnisse - aber man kann wenigstens etwas lernen.

@Norbert - Hört sich irgendwie so an als ob Sie ein paar schlechte Handelstage gehabt haben.
Geht es gut - dann war man natürlich immer Derjenige der es gewußt haben will. Geht es daneben - dann sind natürlich irgendwelche ominösen Manipulationen daran schuld.






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