Rohstoffe

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Goldpreis unter Druck: Warum Investoren ihr Gold verkaufen

Der Goldpreis ist von seinem Rekordhoch weit entfernt und erlebt die längste Talfahrt seit 15 Jahren. Analysten sehen mehrere Gründe für den Preisverfall und haben auch den „größten Feind“ des Goldes gefunden.

1000 Gramm schwere Goldbarren. Der Goldpreis fällt seit fünf Monaten. Quelle: dpa
1000 Gramm schwere Goldbarren. Der Goldpreis fällt seit fünf Monaten. Quelle: dpa

FrankfurtAuf dem Höhepunkt der Finanz- und Schuldenkrise rissen sich die Anleger noch um Gold - der ältesten Währung der Welt. Doch obwohl die Krisen weiter schwelen, rückt das Rekordhoch von 1920 Dollar je Feinunze aus dem September 2011 dieser Tage in immer weiterer Ferne. Eine Feinunze des Edelmetalls kostet derzeit etwas weniger als 1600 Dollar. Und viele Experten senken seit Wochen ihre Prognosen für die weitere Preisentwicklung.

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Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

  • 2003

    Schmuck: 2.484
    Barren und Münzen: 304
    ETFs: -
    Industrie: 386
    Zentralbanken: -620
    Gesamt: 2.594 Tonnen

  • 2004

    Schmuck: 2.616

    Barren und Münzen: 355

    ETFs: 133

    Industrie: 419

    Zentralbanken: -479

    Gesamt: 3.044

  • 2005

    Schmuck: 2.719

    Barren und Münzen: 396

    ETFs: 208

    Industrie: 438

    Zentralbanken: -663

    Gesamt: 3.098

  • 2006

    Schmuck: 2.300

    Barren und Münzen: 414

    ETFs: 260

    Industrie: 468

    Zentralbanken: -365

    Gesamt: 3.077

  • 2007

    Schmuck: 2.423

    Barren und Münzen: 435

    ETFs: 253

    Industrie: 476

    Zentralbanken: -484

    Gesamt: 3.104

  • 2008

    Schmuck: 2.304

    Barren und Münzen: 869

    ETFs: 321

    Industrie: 461

    Zentralbanken: -235

    Gesamt: 3.720

  • 2009

    Schmuck: 1.814

    Barren und Münzen: 780

    ETFs: 623

    Industrie: 410

    Zentralbanken: -34

    Gesamt: 3.593

  • 2010

    Schmuck: 2.017

    Barren und Münzen: 1.205

    ETFs: 382

    Industrie: 466

    Zentralbanken: 77

    Gesamt: 4.147

  • 2011

    Schmuck: 1.972

    Barren und Münzen: 1.515

    ETFs: 185

    Industrie: 453

    Zentralbanken: 457

    Gesamt: 4.582

  • 2012

    Schmuck: 1.908

    Barren und Münzen: 1.256

    ETFs: 279

    Industrie: 428

    Zentralbanken: 535

    Gesamt: 4.405

Als Begründung geben sie die Erholung der US-Konjunktur und eine Beruhigung der Schuldenkrise in der Euro-Zone an. Das politische Patt in Rom, das an anderen Märkten den Investoren zeitweise den Nerv raubte, oder das Scheitern der Haushaltsverhandlungen in den USA ließ die Goldinvestoren kalt. Die jüngsten Ereignisse hätten allenfalls die Talfahrt etwas gebremst, erläutern Rohstoff-Händler.

Den Trend geändert hätten sie bislang nicht, was an den Abflüssen aus dem New Yorker SPDR Gold Trust - dem größten börsennotierten ETF-Fonds der Welt - abzulesen ist. Er verzeichnete im Februar den größten Rückgang seit 2004.

Gold, Öl, Agrarrohstoffe Was Rohstoffe kosten

Die aktuellen Notierungen der verschiedenen Edel- und Industriemetalle sowie Energie- und Agrarrohstoffe.

Der Goldpreis selbst ist in den vergangenen fünf Monaten gefallen. Das ist der längste Abwärtstrend seit Anfang 1997. Allein im Februar sank der Preis um rund fünf Prozent.

Sollten langfristig orientierte ETF-Investoren tatsächlich ihre Bestände reduzieren, könnte dies für all jene ein Problem werden, die auf steigende Goldnotierungen im Stil der letzten zehn Jahre setzen, erklärt Daniel Brebner, Analyst bei der Deutschen Bank in London. Immerhin zählt zu denen, die zuletzt ihre Anteile am SPDR-Fund senkten, kein Geringerer als die US-Investorenlegende George Soros. Im vierten Quartal 2012 trennte er sich von mehr als der Hälfte seiner SPDR-Anteile. Nachdem Soros 2011 die Goldpreisentwicklung als „die ultimative Blase“ beschrieben hatte, überraschte das zwar wenige Börsianer. Doch verstimmte es viele, wenn sich ein Mann mit dem Ruf von Soros abwendet.

Hinter den börsennotierten Indexfonds (ETF) stehen nicht weniger als 2265 Tonnen Gold - mehr als Japan, Russland und die EZB zusammen eingebunkert haben. Sollte das alles gleichzeitig auf den Markt kommen, würde der Goldpreis kollabieren. Doch damit rechnen die Analysten nicht. Die Goldkäufe der Zentralbanken dürften die potenziellen ETF-Verkäufe kompensieren, erklären die Experten der DZ Bank und der LBBW. Viele Notenbanken - vor allem aus den Schwellenländern - nutzten Gold zur Diversifizierung ihrer Währungsreserven. Die DZ Bank rechnet vor, dass die Zentralbanken 2012 mit 535 Tonnen Gold soviel wie seit 1964 nicht mehr gekauft haben.

  • 07.03.2013, 17:38 UhrTaeuschung-der-Massen

    Ein Artikel, der nicht in der Lage ist, zwischen physischem Gold und Papiergold (Optionen, Comex-kontrakte und ETFs, vor allem GLD) zu unterscheiden, entbehrt leider der Seriosität. Es scheint den Autoren nicht bekannt zu sein, das für jede Unze physisch existierendes Gold Paperversprechen für mindestens 100 Unzen bestehen. Wie könnte sonst an einem Tag am 19 2.2013 soviel Goldkontrakte an COMEX gehandelt werden wie physisches Metall in einem Jahr überhaupt produziert wird? Auch nicht, dass östliche Zentralbanken, allen voran Russland und China, novh heute massiv physisches Gold kaufen. Auch nicht, dass Soros sein Papiergold verkauft um auf physisches umzusteigen.

  • 07.03.2013, 17:41 UhrMichael

    Kaufe zur zeit die dritte Charge. Nicht wirklich viel (ist ja immer Ansichtssache), aber schaden wird es nicht.

  • 07.03.2013, 18:02 Uhrazaziel

    Die groesste Gefahr fuer den Goldpreis ist ein Verbot privaten Besitzes von Gold in wichtigen Laendern. Sobald ein Staat seine Hoheit ueber gesetzliche Zahlungsmittel zu verlierenn droht, wird er handeln. So ist es seit vielen Jahrhunderten gelaufen. Siehe Philip, der Schoene (Wikipedia). Heute ist sogar mit koordiniertem Handeln vieler Staaten und ihrer Zentralbanken zu rechnen.

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