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Edelmetalle: Notenbanken kaufen massiv Gold

Das Vertrauen in Papiergeld sinkt. Das haben die Zentralbanken in den Schwellenländern längst erkannt. Sie horten Gold, um ihre Reserven abzusichern.

Das Edelmetall ist gefragt - besonders in den Schwellenländern. Quelle: dpa
Das Edelmetall ist gefragt - besonders in den Schwellenländern. Quelle: dpa

FrankfurtWährend das Vertrauen in die großen Währungen sinkt, ist Gold so gefragt wie lange nicht mehr. Die weltweite Goldnachfrage stieg im dritten Quartal knapp 1054 Tonnen. Das entspricht laut der Gold-Lobby World Gold Council im Transaktionswert einem Rekordbetrag von 57,7 Milliarden Dollar. „Im Gesamtjahr könnten wir über 4000 Tonnen erreichen, auch das wäre ein Rekord“, sagt Daniel Briesemann, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. „Investoren rund um den Globus suchen Vermögensschutz, Streuung ihres Kapitals und starke Anlageerträge“, heißt es vom World Gold Council.

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Von der Gesamtnachfrage von 1702 Tonnen im dritten Quartal entfiel mit 468,1 Tonnen mehr als ein Viertel auf Anleger. Diese haben demnach genau ein Drittel mehr nachgefragt als im gleichen Quartal des Vorjahrs.
Der interessanteste Block sind jedoch die Käufe der Notenbanken. Diese waren bis 2009 regelmäßig als Nettoverkäufer aufgetreten, weil das zinslose Halten von Reserven in Gold aus der Mode gekommen war. Sie hatten sogar ein Goldabkommen geschlossen, um die Verkäufe zu begrenzen und einen Goldpreisverfall zu vermeiden.

Die Goldreserven der Staaten

  • USA

    Goldschatz: 8133 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 74,2 Prozent

  • Deutschland

    Goldschatz: 3400 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 74,7 Prozent

  • Internationaler Währungsfonds (IWF)

    Goldschatz: 2814 Tonnen

  • Italien

    Goldschatz: 2451 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 74,4 Prozent

  • Frankreich

    Goldschatz: 2435 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 71,5 Prozent

  • China

    Goldschatz: 1054 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,6 Prozent

  • Schweiz

    Goldschatz: 1040 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 17,2 Prozent

  • Russland

    Goldschatz: 841 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9 Prozent

  • Japan

    Goldschatz: 765 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,7 Prozent

  • Niederlande

    Goldschatz: 612 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 62,7 Prozent

  • Indien

    Goldschatz: 557 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

  • Europäische Zentralbank (EZB)

    Goldschatz: 502 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,1 Prozent

Im dritten Quartal kauften die Notenbanken per saldo 148,4 Tonnen dazu, so viel wie nie in einem Quartal seit vier Jahrzehnten. „Im laufenden Jahr insgesamt halte ich ein neues Top bei 465 Tonnen für möglich, wenn der Goldpreis nicht stark fällt“, meint Briesemann.

Ronald Stöferle, Goldexperte bei der Ersten Bank in Wien, sieht den Hauptgrund für das wachsende Interesse der Notenbanken darin, dass einige von diesen noch Nachholbedarf bei der Goldanlage haben. „Die Nachfrage kommt vor allem aus den Schwellenländern“, stellt er fest. Im laufenden Jahr haben beispielsweise Mexiko, Russland, Thailand und Sri Lanka gekauft. Allein Mexiko kaufte 100 Tonnen.

Rohstoffe In Gold anlegen, aber wie?

  • Rohstoffe: In Gold anlegen, aber wie?
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Stöferle argumentiert mit den rasant gewachsenen Devisenreserven der Länder, die vor allem in Dollar, Euro und Yen gehalten werden. "Der Goldanteil daran ist gering, aber der riesige und gewachsene Diversifizierungsbedarf muss gedeckt werden", sagt Stöferle. Allein China und Indien haben mehr als 4,5 Billionen Dollar Währungsreserven angesammelt, bisher nur zu einem geringen Anteil in Gold. Im Fall Chinas erreicht die Quote laut dem World Gold Council nur 1,7 Prozent, in Indien neun Prozent.

Die größten Goldnachfrager

  • Welche Region sind die größten Nachfrager?

    Zwischen 1980 und 2010 hat sich die weltweite Gold-Nachfrage von Europa und Nordamerika nach Ostasien und Indien verschoben. 1980 kam aus Nordamerika und Europa noch 68 Prozent der Nachfrage, 2010 waren es noch 27 Prozent. Die Ostasiaten und Inder steigerten sich dagegen von 14 auf 58 Prozent.

  • Was wird nachgefragt?

    Der Großteil der Nachfrage lag 1980 noch im Investmentbereich, Goldschmuck spielte damals eine geringere Rolle. Bis zum Jahr 2000 machten Investments einen immer geringeren Teil der Nachfrage aus, die Bedeutung von Schmuck dagegen stieg. Nach 2000 wandelte sich das Verhältnis wieder. Seitdem machen Investitionen knapp 40 Prozent der Gesamtnachfrage aus.

  • Wer kauft Goldschmuck?

    Die West-Ost-Verlagerung zwischen 1980 und 2010 zeigt sich besonders stark beim Goldschmuck. 1980 kamen lediglich 22 Prozent der Nachfrager aus Indien und Asien, 2010 waren es 66 Prozent.

  • Wer sind die Gold-Investoren?

    Zwischen 2000 und 2010 ist der Anteil der Europäer und Nordamerikaner unter den Investment-Nachfragern von unter zehn auf über 40 Prozent angestiegen.

  • Woher kommen die Technologie-Nachfrager?

    Die Goldnachfrage in der Technologie-Branche wird zunehmend von Ostasien getragen. Sie stieg zwischen 1970 und 2010 von 17 auf 67 Prozent.

In den westlichen Ländern sind diese Quoten meist zweistellig. Der weltweit mit Abstand größte Goldhalter, die Notenbank der USA, hat bei den Reserven eine Goldquote von über 75 Prozent, bedingt dadurch, dass die USA selbst das Leitwährungsland sind. Auch der nächstgrößte Halter, Deutschland, hält 73 Prozent in Gold. Sogar die Anteile der EU-Problemländer Griechenland und Italien erreichen 80 beziehungsweise 72 Prozent.
Stöferle hat auch einen historischen Vergleich parat: „In den 1940er-Jahren lag die Goldquote bei 70 Prozent, heute sind es im Durchschnitt aller Zentralbanken nur noch zehn Prozent.“ Der Experte hält es daher für wahrscheinlich, dass die Notenbanken Netto-Käufer bleiben. „Die Anteile an den Reserven und die Bestände werden weiter steigen“, pflichtet ihm Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg bei.

  • 19.11.2011, 03:58 UhrAnonymer Benutzer: Kalle

    Unsinn, Papier hat immer seinen Wert verloren, Gold nie! Derzeit wird massiv auf den Goldpreis gedrückt, damit nicht noch mehr den Währungszerfall bemerken! Somit gibt es die Edelmetalle noch recht preiswert. Zum Spekulieren sollte man sich diese allerdings nicht kaufen, nur als langfristigen Wertspeicher, der dazu noch steuerfreie Gewinne bei Verkauf verspricht. Die Eliten haben auch so für sich vorgesorgt!

  • 18.11.2011, 21:06 UhrAnonymer Benutzer: Goldfinger

    @Fjv2

    eben, die Dummen sterben nicht aus

  • 18.11.2011, 19:34 UhrAnonymer Benutzer: Fjv2

    @Goldfinger

    LOL

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